Landesportal Schleswig-Holstein

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden. Eine Widerspruchsmöglichkeit gibt es hier.

Kristin Alheit: Verantwortung gegen Alkoholmissbrauch zeigen – Vereinbarung für HaLT-Präventionsprojekt mit Krankenkassen und LSSH geschlossen

Staatskanzlei

Kristin Alheit: Verantwortung gegen Alkoholmissbrauch zeigen – Vereinbarung für HaLT-Präventionsprojekt mit Krankenkassen und LSSH geschlossen

Datum 23.05.2014

KIEL. Gesundheitsministerium, Krankenkassen und die Landesstelle für Suchtfragen (LSSH) haben eine Rahmenvereinbarung für das Präventionsprojekt „HaLT – Hart am Limit“ geschlossen. Darin wurde eine finanzielle Förderung durch die Kassen bis Mitte 2016 vereinbart. Ziel ist es, Jugendlichen, die auf Grund eines Rauschtrinkens ins Krankenhaus eingeliefert wurden, zu helfen. Sie sollen unterstützt werden, um für sich Strategien einer Reduzierung des Alkoholkonsums zu entwickeln. 

Gesundheitsministerin Alheit betonte dazu heute (23.5.): „Mit dem HaLT-Projekt werden Jugendliche, die Hilfe brauchen und deren Familien gezielt erreicht. Zum einen durch eine direkte persönliche Beratung, wenn Jugendliche mit Alkoholvergiftungen im Krankenhaus behandelt werden. Zum anderen präventiv durch die Vernetzung und Schulung beteiligter Akteure. Das HaLT-Projekt ist ein wichtiger Teil unserer gemeinsamen Aktivitäten gegen den Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen. Jeder muss Verantwortung für den richtigen Umgang mit Alkohol zeigen. Dazu gehört auch, sich seiner Vorbildfunktion gegenüber Kindern und Jugendlichen bewusst zu sein“. Zudem seien auch restriktive Maßnahmen erforderlich. Das Ministerium hatte daher kürzlich Alkoholtestkäufe zur Überprüfung eines wirksamen Jugendschutzes ermöglicht.

 „Mit dem Projekt „HaLT - Hart am Limit“ wurde ein wirksamer Ansatz entwickelt, der darauf abzielt,  jugendlichen Rauschtrinkern zu helfen sowie die Präventionsarbeit als gesamtgesellschaftliche Aufgabe in den Kommunen zu stärken“, erklärte Armin Tank, Leiter der vdek-Landesvertretung. „Das Projekt trägt auch dazu bei, eine erhöhte Sensibilität bei Kindern und Jugendlichen und der Öffentlichkeit zu den Folgen übermäßigen Alkoholkonsums zu schaffen. Wir bieten den jungen Menschen gute Chancen, ihr eigenes Suchtverhalten zu reflektieren und unterstützen sie dabei, es zu verändern“, erklärte Martin Litsch, Vorstand der AOK NordWest.

Das Projekt HaLT gliedert sich in zwei Bausteine, welche in einem kommunalen Netzwerk umgesetzt werden: Der reaktive Baustein umfasst unter anderem die direkte Kontaktaufnahme zu alkoholintoxikierten Jugendlichen im Krankenhaus, Gruppen/- Einzelangebote für betroffene Jugendliche und deren Eltern sowie die Vermittlung von weiteren Hilfsangeboten. Die Kontaktaufnahme zu den Jugendlichen in der Klinik erfolgt durch Mitarbeiter aus den vor Ort angesiedelten Suchtberatungsstellen. Diese werden vom ärztlichen-/ Pflegepersonal informiert.

Zum proaktiven Baustein gehören die konsequente Umsetzung des Jugendschutzgesetzes, die Sensibilisierung von Eltern oder zielgruppenspezifische Präventionsprojekte. Mit der Unterstützung von Suchtexperten haben in der Vergangenheit beispielsweise  Jugendklicken im Rahmen des Projektes einen gemeinsamen Tag verbracht, um für sich zu erarbeiten, wie sie zukünftig mit Alkohol umgehen wollen. Anlass war, dass ein Kumpel aufgrund von Alkoholkonsum besinnungslos im Krankenhaus aufwachte. In Schleswig-Holstein ist HaLT ein Kooperationsprojekt zwischen der LSSH  und der professionellen Suchthilfe und besteht seit 2004.

Mit der jetzigen Vereinbarung wird das Projekt gestärkt und die Finanzierung gesichert. Es wurde geregelt, dass alle Krankenkassen/-verbände in Schleswig-Holstein einheitlich die Kosten erstatten (rechtliche Grundlage sind die Maßgabe zur Umsetzung des § 20 Abs. 1 SGB V). Damit soll vor allem eine Stärkung der Motivation für den gesundheitsbewussten Umgang mit Alkohol bei den betroffenen Kindern und Jugendlichen erfolgen. Hilfen bei der Entwicklung individueller Strategien zur Reduzierung des Alkoholkonsums als auch die Stärkung persönlicher Kompetenzen und Ressourcen zum gesundheitsgerechten Umgang mit Belastungen stehen im Vordergrund.

Vereinbart wurde zudem, dass das Land - zum Teil in einer Kofinanzierung mit den Kommunen - die vielfältigen Aktivitäten zur Alkoholprävention auf regionaler Ebene im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel durch die Landeskampagne „Aktionsbündnis gegen Alkoholmissbrauch“ und als Projektförderung für ambulante Suchtkrankenhilfe für die Sicherstellung und Weiterentwicklung einer differenzierten und qualifizierten Suchthilfelandschaft unterstützt. Im Jahr 2014 sind dafür insgesamt 40.000 Landesmittel vorgesehen. Federführend für das Projekt und die Koordination ist die Landesstelle für Suchtfragen Schleswig-Holstein (www.lssh.de). Folgende Krankenkassen haben die Vereinbarung unterzeichnet: AOK NORDWEST, BKK-Landesverband NORDWEST, IKK Nord, Knappschaft, Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau und der Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek) für BARMER GEK, Techniker Krankenkasse, DAK-Gesundheit, Kaufmännische Krankenkasse - KKH, HEK - Hanseatische Krankenkasse. HaLT-Standorte mit geschulten Beraterinnen und Beratern gibt es in:

  • Kiel, Evangelische Stadtmission Kiel: Susanne Scheider
  • Bad Oldesloe/ Reinbek: Yvonne Treptow
  • Bad Segeberg, ATS: Bodo Haßler (verantwortlich)
  • Lübeck, Vorwerker Diakonie: Friedemann Ulrich (verantwortlich)
  • Stormarn, SVS Stormarn: Paul Binet

Ansprechpartner LSSH: Dr. Regina Kostrzewa - Geschäftsführerin, Suchtprävention; 0431 / 5403 344; regina.kostrzewa@lssh.de

Flyer: www.lssh.de/images/Texte_als_pdf/HaLT%20Ellternflyer_Endversion.pdf

Verantwortlich für diesen Pressetext: Christian Kohl | Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein | Adolf-Westphal-Straße 4, 24143 Kiel | Telefon 0431 988-5317 | Telefax 0431 988-5344 | E-Mail: pressestelle@sozmi.landsh.de | Das Landeswappen ist gesetzlich geschützt.

Medieninformation vom 23.05.2014 (PDF 154KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Teilen: