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Coronavirus
Informationen für Schleswig-Holstein

© Thomas Frey / dpa

Gesundheit und Hygiene

alle öffnen

Welche Gesundheitsberufe dürfen weiter praktizieren?

Angehörige der Gesundheits- Heilberufe dürfen mit dem 18. Mai 2020 wieder ihr gesamtes Tätigkeitsspektrum ohne Einschränkungen ausüben. Die Anforderungen an die Hygiene sind zu beachten. Abstandsregeln sind bestmöglich einzuhalten insbesondere was die Praxisorganisation und bestimmte Therapieformen wie Bäder (nur einzeln) oder Gruppentherapien betrifft.

Ich erreiche niemanden unter der Rufnummer 116117 des ärztlichen Bereitschaftsdienstes, was soll ich tun?

Wenn Sie sich krank fühlen, versuchen Sie es bitte erneut bzw. kontaktieren Sie telefonisch Ihre Hausarztpraxis. Die Rufnummer 116117 wird zurzeit stark frequentiert, insofern müssen Sie Wartezeiten mit einrechnen. Wenn Sie allgemeine – nicht medizinische Fragen zu Covid-19 oder den ergriffenen Maßnahmen haben, wenden Sie sich bitte an eines der zur Verfügung stehenden Bürgertelefone.

  • Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 / 34 64 65 100
  • Bürgertelefon des Landes Schleswig-Holstein: 0431 / 797 000 01

Regeln zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ("Maskenpflicht")

Gibt es eine Verpflichtung, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen?

In Schleswig-Holstein die Pflicht, bei der Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs einschließlich Taxen, beim Betreten von Geschäften, überdachten Flächen von Einkaufszentren sowie Verkaufs- und Diensträumen von Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Personen, die keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen und für die keine der Ausnahmen (siehe unten) zutreffen, ist das Betreten der Geschäfte oder die Nutzung des ÖPNV nicht gestattet.

Landesverordnung zur Bekämpfung des Coronavirus SARS-CoV-2

Welche Regeln gelten für das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung?

Eine Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung besteht nur, soweit dies in der Verordnung besonders angeordnet ist. Als Mund-Nasen-Bedeckung kommt jeder Schutz in Betracht, der aufgrund seiner Beschaffenheit geeignet ist, eine Ausbreitung von übertragungsfähigen Tröpfchenpartikeln durch Husten, Niesen oder Aussprache zu verringern, unabhängig von der Kennzeichnung oder einer zertifizierten Schutzkategorie. In Betracht kommen etwa aus Stoff genähte Masken, Schals, Tücher, Schlauchschals oder durchsichtige Schutzvorrichtungen aus Kunststoff. Dagegen reicht es nicht aus, Mund und Nase nur mit Hand oder Arm abzudecken.

Was ist beim Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung zu beachten?

Mund und Nase müssen beim Aufenthalt in den oben genannten Bereichen bedeckt bleiben. Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ist neben der Einhaltung der übrigen gebotenen Hygienemaßnahmen (insbesondere Abstandsregeln und Händehygiene) als mechanische Barriere ein ergänzender Schutz. Stoffmasken sollten vor der ersten Anwendung und nach Gebrauch bei mindestens 60 Grad in der Waschmaschine gewaschen werden.

Anwendungsfehler beim Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung können der Schutzwirkung schaden. Es ist zu beachten, dass das Durchfeuchten einer Mund-Nasen-Bedeckung durch Atmen oder Niesen die Barrierewirkung reduziert. Dann ist die Mund-Nasen-Bedeckung zu wechseln. Beim Absetzen einer Mund-Nasen-Bedeckung muss eine Kontamination der Hände durch Berühren der Außenseite vermieden werden. Die Mund-Nasen-Bedeckung soll nach dem Tragen so verstaut werden, dass eine Kontamination der Umgebung vermieden wird, also z.B. in einem Einweg-Beutel (z.B. Müll- oder Gefrierbeutel).

Die Abstandsregeln gelten grundsätzlich auch beim Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung.

Wichtig bleibt die Händehygiene nach dem Abnehmen der Mund-Nasen-Bedeckung, vor Berühren des Gesichtes, vor dem Verzehr von Lebensmitteln oder nach Kontakten zu Oberflächen im öffentlichen Raum.

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Empfehlungen und Wissenswertes zum Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen

Wie erfolgt die Reinigung und Desinfektion der Mund-Nasen-Bedeckung?

Die Mund-Nasen-Bedeckung ist nach dem Gebrauch bei mindestens 60 Grad in der Waschmaschine zu waschen. Der Einsatz eines Desinfektionsmittels bei geringerer Temperatur ist nicht zu empfehlen, da eine wirksame Desinfektion thermisch, also durch die Temperatur von mindestens 60 Grad, erreicht wird.

Sofern Mund-Nasen-Bedeckungen aus Kunststoff verwendet werden, sind diese einer Wischdesinfektion zu unterziehen. Mund-Nasen-Bedeckungen, die weder bei 60 Grad gewaschen noch wischdesinfiziert werden können, sind unmittelbar nach dem Tragen zu entsorgen.

Wer ist von der Maskenpflicht ausgenommen?

Ausgenommen von der Pflicht sind Kinder bis zum vollendeten 6. Lebensjahr, das Personal, in den Geschäften, im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sowie Taxifahrer.

Auch Personen, die aufgrund körperlicher, geistiger oder psychischer Beeinträchtigung (einschließlich Behinderungen) nicht in der Lage sind, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, sind von der Tragepflicht ausgenommen. Das betrifft insbesondere einen Personenkreis, für den auch Bedeckungsalternativen nicht in Frage kommen. Menschen mit Hörbehinderungen und Menschen mit Sprachbehinderungen dürfen eine Mund-Nasen-Bedeckung auch abnehmen, soweit dies zum Zwecke der Kommunikation mit anderen erforderlich ist.

Was gilt für das Personal in Geschäften, im ÖPNV und Taxifahrer?

Die Verordnung richtet sich ausschließlich an die Kunden bzw. Nutzer von Geschäften oder Gewerbebetrieben. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Personal in Geschäften grundsätzlich keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen muss.

