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Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren

Portraitfoto Dr. Heiner Garg
Dr. Heiner Garg

Minister für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren

© nadezhda1906 / fotolia.de

Familienfreundliches Schleswig-Holstein

Datum 28.12.2020

Umfangreiche Verbesserungen für Familien, Kitas und Tagespflegepersonen: Am 1. Januar 2021 tritt die Kita-Reform in Kraft.

In wenigen Tagen geht mit der Einführung des Kita-Reform-Gesetzes ein mehr als dreijähriger Beteiligungsprozess in Schleswig-Holstein zu Ende. "Mit der Reform der Kita-Gesetzgebung hat sich die Landesregierung 2017 auf den Weg gemacht, das Schleswig-Holsteinische Kita-System neu aufzustellen: mit mehr Transparenz der Finanzierungstrukturen, Qualitätsverbesserungen in den Einrichtungen und einer verlässlichen und massiven Erhöhung der Landesmittel", bilanzierte Familienminister Dr. Heiner Garg in Kiel. Zusammen mit den Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Trägern und Eltern sei ein System geschaffen worden, dass den aktuellen und auch zukünftigen Anforderungen gerecht werde. "Das macht mich sehr stolz. Mein herzlicher Dank geht an alle Beteiligten."

Umfangreiche Verbesserungen

"Wir haben den Anspruch das familienfreundlichste Bundesland zu werden", sagte Garg. Das neue Kita-System schaffe die notwendigen Voraussetzungen und Anreize, die für eine gute und an den Bedürfnissen der Eltern orientierte Familienpolitik notwendig seien.  

Niedrigere Beiträge, mehr Wahlfreiheit für Eltern

Ein zentraler Punkt der Kita-Reform war bereits im August in Kraft getreten: der Beitragsdeckel. Dabei hat das Land einen maximalen monatlichen Betrag in Höhe von 288,40 Euro für ein Krippenkind und 226,40 Euro für ein Ü3-Kind festgelegt. Bis zum Inkrafttreten der Reform gehörten die Kita-Beiträge in Schleswig-Holstein mit teilweise mehr als 700 Euro bundesweit zu den höchsten.

Darüber hinaus führt das Land Mindestvorgaben für die Sozialermäßigungen ein und vereinheitlicht die Ermäßigung für Geschwisterkinder. So zahlen die Eltern ab dem zweitältesten Kind nur noch 50 Prozent der Beiträge, das dritte und jedes weitere Kind werden beitragsfrei betreut. Inwieweit auch Schulkinder dabei berücksichtigt werden, ist abhängig vom örtlichen Träger.

Ein weiterer Pluspunkt für die Eltern: Sie können ihr Kind auch in einer Kita außerhalb ihrer Wohngemeinde anmelden, ohne dass sie dafür eine Genehmigung der Heimatgemeinde brauchen. Somit ist es künftig einfacher möglich, sein Kind in der Nähe des Arbeitsplatzes betreuen zu lassen.

Portraitfoto Dr. Heiner Garg

Wir haben den Anspruch, das familienfreundlichste Bundesland zu werden.

Dr. Heiner Garg

Mehr Erzieher:innen, kleine Betreuungsgruppen

Neben der finanziellen Entlastung für Familien regelt die Reform auch die Arbeit in den Kitas neu. So gilt ab dem 1. Januar ein höherer Fachkraft-Kind-Schlüssel in den Gruppen. So müssen künftig zwei volle Stellen pro Kindergartengruppe vorhanden sein, statt wie bisher 1,5. Gleichzeitig wird die maximale Gruppengröße von bislang 25 auf 22 Kinder verringert. In der Regel soll jede Gruppe sogar nur 20 Kinder umfassen.

Neue Regelungen gibt es auch für Tagesmütter und -väter: Für sie gelten künftig Mindestsätze, die nicht unterschritten werden dürfen. Gibt es bereits vor Ort höhere Finanzierungsstandards, können diese auch weiterhin bestehen.

Planungssicherheit für die Kommunen

Für die Städte und Gemeinden bringt die Reform vor allem Transparenz und Verlässlichkeit. So werden die bisher weit verzweigten und unübersichtlichen Einzelregelungen sowie das Finanzierungssystem vereinheitlicht. Außerdem verdoppelt das Land in dieser Legislatur seine Förderung pro Kind von durchschnittlich rund 2.000 Euro im Jahr 2017 auf durchschnittlich rund 4.400 Euro im Jahr 2022 und übernimmt die Kosten für den Elterndeckel. Mithilfe einer Online-Datenbank wird darüber hinaus die Abrechnung zwischen den Kommunen und Land vereinfacht. 

Wissenschaftliche Auswertung geplant

In den kommenden zwei Jahren überprüft ein Fachgremium die Wirkung der Reform. Zu diesem Gremium gehören unter anderem Vertreter:innen des Ministeriums, der kommunalen Landesverbände, der Landeselternvertretung und von Verbänden von Einrichtungsträgern und Kindertagespflegepersonen an. Bis zum 31. Dezember 2023 soll ein erster Bericht vorliegen.

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