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Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

Portraitfoto Dr. Bernd Buchholz
Dr. Bernd Buchholz

Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

© M. Staudt / grafikfoto.de

Bahn muss attraktiver werden

Datum 10.10.2019

Auf der Verkehrsministerkonferenz in Frankfurt a.M. hat Minister Buchholz eine deutliche Stärkung des Schienenverkehrs gefordert.

"Die Attraktivität der Bahn als Alternative zum Individualverkehr muss merklich erhöht werden. Sowohl bei Qualität, Infrastruktur und Innovation weist die Schiene vielfältige Defizite auf", forderte Dr. Bernd Buchholz auf der zweitägigen Konferenz der Verkehrsminister.

Wenn bis 2030 eine Verdopplung der Reisendenzahlen erreicht und der Anteil der Güterverkehrstransporte auf der Schiene erhöht werden soll, bedürfe es einer Qualitäts- und Investitionsoffensive, darüber waren sich die Verkehrsminister einig. Buchholz forderte unter anderem, den Deutschlandtakt zügig zu etablieren sowie eine Anpassung der Regionalisierungsmittel, die der Bund den Ländern für den Schienenpersonennahverkehr zahlt. "Zudem muss die Digitalisierung des Schienenverkehrs zu einer Leistungssteigerung des Schienennetzes beitragen", fügte er hinzu.

Pro-Kopf-Investition erhöhen

Gemeinsam mit seinen Länderkollegen forderte Buchholz eine Verstetigung der Investitionen auf 150 Euro pro Jahr pro Kopf in Deutschland: "Heute werden rund 77 Euro pro Jahr pro Kopf der Bevölkerung in Deutschland in die Schiene investiert. Europaweit ist das schlechter Durchschnitt. In der Schweiz werden pro Jahr pro Kopf 365 Euro investiert.

Bahn stärker steuern

Bei Qualität und Entwicklung müsse laut Buchholz ein Umdenken in der Bundespolitik stattfinden. Es brauche eine starke Steuerung und Kontrolle der Deutschen Bahn (DB) durch den Bund, da die DB allein nicht in der Lage sei, Qualität und Angebote vernünftig zu entwickeln: "Da gibt es viel zu viele Akteure und verschiedene Gesellschaften." Er verwies auf die vielfältigen Qualitätsprobleme in Schleswig-Holstein wie bei der Marschbahn oder den "Kinderkrankheiten" der neuen Doppelstockwagen zwischen Flensburg, Kiel und Hamburg.

Pilotregion echter Norden

Dabei sei Schleswig-Holstein relativ überschaubar: "Rechts eine Küste, links eine Küste, im Süden Hamburg an der Elbe und im Norden zwei Schienenwege nach Dänemark", sagte Buchholz. Das Land biete sich geradezu an, eine Pilotregion für die Schiene zu werden.