Der Schutz des Verkaufspersonals ist durch die Arbeitgeber im Rahmen des Arbeitsschutzes gesondert herzustellen und wird beispielsweise durch die Installation von besonderen Schutzvorrichtungen, z. B. an den Kassen mit Hilfe von Plexiglasscheiben oder -kabinen, sichergestellt. Auch der Schutz anderer Personen beispielsweise von Kunden ist in den Vorschriften des Arbeitsschutzes festgelegt und muss vom Arbeitgeber berücksichtigt werden (§ 1 Absatz 1 Satz 3 Biostoffverordnung). Beschäftigte sindvom Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung befreit, wenn alternative Schutzmaßnahmen getroffen wurden (z.B. durch die oben genannten Plexiglasabtrennungen). Bei unvermeidbarem Kontakt zu anderen Beschäftigten oder auch Kunden bzw. nicht einhaltbaren Schutzabständen sind gemäß SARS-Covid-2-Arbeitsschutzstandard vom Arbeitgeber Mund-Nase-Bedeckungen zur Verfügung zu stellen und von den Beschäftigten zu tragen: https://www.bmas.de/DE/Schwerpunkte/Informationen-Corona/Arbeitsschutz/arbeitsschutz.html

Die aus dieser Verordnung abgeleitete Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung bezieht sich auch nicht auf Fahrpersonal. Dessen Schutz ist durch die Arbeitgeber im Rahmen des Arbeitsschutzes gesondert herzustellen und wird beispielsweise durch die Installation von besonderen Schutzvorrichtungen z. B. durch Trennwände in Taxen oder Absperrungen in Bussen sichergestellt.

Brauche ich eine ärztliche Bescheinigung, wenn ich aufgrund medizinischer oder psychischer Beeinträchtigung oder Behinderung nicht in der Lage bin, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen?

Personen, die aufgrund körperlicher, geistiger oder psychischer Beeinträchtigung (einschließlich Behinderungen) nicht in der Lage sind, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, sind von der Tragepflicht ausgenommen. Das betrifft insbesondere einen Personenkreis, für den auch Bedeckungsalternativen nicht in Frage kommen. Menschen mit Hör- oder mit Sprachbehinderungen dürfen eine Mund-Nasen-Bedeckung auch abnehmen, soweit dies zum Zwecke der Kommunikation mit anderen erforderlich ist.

An einen Nachweis sind keine hohen Anforderungen zu stellen. Ein Nachweis kann ein Schwerbehindertenausweis, Allergikerausweis oder ähnliches sein, verbunden mit der Glaubhaftmachung des Betroffenen, dass aufgrund medizinischer oder psychischer Beeinträchtigung das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung nicht möglich ist. Nicht erforderlich ist die Vorlage einer ärztlichen Bestätigung. Sollte diese aus Sicht des Betroffenen aber hilfreich sein, dann muss daraus lediglich zu erkennen sein, dass diese Bestätigung von einem Arzt ausgestellt worden ist und derjenige, der sich auf diese Ausnahme beruft, daraus erkennbar ist. Eine gesonderte Begründung des Arztes ist dabei nicht erforderlich und gewollt. Vergleichbare Bescheinigungen können auch von Psychotherapeuten ausgestellt werden.

Warum gilt die Maskenpflicht nicht in Arztpraxen?

Eine Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung besteht nur, soweit dies in der Verordnung besonders angeordnet ist. Für diese Fälle regelt die aktuelle Verordnung die Anforderungen an die Mund-Nasen-Bedeckung und die stets geltenden Ausnahmen.

Die Regelung gilt dort, wo Menschen auf engem Raum zusammenkommen und die Abstände von 1,50 Meter nicht immer eingehalten werden können. Sowohl Geschäfte als auch der ÖPNV müssen mit einem möglichst geringen Risiko genutzt werden können.

Keine Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung haben Patienten, die Räumlichkeiten der Gesundheits- und Heilberufe oder andere freie Berufe betreten und sich dort aufhalten. Hintergrund ist, dass zum einen durch die Vergabe von Behandlungsterminen der Zutritt zu diesen Räumlichkeiten und der dortige Aufenthalt regelmäßig gesteuert werden kann und zum anderen Patienten, denen aus beispielsweise medizinischen Gründen das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung nicht zumutbar ist, von vornherein der Zutritt erschwert würde. Dessen unbenommen kann der jeweilige Inhaber der Einrichtung das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung einfordern (Hausrecht). Der Schutz der Mitarbeiter ist durch die Arbeitgeber im Rahmen des Arbeitsschutzes gesondert sicherzustellen.

Warum werden in der Verordnung Ausnahmen für Banken und Sparkassen getroffen?

Dies ist den hohen Sicherheitsanforderungen geschuldet, demnach können mit Mund-Nasen-Bedeckungen "vermummte" Personen für die Mitarbeiter in diesem Bereich eine erhebliche Gefahr darstellen. Davon unbenommen ist es den Banken und Sparkassen freigestellt, das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung einzufordern (Hausrecht).

Was gilt für Kinder und Jugendliche in Bezug auf die Maskenpflicht?

Kinder bis zum vollendeten 6. Lebensjahr müssen keine Mund-Nasen-Bedeckung in Geschäften oder in Bussen bzw. im Personennahverkehr tragen. Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass Kinder unter 6 Jahren regelmäßig nicht in der Lage sein werden, dauerhaft und sicher mit einer solchen Mund-Nasen-Bedeckung umzugehen. Auch in Jugendtreffs besteht keine Maskenpflicht.

Gilt die Maskenpflicht auch an Schulen oder für den Schulbus?

Es besteht eine Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) auf dem Schulweg bei der Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) einschließlich ähnlicher Transportangebote wie der Schulbusse. Den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts, Epidemiologisches Bulletin Nr. 19 (2020) für die Wiedereröffnung von Bildungseinrichtungen, folgend empfehlen wir zusätzlich das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung für alle Personen in Schulen auf den Laufwegen, Fluren und in den Pausen, in denen das Abstandsgebot nicht oder nur schwer eingehalten werden kann. Wer darüber hinaus in der Schule eine Maske tragen möchte, darf dies selbstverständlich jederzeit tun!

Wie sieht es in der Notbetreuung aus? Müssen Kinder/Jugendliche und Erzieher/Lehrer ebenfalls Mund-Nasen-Bedeckungen tragen?

Nein. Die Verpflichtung, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, besteht nur für die Passagiere des öffentlichen Personennahverkehrs (Bus, Bahn, Schiff) und Taxen und beim Betreten öffentlich zugänglicher Bereiche von geöffneten Verkaufsstellen des Einzelhandels, der Verkaufs- und Diensträume von Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben und in Einkaufszentren.

Ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im Auto erlaubt?

Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung stellt keinen Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung dar. Die Mund-Nasen-Bedeckung verhüllt – wenn korrekt getragen – lediglich Mund und Nase. Andere wesentliche Merkmale wie Frisur, Ohren- und Augenpartie sowie die grundlegende Gesichtsform bleiben erkennbar. Dies reicht in der Regel aus, um die Identität von Autofahrern festzustellen.
Die Landespolizei wird im Rahmen der alltäglichen Verkehrsüberwachung mit wachsamem Auge darauf achten, dass die bestehenden Regelungen im Sinne des Infektionsschutzes ausgelegt, aber nicht unzulässig ausgenutzt werden. Wer durch übermäßige Maskierung versucht, seine Identität zu verbergen oder sein Gesicht bedeckt, ohne dass Mitfahrer oder andere geschützt werden können, wird auch weiterhin mit einem Bußgeld rechnen müssen.

Darf ich weiterhin Blut spenden?

Ja. Reiserückkehrer dürfen für einen Zeitraum von 14 Tagen seit Rückkehr allerdings kein Blut spenden.

Welche Gesundheitseinrichtungen und Beratungsstellen sind geöffnet?

Sind Rehakliniken weiterhin geöffnet? Bleiben Mutter-Kind-Kliniken weiter geöffnet?

Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen sowie Mutter-Vater-Kind- Vorsorge dürfen ihre Leistungen wieder in einem dem jeweiligen Infektionsgeschehen angemessenen Rahmen unter Einhaltung entsprechender Hygienekonzepte erbringen. So ist bei der Mutter-Vater-Kind-Vorsorge und in Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen zusätzlich bei der Kinderbetreuung die Maximalgruppengröße von zehn Personen zu beachten.

Sind Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen geöffnet?

Den Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen in Schleswig-Holstein ist es bis auf Weiteres möglich, die Beratungen telefonisch oder als Videoberatung anzubieten.

Auf Wunsch der Frau ist eine Beratung vor Ort auch weiterhin möglich, es sei denn, die Frau ist positiv auf COVID-19 getestet worden, hat selbst Symptome oder befindet sich in Quarantäne. Solange die Beratung persönlich durchgeführt wird, sind die Verhaltensempfehlungen und insbesondere die Hygienevorschriften des Robert- Koch-Instituts einzuhalten.

Welche Leistungen dürfen die Praxen der Heilmittelerbringer anbieten?

Heilmittelerbringer leisten einen wichtigen Beitrag zur gesundheitlichen Versorgung der Bevölkerung. Es ist das gesamte Tätigkeitsspektrum der Heilmittelerbringer wieder gestattet. Es obliegt der Verantwortung eines jeden Heilmittelerbringers, individuelle an die Gegebenheiten der Praxis angepasste hygienische Maßnahmen zu treffen, die eine Ansteckung des Personals und der Patienten untereinander verhindern. Die Berufsangehörigen sind dafür ausgebildet zu entscheiden, was notwendig ist und sie verantworten können.

Der Gemeinsame Bundesauschuss (G-BA) hat mit Beschluss vom 27. März 2020 rückwirkend zum 9. März 2020 u.a. die Heilmittel-Richtlinie und die Heilmittel-Richtlinie Zahnärzte an die aktuelle Pandemie angepasst. Dies ist besonders relevant in Bezug auf die Aussetzung der Frist für den Behandlungsbeginn, die Aussetzung der Frist bei Unterbrechung der Behandlung sowie eine Verlängerung der Fristen im Rahmen des Entlassmanagements. Zudem haben die Kassenverbände auf Bundesebene und der GKV-Spitzenverband (und andere) ihre Bereitschaft erklärt, zeitlich befristet von den bisherigen Regelungsvorgaben der Versorgung mit Heilmitteln abzuweichen. So können Behandlungen auch im Rahmen einer telemedizinischen Leistung (Videobehandlung oder telefonische Beratungen) erbracht werden, sofern diese aus therapeutischer Sicht sinnvoll sind. Es werden jedoch nicht alle Berufsgruppen gleichermaßen davon erfasst. Die Empfehlungen finden Sie hier: https://www.gkv-spitzenverband.de/media/dokumente/krankenversicherung_1/ambulante_leistungen/heilmittel/20200330_Aktualisierung_Heilmittel_Corona_Empfehlungen.pdf

Welche Regelungen gelten für Krankenhäuser?

Können Väter bald werdende Mütter in den Kreissaal begleiten? Welche Regelungen gibt es für Geburtsstationen?

Bei der Geburt darf eine Begleitperson die werdende Mutter begleiten.

Die Begleitung während der Geburt im Kreißsaal ist nicht zeitlich auf eine Stunde begrenzt. Kliniken können Begleitpersonen jedoch den Zutritt verweigern, wenn diese beispielsweise Symptome einer Covid-19 Infektion zeigen oder die erforderlichen hygienischen Vorsichtsmaßnahmen aus anderen Gründen nicht gewährleistet werden können.

In der Geburtshilfe können sog. Familienzimmer betrieben werden, wenn sichergestellt ist, dass die Begleitperson keinen Kontakt zu anderen Patientinnen und Patienten hat und die Außenkontakte auf das absolut notwendige Minimum begrenzt werden. Begleitpersonen müssen über persönliche Schutz- sowie Hygienemaßnahmen aufgeklärt und angehalten werden, diese dringend einzuhalten. Dabei gilt: Begleitpersonen mit akuten Atemwegserkrankungen dürfen die Einrichtung auch bei Vorliegen der sonstigen Voraussetzungen eines Ausnahmefalls nicht betreten.

Mein Kind ist schwer krank und muss täglich in Begleitung ins Krankenhaus zur Behandlung. Wie soll das gehen, wenn man das Krankenhaus nicht mehr betreten darf?

Generell ist das Betreten von Krankenhäusern, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen sowie von stationären Einrichtungen der Pflege und der Eingliederungshilfe gemäß Abs. 5 Allgemeinverfügung untersagt. In diesem besonderen Fall kann aus medizinisch und sozial-ethischen Gründen eine Ausnahme gemacht werden. Der in besonderen Ausnahmefällen mögliche Besuch wird für jeweils nur ein Elternteil oder eine erziehungsberechtigte Person für Kinder unter 14 Jahren nicht zeitlich auf eine Stunde begrenzt wie in anderen Fällen. Jeweils nur ein Elternteil kann das Kind also weiterhin länger sehen. Dabei ist der Schutz der übrigen Mitpatienten bzw. Bewohner sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der jeweiligen Einrichtung dringend geboten.

Welche medizinischen Behandlungen führen Krankenhäuser jetzt wieder durch?

Krankenhäuser führen grundsätzlich nun wieder alle medizinisch notwendigen Behandlungen durch. Um zeitnah Aufnahmekapazitäten von COVID-19 Patienten bereitstellen zu können und, um die Kapazitäten der Intensivmedizin nutzen zu können, wird nun mehr das Freihalten bestimmter Kapazitäten verlangt. Alle weiteren Behandlungen sind insofern uneingeschränkt möglich.

Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen wurden mit Ausnahme von Anschlussheilbehandlungen für Patientinnen und Patienten aus Hamburg und Schleswig-Holstein in Einrichtungen der medizinischen Vorsorge und Rehabilitation untersagt.

Was gilt für Kinderfrüherkennungsuntersuchungen?

Früherkennungsuntersuchungen und Impfungen sind für die Gesundheit Ihres Kindes von großer Bedeutung und sollten wenn möglich fristgerecht durchgeführt werden.

Um in der derzeitigen Situation den für Ihr Kind passenden Termin unter Berücksichtigung der erforderlichen Hygienemaßnahmen zu finden, empfehlen wir Ihnen, sich telefonisch mit Ihrer Kinder- und Jugendarztpraxis in Verbindung setzen, um das bestmögliche Vorgehen für Ihr Kind individuell abzustimmen.

Weitere Informationen finden Sie beim Landesamt für soziale Dienste: https://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/LASD/Aufgaben/Frueherkennung/frueherkennung_node.html sowie grundsätzliche Informationen zu den Früherkennungsuntersuchungen und Impfungen auch beim Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V.: https://www.kinderaerzte-im-netz.de/vorsorge/

Ein Angehöriger liegt im Sterben, ich möchte ihn noch mal sehen, geht das?

Sprechen Sie das direkt mit der Klinik ab, diese sind befugt, unter strengen Maßgaben Ausnahmen zuzulassen. Eine zeitliche Begrenzung auf eine Stunde Besuchszeit besteht in diesem Fall nicht.

Atemschutzmasken, Mundnasenschutz, Mundnasenbedeckung / Beschaffung von Schutzausrüstung

Was ist der Unterschied zwischen den verschiedenen Masken und Mundnasenbedeckungen?

Es ist zu unterscheiden zwischen

  • FFP-Masken und Mundnasenschutz (MNS), die als Medizinprodukte im Bereich des Gesundheitswesens und der Pflege eingesetzt werden und
  • Mundnasenbedeckung (MNB), die im öffentlichen Raum eine zusätzliche Maßnahme zur Begrenzung der Übertragungen von Tröpfcheninfektionen ist.

Die FFP-Maske ist eine Maßnahme des Arbeitsschutzes gegen kleinste Tröpfchen und Teilchen (Aerosole) beim Umgang mit infektiösen Patienten oder infektiösen Materialien.

Bei der SARS-CoV2-Infektion handelt es sich um eine Tröpfcheninfektion.

Zum Schutz vor respiratorischen (die Atmung betreffend) Infektionen durch Viren können sowohl FFP2- als auch FFP3-Masken eingesetzt werden. Bei Tätigkeiten mit ausgeprägter Exposition (z.B. Intubation, Bronchoskopie) ist Atemschutz der Schutzklasse FFP3 erforderlich.

Masken mit Ausatemventil erhöhen den Tragekomfort und dienen als Maßnahme des Arbeitsschutzes ausschließlich dem Eigenschutz.

FFP-Masken ohne Ausatemventil können grundsätzlich auch zum Fremdschutz eingesetzt werden.

Als Schutz vor Übertragung von Tröpfchen wird im medizinischen und pflegerischen Bereich regelhaft ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz (MNS) getragen.

Der medizinische Mund-Nasen-Schutz wird nach standardisierten Verfahren hergestellt und geprüft. Die Barrierewirkung des Mund-Nasen-Schutzes ist begrenzt und lässt mit zunehmender Tragedauer nach. Da der Mund-Nasen-Schutz mit der Dauer der Tragezeit durchfeuchtet, soll er ca. alle 2 Stunden erneuert werden. Als Maßstab für Maßnahmen der Infektionsprävention im medizinischen und pflegerischen Bereich gelten die Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO).

Die Mund-Nasen-Bedeckung wird nicht nach standardisierten Verfahren hergestellt und deren Wirksamkeit wird nicht geprüft.

Die Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) ist im öffentlichen Raum eine zusätzliche Maßnahme zur Begrenzung der Übertragungen von COVID-19. Bei Einsatz einer Mund-Nasen-Bedeckung  müssen die zentralen Schutzmaßnahmen wie die Einhaltung des Abstands von mindestens 1,5 m, die Husten- und Niesetikette und die Händehygiene unbedingt weiterhin beachtet werden. Eine längere Tragedauer geht immer mit einer erhöhten Kontaminationsgefahr der Mund-Nasen-Bedeckung einher. Beim Auf- und Absetzen muss die Mund-Nasen-Bedeckung  so angefasst werden, dass eine Kontamination der Hände verhindert wird.

Eine gute Übersicht zu den verschiedenen Schutzkleidungsutensilien und deren Einsatzzweckfinden Sie hier:

https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Medizinprodukte/DE/schutzmasken.html

Das RKI hat Hinweise zur Verwendung von Mundnasenschutz und FFP-Masken für den medizinischen Bereich sowie Mundnasenbedeckungen für den privaten Gebrauch) hier veröffentlicht: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Arbeitsschutz_Tab.html?nn=13490888

Wie funktioniert die Beschaffung von Schutzausrüstung?

Die Beschaffung und Versorgung mit Schutzausrüstung/Schutzbekleidung wird von allen an der Gesundheitsversorgung Beteiligten mit Hochdruck organisiert. Dabei unterstützt auch der Bund, die Länder und die Kassenärztliche Vereinigung. Durch den Lieferausfall aus China, dem weltweiten Pandemiegeschehen und der damit verbundenen sehr großen Nachfrage ist es derzeit schwierig, überhaupt an Material zu kommen (insbesondere persönliche Schutzausrüstung – PSA). Genau aus diesem Grund bemühen sich die Bundes- und die Landesregierung, die am häufigsten benötigte persönliche Schutzausrüstung (Masken, Schutzkittel u.Ä.) zu beschaffen.

Das Gesundheitsministerium des Landes Schleswig-Holstein arbeitet  seit Wochen daran, eine strategische Reserve für persönliche Schutzausrüstung aufzubauen. Diese strategische Reserve ist als "Notfallplan" gedacht, um in Notsituationen landesseitig mitversorgen zu können. Für die Verteilung der persönlichen Schutzausrüstung aus den Beständen des Landes und des Bundes wurden Kriterien entwickelt, um im Notfall Krankenhäuser, Pflegeheime und den Rettungsdienst mit Schutzausrüstung zu versorgen.

Alle an der Gesundheits- und Pflegeversorgung Beteiligten sind dringend dazu aufgerufen auch weiterhin ihre Bemühungen zur Beschaffung von Schutzausrüstung fortzusetzen und ihre klassischen und bewährten Lieferbeziehungen weiter auszubauen.

COVID-19 und Coronatests

Wie kann ich Symptome richtig erkennen?

Informationen zur Frage, wie Sie Symptome richtig erkennen, finden Sie hier: https://www.zusammengegencorona.de/informieren/symptome-erkennen

Wie verhalte ich mich nach einem Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall?

Nach Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall besteht ein Ansteckungsverdacht. Bei einem Ansteckungsverdacht ordnet das zuständige Gesundheitsamt Maßnahmen der Quarantäne an, sobald es Kenntnis von dem Ansteckungsverdacht hat. Die Inkubationszeit, in der die Infektion in Erscheinung treten kann, beträgt bis zu 14 Tage. Das Auftreten von Symptomen wird während der Quarantäne abgewartet. Bei Auftreten erster Symptome ist eine labordiagnostische Abklärung sinnvoll. Die meisten Infektionen können etwa zwischen dem 4. und dem 7. Tag nach Ansteckung festgestellt werden. Ein Testen kurz nach erfolgtem Kontakt ist daher nicht sinnvoll.

Diagnosezentren für konkrete Corona-Verdachtsfälle

Die Kassenärztliche Vereinigung hat in Schleswig-Holstein an 15 Standorten Diagnosezentren für konkrete Corona-Verdachtsfälle errichtet. Dort sollen Abstriche von Risikopersonen genommen werden, die sich über die Behördennummer 116117 gemeldet haben. Ziel ist es, Arztpraxen sowie Kliniken zu entlasten und gleichzeitig das Infektionsrisiko zu senken. Die Diagnosezentren sollen nicht auf eigene Initiative aufgesucht werden. Die Patienten werden nach einem Test telefonisch über das Ergebnis informiert. Dies kann bis zu zwei Tage dauern. Bis zum Vorliegen der Ergebnisse sollte man zu Hause bleiben.

Nach Angaben der KVSH wurde die Leitstelle personell mittlerweile verstärkt. Dennoch könne es aufgrund der anhaltend hohen Zahl von Anrufen weiter Wartezeiten geben. Bitte rufen Sie die 116117 nur bei konkreten gesundheitlichen Beschwerden bzw. dem nach RKI-Kriterien begründeten Verdacht einer Ansteckung an!

Wer entscheidet, wer getestet wird?

Wer getestet wird, entscheiden Gesundheitsämter, die niedergelassenen Ärzte oder die Kliniken. Sie orientieren sich dabei an den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI). Ein Test wird durchgeführt bei Personen, die jegliche Symptome einer Atemwegserkrankung haben. Vorrangig erfolgt die Testung, wenn diese Personen Tätigkeiten in Pflege, Arztpraxis oder Krankenhaus ausüben oder einer Risikogruppe angehören, oder wenn es sich um eine Kontaktperson zu einem COVID-19-Fall handelt. Tests erfolgen außerdem im Rahmen der Kontaktpersonennachverfolgung zum Feststellen möglicher Übertragungen. Bei Feststellen einer Infektion in einer Einrichtung kann im Rahmen des Ausbruchsmanagements eine umfangreiche Testung der Kontaktpersonen zur Infektionsquellensuche und/ oder zum Feststellen von möglichen Übertragungen angezeigt sein Es ist nicht möglich, sich "frei" zu testen. Ein negativer Test sagt noch nicht aus, dass keine Infektion vorliegt – sie kann während der Inkubationszeit jeden Tag auftreten und der Test später positiv werden.

Ausführliche Informationen zum Testverfahren erhalten Sie auf der Internetseite des Bundesgesundheitsministeriums: https://www.zusammengegencorona.de/informieren/informationen-zum-test/

Werden besonders relevante Gruppen prioritär getestet?

Ja. Basis für die Entscheidung einer Diagnostik sind die Empfehlungen des Robert Koch Instituts, die in Abhängigkeit von der jeweiligen Situation der Pandemie angepasst werden. Ein Test wird durchgeführt bei Personen, die jegliche Symptome einer Atemwegserkrankung haben. Vorrangig erfolgt die Testung, wenn diese Personen Tätigkeiten in Pflege, Arztpraxis oder Krankenhaus ausüben oder einer Risikogruppe angehören, oder wenn es sich um eine Kontaktperson zu einem COVID-19-Fall handelt. Tests erfolgen außerdem im Rahmen der Kontaktpersonennachverfolgung zum Feststellen möglicher Übertragungen. Bei Feststellen einer Infektion in einer Einrichtung kann im Rahmen des Ausbruchsmanagements eine umfangreiche Testung der Kontaktpersonen zur Infektionsquellensuche und/ oder zum Feststellen von möglichen Übertragungen angezeigt sein. Wie sehen die Testkapazitäten in Schleswig-Holstein aus?

Wie sehen die Testkapazitäten in Schleswig-Holstein aus?

Insgesamt wurden in Schleswig-Holstein bisher gut 110.000 Tests durchgeführt (einschließlich 19. KW). Aktuell werden etwa 18.500 Tests pro Woche durchgeführt, damit steigt die Zahl der Testungen kontinuierlich an, dabei sind die Kapazitäten noch nicht ausgereizt und ein weiterer Ausbau der Kapazitäten möglich.

Welche Regelungen gelten für die Quarantäne?

Wer ordnet Quarantänemaßnahmen an?

