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Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

Portraitfoto Dr. Bernd Buchholz
Dr. Bernd Buchholz

Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

© M. Staudt / grafikfoto.de

Akku statt Diesel

Datum 14.10.2019

Ab 2022 sollen 55 batteriebetriebene Loks die meisten Dieselloks im Land ersetzen. Doch nicht nur die Technik der neuen Züge ist zukunftsweisend.

Drei Jahre hatte das Vergabeverfahren gedauert, nun ist der Liefervertrag perfekt: Der Eisenbahnhersteller Stadler liefert in den kommenden Jahren 55 akkubetriebene Züge vom Typ "FLIRT Akku" an den Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein (NAH.SH). In Kiel unterzeichneten Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz und der Geschäftsführer von Stadler Deutschland, Jure Mikolčić, nun eine entsprechende Vereinbarung.

Der 600 Millionen Euro schwere Auftrag umfasst neben der Anschaffung auch die Instandhaltung für die nächsten 30 Jahre – eine Neuheit in Schleswig-Holstein: "Gerade nach den Erfahrungen auf der Marschbahn, aber auch in anderen Netzen, war es uns wichtig, den Hersteller mit in die Alltagsverantwortung zu nehmen", sagte Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz bei der Unterzeichnung. Die Züge sollen voraussichtlich in Neumünster und Rendsburg gewartet werden.

Leiser, schneller, sauberer

Im Anschluss an die Vertragsunterzeichnung fuhren Buchholz, Mikolčić und zahlreiche Pressevertreter mit einem der neuen Züge die wenige Kilometer lange Strecke nach Oppendorf. Diese sind leiser, verfügen über eine höhere Beschleunigung und sind mit einer Höchstgeschwindigkeit von 160 Kilometern pro Stunde deutlich schneller als ihre Vorgänger. Darüber hinaus laufen die Züge vollelektrisch und emissionsfrei: Auf Strecken mit Oberleitungen laden die Fahrzeuge ihre Akkus auf, die dann die Energie für Fahrten auf Strecken ohne Stromversorgung bereitstellen. Ab Dezember 2022 werden die neuen Züge auf folgenden Strecken unterwegs sein:

  • Kiel – Lübeck-Lüneburg,
  • Bad Oldesloe – Neumünster – Heide – Büsum,
  • Kiel – Husum,
  • Husum – Bad St. Peter Ording,
  • Kiel – Rendsburg und
  • Kiel – Eckernförde – Flensburg

Drei Männer sitzen nebeneinander Vertragsunterzeichnung in Kiel: Verkehrsminister Buchholz (Mitte), Stadler-Geschäftsführer Mikolčić (r.) und Stadler-Vertriebsleiter Steffen Obst. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Vertragsunterzeichnung in Kiel: Verkehrsminister Buchholz (Mitte), Stadler-Geschäftsführer Mikolčić (r.) und Stadler-Vertriebsleiter Steffen Obst. © NAH.SH

Damit werden ab 2022 kaum noch Dieselloks im echten Norden fahren. "Wir schaffen hier ein Stück der nötigen Elektrifizierung des Bahnverkehrs, ohne in die teuren Oberleitungen investieren zu müssen", sagte Buchholz. Die Lösung sei besonders wirtschaftlich und sei über den Investitionszeitraum sogar noch wirtschaftlicher als die Dieseltriebwagen.

Vorreiter in Deutschland

Das im August 2016 gestartete Vergabeverfahren umfasste auch die Wartung der gelieferten Wagen und ist damit in seiner Form einzigartig. "Mit dieser Vergabe wird Schleswig-Holstein bundesweit Vorreiter im Bahnverkehr sein", sagte der Wirtschaftsminister. Er gehe davon aus, dass andere Bundesländer mit großem Interesse auf das schleswig-holsteinische Verfahren blicken werden: "Das Ergebnis stimmt, aber auch der Weg dahin war spannend. Dieser sehr enge Austausch mit den Herstellern scheint mir ein erfolgversprechender Weg zu sein, um Innovationen im Bahnbereich voranzubringen."