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Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

Portraitfoto Dr. Bernd Buchholz
Dr. Bernd Buchholz

Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

© M. Staudt / grafikfoto.de

Licht und Schatten auf dem Arbeitsmarkt

Datum 15.01.2021

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt 2020 sind deutlich sichtbar. Doch es gibt auch positive Nachrichten.

Wie nicht anders zu erwarten war die Corona-Pandemie 2020 die zentrale Herausforderung auf dem Arbeitsmarkt. Dieses Fazit zogen Arbeitsminister Dr. Bernd Buchholz und Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, auf ihrer Jahrespressekonferenz. Und das wird auch 2021 so bleiben. "Die weitere Entwicklung ist nur schwer abschätzbar, aber ich bin vorsichtig optimistisch, dass wir den Arbeitsmarkt recht stabil halten können“, bilanzierte Buchholz.

Deutlich mehr Arbeitslose als 2019

Im Jahresdurchschnitt 2020 waren 92.100 Menschen arbeitslos gemeldet, das waren 12.500 oder 15,6 Prozent mehr als 2019. "Dieser Zuwachs geht vollständig auf das Konto der Pandemie", erklärte Haupt-Koopmann. Das Kurzarbeitergeld habe dabei Schlimmeres verhindert und sich als wichtigstes Instrument in der Krise bewährt. Während des ersten Lockdowns im Frühjahr habe sich zeitweise jeder vierte Betrieb in Kurzarbeit befunden, insgesamt 154.300 Mitarbeiter:innen. Der Blick auf das Jahr 2021 sei indes ungewiss. Doch auch Haupt-Koopmann gab sich optimistisch: "Insgesamt rechnen wir im Jahresschnitt mit keinem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit." Das hänge jedoch auch von der Entwicklung in den nächsten Monaten und der Dauer des Lockdowns ab.

Im Ausblick: Digitale Berufsorientierung

Ein Hauptaugenmerk liegt in diesem Jahr auf der dualen Ausbildung. Buchholz und Haupt-Koopmann waren sich einig: Es darf keinen "Corona-Jahrgang“ auf dem Ausbildungsmarkt geben. "Die Unsicherheit bei Azubis und Unternehmen ist groß, aber gerade in diesem Jahr ist es enorm wichtig, weiterhin auszubilden", betonte Buchholz. Deswegen würden digitale Formate für die Berufsorientierung und Beratung entwickelt. Dazu gehörten zum Beispiel digitale Berufsmessen oder Ausbildungsbotschafter, die Schüler:innen digital über ihren Ausbildungsalltag berichten. Buchholz appellierte an die Betriebe und Jugendlichen, diese neuen Wege auch zu nutzen. Denn: "Wir dürfen keine Jugendlichen dauerhaft verlieren. Und die duale Ausbildung ist außerdem ein wichtiger Baustein der Fachkräftesicherung."

Fachkräfte ausbilden und halten

Der Fachkräftebedarf ist und bleibt hoch, die Corona-Pandemie hat die Lage eher verschärft. Doch Buchholz bekräftigte auch die Chance, die in der Krise steckt: "Sie lehrt uns, dass agile, digitale Geschäftsmodelle, Arbeitsorte und Arbeitszeitmodelle wichtig sind. Dadurch können sich Unternehmen auch attraktiver für Beschäftigte aufstellen." Um den Transformationsprozess der Unternehmen weiter zu unterstützen, startet im dritten Quartal 2021 der "Fachkräfteservice Schleswig-Holstein". "Damit bieten wir den kleinen und mittleren Unternehmen erstmals eine zentrale Anlaufstelle für alle Fragen rund um die Fachkräftegewinnung und –sicherung," sagte der Minister.

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