Die Anordnung einer Quarantäne erfolgt nach dem Infektionsschutzgesetz durch die örtlich zuständigen Gesundheitsämter. Das kann unter anderem bedeuten, dass Menschen den Ort, an dem sie sich befinden, nicht verlassen oder andere Orte nicht betreten dürfen. Einen Informationsflyer zu einer vom Gesundheitsamt angeordneten Quarantäne finden Sie unter folgendem Link: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Quarantaene/Inhalt.html

Ich stehe unter Quarantäne, muss aber regelmäßig zur Behandlung ins Krankenhaus. Wie gehe ich vor?

Wie hier zu verfahren ist, sollte mit dem örtlichen Gesundheitsamt geklärt werden. Informieren Sie in jedem Fall das Klinikpersonal telefonisch, bevor Sie das Krankenhaus aufsuchen.

Was passiert, wenn jemand gegen die Quarantäneanordnung verstößt?

Wer erstattet mir meinen Verdienstausfall, wenn ich unter Quarantäne stehe? Gilt das auch für Selbstständige?

Wie kann das Virus übertragen werden?

Können Coronaviren über das Berühren von Türklinken übertragen werden?

Grundsätzlich können Coronaviren durch direktes Niesen oder Husten einer infizierten Person auf Türklinken gelangen und eine Zeit lang überleben.
Eine Schmierinfektion einer weiteren Person erscheint dann möglich, wenn das Virus kurz danach über die Hände auf die Schleimhäute des Mund- und Rachenraumes oder die Augen übertragen wird.
Deshalb ist eine gute Händehygiene mit regelmäßigem Händewaschen und Fernhalten der Hände aus dem Gesicht wichtig.

Können importierte Waren aus Regionen, in denen die Krankheit verbreitet ist, Quelle für eine Infektion beim Menschen sein?

Aufgrund der bisher ermittelten Übertragungswege und der relativ geringen Umweltstabilität von Coronaviren ist es nach derzeitigem Wissensstand unwahrscheinlich, dass importiere Waren wie importierte Lebensmittel oder Bedarfsgegenstände und Spielwaren, Werkzeuge, Computer, Kleidung oder Schuhe Quelle einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus sein könnten.

Diese Einschätzung gilt auch nach der jüngsten Veröffentlichung zur Überlebensfähigkeit der bekannten Coronaviren durch Wissenschaftler der Universitäten Greifswald und Bochum.

Kann das Virus auch über Lebensmittel oder Gegenstände wie Geschirr oder Besteck auf den Menschen übertragen werden? 

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat dazu am 6. April 2020 auf der Grundlage der aktuell verfügbaren  wissenschaftlichen Erkenntnisse erklärt: Es gibt derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Auch für andere Coronaviren sind keine Berichte über Infektionen durch Lebensmittel oder den Kontakt mit trockenen Oberflächen bekannt. Übertragungen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, sind allerdings durch Schmierinfektionen denkbar. Aufgrund der relativ geringen Stabilität von Coronaviren in der Umwelt ist dies aber nur in einem kurzen Zeitraum nach der Kontamination wahrscheinlich.

Außerdem ist es nach derzeitigem Wissensstand unwahrscheinlich, dass importiere Waren wie importierte Lebensmittel oder Bedarfsgegenstände Quelle einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus sein könnten. Obwohl eine Übertragung des Virus über kontaminierte Lebensmittel oder importierte Produkte unwahrscheinlich ist, sollten beim Umgang mit diesen die allgemeinen Regeln der Hygiene des Alltags wie regelmäßiges Händewaschen und die üblichen Hygieneregeln bei der Zubereitung von Lebensmitteln beachtet werden. Da die Viren hitzeempfindlich sind, kann das Infektionsrisiko durch das Erhitzen von Lebensmitteln zusätzlich weiter verringert werden.

Die Bewertung des BfR zum neuartigen Coronavirus ist unter folgendem Link zu finden:

https://www.bfr.bund.de/de/kann_das_neuartige_coronavirus_ueber_lebensmittel_und_gegenstaende_uebertragen_werden_-244062.html

Wird das Virus durch Spülen mit der Hand oder in der Geschirrspülmaschine inaktiviert?

Als behüllte Viren, deren Erbgut von einer Fettschicht (Lipidschicht) umhüllt ist, reagieren Coronaviren empfindlich auf fettlösende Substanzen wie Alkohole oder Tenside, die als Fettlöser in Seifen und Geschirrspülmitteln enthalten sind. Wenngleich für das neuartige Coronavirus noch keine spezifischen Daten vorliegen, ist es hoch wahrscheinlich, dass durch diese Substanzen die Virusoberfläche beschädigt und das Virus inaktiviert wird. Das gilt insbesondere auch dann, wenn im Geschirrspüler das Geschirr mit 60 Grad Celsius oder höherer Temperatur gereinigt und getrocknet wird.

Ist eine Ansteckung mit dem Corona-Virus über das Trinkwasser möglich?

Nein, das ist nicht der Fall.
Trinkwasser, das unter Beachtung der allgemein anerkannten Regeln der Technik gewonnen, aufbereitet und verteilt wird, ist sehr gut gegen alle Viren, einschließlich der neuartigen Corona-Viren, geschützt. Bei ähnlichen Viren ist bereits hinreichend untersucht worden, dass Wasser keinen relevanten Übertragungsweg darstellt. Eine Übertragung des Corona-Virus erfolgt vor allem über den direkten Kontakt zwischen Personen.

Umweltbundesamt: Stellungnahme zum Thema Trinkwasser und Coronavirus (12. März 2020)

Kann das Coronavirus durch Lebensmittel übertragen werden?

Obwohl eine Übertragung des Virus über kontaminierte Lebensmittel oder importierte Produkte unwahrscheinlich ist, sollten beim Umgang mit diesen die allgemeinen Regeln der Hygiene des Alltags wie regelmäßiges Händewaschen und die Hygieneregeln bei der Zubereitung von Lebensmitteln beachtet werden, auch um Infektionen mit anderen Erregern zu verhindern.

Ein Merkblatt des BfR über den Schutz vor Lebensmittelinfektionen im Privathaushalt ist unter folgendem Link zu finden: https://www.bfr.bund.de/cm/350/verbrauchertipps_schutz_vor_lebensmittelinfektionen_im_privathaushalt.pdf

Was ist die Husten- bzw. Nies-Etikette?

