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Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

Portraitfoto Dr. Bernd Buchholz
Dr. Bernd Buchholz

Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

© M. Staudt / grafikfoto.de

Schiffbau-Kompetenz im Norden

Datum 13.05.2020

Die fünf Minister und Senatoren der Nordländer haben sich mit einem Appell zur Unterstützung der Schiffbaubranche an die Bundesregierung gewandt.

Weltweit schwache Nachfrage und eskalierende Handelskonflikte – schon vor Beginn der Coronakrise standen die Schiffbauer und ihre Zulieferer vor großen Herausforderungen. Trotz der schwierigen Ausgangslage haben sich die deutschen Werften bis vor wenigen Monaten immer erfolgreich in Nischenmärkten etabliert, etwa dem Bau von Kreuzfahrt- und Passagierschiffen sowie Yachten. Doch auch diese Märkte sind nun durch die SARS-CoV-2-Pandemie eingebrochen. Analysten rechnen damit, dass der globale Schiffbau 2021 um bis zu 70 Prozent zurückgehen wird. Von dieser Entwicklung wäre auch die deutsche Schiffbaubranche mit ihren 100.000 Beschäftigten bedroht.

Erhalt der schiffbaulichen Kompetenzen

Vor diesem Hintergrund haben die Wirtschaftsminister und -senatoren der norddeutschen Länder an die Bundesregierung appelliert, die Auswirkungen der Pandemie auf die Schiffbauindustrie zu verringern.

Sie fordern unter anderem:

  1. Bund und Länder sollen künftig einfacher und schneller neue Schiffe kaufen können. Dafür sollen die Entscheidungskriterien bei öffentlichen Vergaben breiter angelegt werden.
  2. Der Bund solle den Wirtschaftsstabilisierungsfonds auch auf den Schiffbausektor anwenden. So könnten die Werften und maritimen Zulieferer mit ihren zehntausenden Arbeitsplätzen als industrielle Kerne in der gesamten Wertschöpfungskette in Deutschland erhalten werden.
  3. Der Bund solle sich für ein europäisches Förderprogramm zur Flottenerneuerung einsetzen. Dies soll mehr privatwirt­schaftliche Schiffsbestellungen in Europa auslösen.

Finanzierungsproblem lösen

Laut Buchholz sei es wichtig, eine Lösung für das seit Jahren bestehende Finanzierungsproblem im Schiffbau zu finden. "Gerade aktuell finden viele Werften keine Bank, die bereit ist, sie zu begleiten. Hier muss die Bundesregierung alle zur Verfügung stehenden Instrumente nutzen und nachschärfen, um zu verhindern, dass Schiffbau in Deutschland aufgrund fehlender Finanzierungen zum Erliegen kommt."

Große Bedeutung der Branche

Die Schiffbauindustrie könne einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Antriebs- und Energiesysteme zu dekarbonisieren und den Klimawandel zu bremsen, sagte Hamburgs Senator Michael Westhagemann. Deshalb müsse die Förderung der Branche insbesondere Technologien in den Bereichen "Energieeffizienz" und "grüne Antriebe" in den Blick nehmen, etwa Wasserstoff.

Schlüsseltechnologie Überwasserschiffbau

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann betonte, dass der Überwasserschiffbau erst Mitte Februar durch den Bundestag zur nationalen Schlüsseltechnologie erklärt wurde: "Hier sollten nationale Ausschreibungen grundsätzlich Vorrang haben. Insbesondere in der aktuellen Situation halte ich es für dringend geboten, dass wir die Wirtschaftskraft der Deutschen Schiffbauindustrie stärken, indem nationale Anbieter bei der öffentlichen Beschaffung Vorrang bekommen."

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