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Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren

Portraitfoto Dr. Heiner Garg
Dr. Heiner Garg

Minister für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren

© Eric / fotolia.de

Zahl der Organspenden leicht gestiegen

Datum 14.01.2021

2020 haben 27 Menschen nach ihrem Tod mit einer Organspende Leben gerettet – doch noch immer warten tausende Patient:innen auf ein Spenderorgan.

Trotz der Corona-Pandemie ist die Zahl der Organspender in Schleswig-Holstein 2020 leicht angestiegen. Laut der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) haben 27 Menschen nach dem Tod ein oder mehrere Organe gespendet – vier mehr als im Jahr zuvor.

Nieren sind häufigstes Spenderorgan

Auch die Zahl der vermittelten Organe stieg im Vorjahresvergleich leicht an: Während der internationalen Vermittlungsstelle Eurotransplant 2019 noch 77 Organe zugewiesen wurden, waren es 2020 bereits 81. Am häufigsten gespendet wurden Nieren, gefolgt von Lebern, Lungen, Herzen und weiteren Organen.

144 Mal die Chance auf ein neues Leben

In Schleswig-Holstein wurden im vergangenen Jahr 144 gespendete Organe verpflanzt, das waren 54 mehr als 2019. Dennoch stehen laut DSO noch immer 9.200 Patient:innen in Deutschland auf der Warteliste für eine Transplantation.

Große Zustimmung in der Bevölkerung

Auch wenn laut Umfragen rund 84 Prozent der Deutschen der Organspende grundsätzlich positiv gegenüberstehen, spiegelt sich diese Resonanz nicht in ihrer Spendenbereitschaft wider: Nur etwa 39 Prozent der deutschen Bundesbürger haben ihre Entscheidung in einem Organspendeausweis festgehalten.

Unbegründete Ängste

Oftmals stehen unbegründete Ängste oder Zweifel am Vergabesystem einer Spende im Weg. Daher gilt es, diese Ängste abzubauen – etwa durch den Verweis, dass in Deutschland Organspenden nur dann möglich sind, wenn bei der verstorbenen Person der Hirntod, der unumkehrbare Ausfall der gesamten Hirnfunktionen, festgestellt wurde. Es werden folglich nur Organe von Menschen entnommen, die mit Sicherheit nicht mehr ins Leben zurückkehren.

Zudem stellt Prof. Dr. Felix Braun vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) klar: "Jeder Patient erhält unabhängig von seiner Entscheidung die best mögliche medizinische Therapie." Besonders erwähnenswert sei auch, dass es sich beim Hirntod um die sicherste aller Diagnosen handele. Mehrere Ärzte müssen diese Diagnose unabhängig voneinander erheben. Die Bundesärztekammer überprüft die Transplantationszentren in regelmäßigen Abständen.

Video: Neue Perspektive dank Organspende

Dank einer Organspende ist Heidi Dreher wieder auf den Beinen: Durch eine Erbkrankheit waren Leber und Niere der Kielerin so schwer geschädigt, dass ihr nur noch neue Organe helfen konnten. Während sich ihr Zustand zunehmend verschlimmerte, kam schließlich die erlösende Nachricht: Passende Organe seien gefunden worden. Ein Moment, den sie niemals vergessen wird und für den sie unendlich dankbar ist: "Es war irre, unglaublich. Ich war so durcheinander, dass ich mein Glück gar nicht fassen konnte. Ich bin dann morgens in die Klinik und bin schon am späten Abend operiert worden und alles hat so toll geklappt!"

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