Die sogenannte Husten- und Nies-Etikette sollte jederzeit von allen, insbesondere von kranken und krankheitsverdächtigen Personen, praktiziert werden. Sie umfasst das Abdecken von Mund und Nase während des Hustens oder Niesens, z.B. mit der Ellenbeuge, einem Einmaltaschentuch oder ggf. mit einer Mund-Nasen-Schutz-Maske, gefolgt von Händewaschen (!). Materialien, die zum Abdecken von Mund oder Nase verwendet wurden, sind nach Gebrauch zu entsorgen oder zu desinfizieren. Handschuhe, Taschentücher, Masken und andere Abfälle, die von kranken Personen oder bei der Pflege und Versorgung von kranken Personen anfallen, sollten vor der Entsorgung mit anderem Hausmüll in einen mit einem Müllbeutel versehenen Behälter im Krankenzimmer geworfen werden. Danach kann dieser Müllbeutel verschlossen in den normalen Müll entsorgt werden (sogenannte Doppelsackmethode). Bei der Benutzung von Mund-Nasen-Schutz-Masken besteht der sinnvollste Schutz, wenn der Infizierte diesen trägt, um zu verhindern, dass Tröpfchen in die Umgebung gestreut werden.

Weitere Informationen:

Bundesinstitut für Risikobewertung: Übertragung durch Lebensmittel und Gegenstände

Uni Greifswald: Coronavirus auf Flächen

Kann das Coronavirus zwischen Haustieren und Menschen übertragen werden?

Gemäß Friedrich-Loeffler-Institut spielen nach dem jetzigen Kenntnisstand Haustiere epidemiologisch keine Rolle bei der Verbreitung von SARS-CoV-2/Covid-19. In seltenen Einzelfällen wurde der Erreger bei Tieren nachgewiesen. So wurde beispielsweise aus einem New Yorker Zoo von der Infektion eines Tigers berichtet, der sich wahrscheinlich bei einem Pfleger angesteckt hatte. Aus Belgien wurde ein Erregernachweis bei einer Katze beschrieben, die im Haushalt einer sich in Quarantäne befindenden Person lebt. Allerdings bedeutet eine mögliche Infektion von Haustieren nicht automatisch, dass sich das Virus in den Tieren vermehren kann und von ihnen auch wieder ausgeschieden wird. Laut Friedrich-Loeffler-Institut gibt es keine Hinweise darauf, dass Haustiere Menschen angesteckt haben. Die Haltung von Katzen wurde nicht als Risikofaktor identifiziert. Es besteht überhaupt kein Grund dafür, Haustiere vorsorglich in Tierheimen abzugeben. Sollte ein Haustier positiv auf SARS-CoV-2 getestet werden, stellt dies keinen Grund dar, das Tier einzuschläfern.

Für Haustiere von in häuslicher Quarantäne befindlichen Personen werden gemäß Friedrich-Loeffler-Institut derzeit keine Maßnahmen wie die Absonderung, Trennung oder Quarantäne empfohlen. Personen, die sich in Quarantäne befinden, sollten geeignete Personen außerhalb ihres Haushaltes um Unterstützung bei der Pflege der Tiere bitten, etwa mit dem Hund spazieren zu gehen. Es sollten nur junge, gesunde Personen als "Gassigänger" tätig werden, je nach Charakter des Hundes Personen mit Hundekenntnissen. Nach dem Ausführen des Hundes sollten stets die Hände gewaschen werden. Ein Infektionsrisiko geht grundsätzlich nicht von dem Hund aus, sondern von den möglicherweise infizierten Besitzerinnen und Besitzern. Katzen von Personen in häuslicher Isolation, die die Wohnung oder das Haus normalerweise verlassen, sollten nach Möglichkeit für die Dauer der Quarantäne im Haus gehalten werden.

Weitere Informationen des Friedrich-Loeffler-Instituts sind zu finden unter: Friedrich-Loeffler-Institut (Stand: 6.4.2020)

Wie wird mit der Ausbildung von Gesundheitsfachberufen verfahren? Darf ich mich fort- und weiterbilden?

Die Schulen können ihren Betrieb nach eigenem Ermessen wieder öffnen. Der Unterrichts unterliegt den hygienerechtlichen Regeln (Mindestabstand etc.). Darüber hinaus gibt es verschiedene individuelle Lösungen zur Handhabung der Situation, z. B. Selbstlernzeiten und E-Learning. In Abstimmung mit den zuständigen Behörden finden auch staatliche Abschlussprüfungen zur Erlangung der Berufszulassung statt, sofern besondere hygienische und räumliche Vorkehrungen (insbesondere kleine Gruppen, Mindestabstände) sichergestellt sind. Hier gelten in erster Linie die von den Kreisen/kreisfreien Städten verfügten infektionsschutzrechtlichen Verfahrensweisen. Die praktische Ausbildung findet grundsätzlich weiter statt und wird teilweise vorgezogen. Dasselbe gilt für alle Auszubildenden in den Pflegefachberufen.

Außerschulische Bildungsmaßnahmen wie Fort- oder Weiterbildungen dürfen unter Beachtung der für Veranstaltungen zulässigen Rahmenbedingungen und unter Einhaltung von Hygienemaßnahmen grundsätzlich stattfinden. Sofern Sie sich für eine Bildungsangebot bereits angemeldet haben, wird der Veranstalter Sie informieren, sofern diese aus Infektionsschutzgründen nicht stattfinden kann. Sprechen Sie in Zweifelsfällen den jeweiligen Veranstalter oder Träger der Bildungseinrichtung an, ob die Qualifizierung stattfinden wird. Sollten Sie an einer bereits gebuchten Veranstaltung nicht mehr teilnehmen wollen oder können, beachten Sie bitte die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Veranstalters oder Trägers.

Welche Bestimmungen gibt es für Reiserückkehrer?

Personen, die auf dem Land-, See-, oder Luftweg aus einem Staat außerhalb der Staatengruppe (Europäische Union, Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz, Großbritannien und Nordirland) nach Schleswig-Holstein einreisen, sind verpflichtet, sich unverzüglich nach der Einreise auf direktem Weg in die eigene Häuslichkeit oder eine andere geeignete Unterkunft zu begeben und sich für einen Zeitraum von 14 Tagen nach ihrer Einreise ständig dort abzusondern. Dies gilt auch für Personen, die zunächst in ein anderes Land der Bundesrepublik Deutschland eingereist sind. Den Reiserückkehrern ist es in diesem Zeitraum nicht gestattet, Besuch von Personen zu empfangen, die nicht ihrem Hausstand angehören Die Reiserückkehrer sind verpflichtet, unverzüglich die für sie zuständige kommunale Gesundheitsbehörde zu kontaktieren und auf die Verpflichtung der häuslichen Quarantäne hinzuweisen. Beim Auftreten von Krankheitssymptomen müssen die Reiserückkehrer die zuständige kommunale Gesundheitsbehörde hierüber unverzüglich zu informieren.

