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Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren

Portraitfoto Dr. Heiner Garg
Dr. Heiner Garg

Minister für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren

© Kurhahn / fotolia.de

Klarheit in 15 Minuten

Datum 08.10.2018

Seit Oktober sind HIV-Selbsttests in Apotheken und Drogerien frei verkäuflich. Gesundheitsminister Dr. Garg begrüßt diesen Schritt.

Rechte Hand mit einem Blutstropfen auf der Fingerkuppe, linke Hand mit einem HIV-Schnelltest in Form eines Röhrchens, das zum Blutstropfen geführt wird. HIV-Tests sind einfach selbst anzuwenden und liefern nach 15 Minuten ein Ergebnis. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)HIV-Tests sind einfach selbst anzuwenden und liefern nach 15 Minuten ein Ergebnis. © dpa

In Schleswig-Holstein leben rund 330 Menschen, die sich unwissentlich mit HIV infiziert haben, schätzt das Robert-Koch-Institut. Viele Betroffene scheuen den Gang in die Arztpraxis, um sich testen zu lassen – aus Angst vor Vorurteilen oder Stigmatisierungen. Doch damit verzögern sie nicht nur ihre eigene Behandlung, sondern riskieren auch, andere anzustecken. Nun hat der Bundesrat den Weg freigemacht für den Verkauf sogenannter Selbsttests. Sie sind ab Oktober in Apotheken, Drogerien, Beratungsstellen oder online ohne ärztliche Verordnung erhältlich und kosten etwa 20 Euro.

Einfache Anwendung

Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg begrüßte diesen Schritt: "Die Selbsttests sind ein wichtiges niedrigschwelliges Angebot, um den Betroffenen schnell und anonym Klarheit zu verschaffen."

Die HIV-Selbsttests sind einfach anzuwenden: Wenige Tropfen Blut aus der Fingerkuppe reichen aus, innerhalb einer Viertelstunde wird das Ergebnis angezeigt. Nutzer sollten sich, insbesondere beim Online-Kauf, vergewissern, dass der Test ein CE-Prüfzeichen trägt, für die Anwendung durch Laien in Europa zugelassen ist und laut Beschreibung über eine hohe Sensitivität (Empfindlichkeit) und Spezifizität (Genauigkeit) verfügt.

Ob man den Erreger in sich trägt, kann bei einem Selbsttest allerdings erst drei Monate nach einer möglichen Infektion definitiv ausschließen. Insbesondere bei einem positiven Ergebnis ist in jedem Fall ein Labortest erforderlich, der von Arztpraxen oder Gesundheitsämtern unentgeltlich angeboten wird.

Schnelle Diagnose wichtig

"Eine HIV-Infektion ist zu einer sehr gut behandelbaren chronischen Erkrankung geworden. AIDS als Folgeerkrankung der HIV-Infektion bricht bei gut Therapierten in der Regel nicht mehr aus. Daher ist es so wichtig, rechtzeitig die richtige Therapie einzuleiten. Nur wer von seiner Infektion weiß, kann eine adäquate Therapie erhalten und sich und andere schützen. Wir dürfen nicht nachlassen, darüber aufzuklären und daran zu erinnern", betonte Minister Garg.