Nähere Informationen können der aktuellen Verordnung zu Quarantänemaßnahmen für Ein- und Rückreisende zur Bekämpfung des Coronavirus des Landes Schleswig-Holstein entnommen werden.

Ausgenommen von der häuslichen Quarantäne nach der o.g. Verordnung sind Personen:

1.) die, beruflich bedingt, grenzüberschreitende Personen, Waren und Güter auf der Straße, der Schiene, per Schiff oder per Flugzeug transportieren,

2.) deren Tätigkeit für die Aufrechterhaltung

  • der Funktionsfähigkeit des Gesundheitswesens,
  • der öffentlichen Sicherheit und Ordnung,
  • der Pflege diplomatischer und konsularischer Beziehungen,
  • der Funktionsfähigkeit des Rechtswesens,
  • der Funktionsfähigkeit von Volksvertretung, Regierung und Verwaltung des Bundes, der Länder und der Kommunen,
  • der Funktionsfähigkeit der Organe der Europäischen Union und internationaler Organisationen

zwingend notwendig ist. Die zwingende Notwendigkeit ist durch den Dienstherrn oder Arbeitgeber zu prüfen und zu bescheinigen.

3.) die sich im Rahmen ihrer Tätigkeit als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Luft-, Schiffs-, Bahn-, oder Busverkehrsunternehmen oder als Besatzung von Flugzeugen, Schiffen, Bahnen und Bussen außerhalb des Bundesgebiets aufgehalten haben,

Weitere Ausnahmen sind:

  • Personen, die zum Zweck einer mindestens dreiwöchigen Arbeitsaufnahme in das Bundesgebiet einreisen (Saisonarbeitskräfte), wenn am Ort ihrer Unterbringung und ihrer Tätigkeit in den ersten 14 Tagen nach ihrer Einreise gruppenbezogen betriebliche Hygienemaßnahmen und Vorkehrungen zur Kontaktvermeidung außerhalb der Arbeitsgruppe ergriffen werden, die einer Absonderung mit einer häuslichen Quarantäne vergleichbar sind. Sowie das Verlassen der Unterbringung nur zur Ausübung ihrer Tätigkeit gestattet ist. Zudem muss der Arbeitgeber die Arbeitsaufnahme vor ihrem Beginn bei der zuständigen Behörde anzeigen und die ergriffenen Maßnahmen zu dokumentieren.
  • Angehörige der Streitkräfte und Polizeivollzugsbeamte, die aus dem Einsatz und aus einsatzgleichen Verpflichtungen im Ausland zurückkehren
  • Personen, die aus Staaten einreisen, für welche aufgrund belastbarer epidemiologischer Erkenntnisse durch das Robert Koch-Institut festgestellt wurde, dass das dortige Infektionsgeschehen eine Ansteckungsgefahr für den Einzelnen als gering erscheinen lässt.
  • Personen, die nur zur Durchreise in die Bundesrepublik Deutschland einreisen. Diese haben das Gebiet des Landes auf unmittelbarem Weg zu verlassen. Die hierfür erforderliche Durchreise durch das Gebiet Schleswig-Holsteins ist gestattet.

Auf Personen, welche die Voraussetzungen der Punkte 1 bis 3 und die weiteren Ausnahmen erfüllen, unterfallen nicht der Quarantäneanordnung. Sie benötigen keine Ausnahmegenehmigung. Allerdings gelten die Punkte nur soweit die dort bezeichneten Personen keine Symptome aufweisen, die auf eine Erkrankung mit COVID-19 im Sinne der dafür jeweils aktuellen Kriterien des Robert-Koch-Instituts hinweisen.

Welche Empfehlungen gibt es für Risikopatienten (nach RKI)?

Besonders wichtig ist die größtmögliche Minderung des Risikos einer Infektion, zum Beispiel durch allgemeine Verhaltensregeln (Hände waschen, Abstand halten zu Erkrankten) und weitere Maßnahmen der Kontaktreduktion. Wichtig ist auch eine aktive Information über das Krankheitsbild, die bei der frühzeitigen Selbsterkennung von Symptomen helfen kann. Erkrankte sollten rasch Kontakt aufnehmen zur Hausarztpraxis oder telefonisch zu anderen beratenden Stellen.

Wenn in der näheren Umgebung (z.B. im privaten oder beruflichen Umfeld) Fälle von COVID-19 bekannt werden, sollte dies ebenfalls entsprechend mitgeteilt werden, um gezielte diagnostische Maßnahmen zu beschleunigen.

Informationen und Hilfestellungen des RKI für Personen mit einem höheren Risiko für einen schweren COVID-19-Krankheitsverlauf finden Sie unter folgendem Link: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogruppen.html

Was müssen Bestatter im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 beachten?

Folgenden Schutzmaßnahmen sind laut RKI-Empfehlung bei Kontakt mit dem Leichnam seitens des Bestatters anzuwenden:

  • Barrieremaßnahmen (Einmalhandschuhe, Schürze und Schutzkittel, wenn ein Risiko besteht, dass Körperflüssigkeiten oder Sekrete freigesetzt werden, zusätzlich Mund-Nasen- und Augenschutz)
  • Strikte Händehygiene
  • Flächendesinfektion - entsprechend KRINKO-Empfehlung
  • Abwasser- und Abfallentsorgung wie bei anderen infektiösen Verstorbenen (rki.de/covid-19-hygiene)

Weitere Informationen dazu finden Sie hier:

https://www.baua.de/DE/Themen/Arbeitsgestaltung-im-Betrieb/Biostoffe/FAQ/FAQ-10.html

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Verstorbene.html

Bei Fragen rund um das Thema Coronavirus

Wir erhalten zurzeit viele Anfragen. Bitte haben Sie Verständnis, wenn die Beantwortung Ihrer Frage etwas länger dauert. Auch die Telefonleitungen sind derzeit voll ausgelastet, deshalb kann es zu längeren Wartezeiten kommen.

Tel Bürgertelefon des Landes Schleswig-Holstein: 0431 / 797 000 01
(werktags von 8-22 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 8-16.30 Uhr)

Mail E-Mail-Postfach: corona@lr.landsh.de

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