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Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

Portraitfoto Dr. Bernd Buchholz
Dr. Bernd Buchholz

Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

© M. Staudt / grafikfoto.de

Vom Flüchtling zur Fachkraft

Datum 27.09.2019

Pilotprojekt gestartet: Land, Unternehmen und Deutsches Rotes Kreuz unterstützen die Ausbildung von Flüchtlingen in der Logistik.

Laut einer Studie könnten auf Schleswig-Holsteins Arbeitsmarkt im Jahr 2035 bis zu 300.000 Fachkräfte fehlen. Dem will das Land mit der 2012 gestarteten Fachkräfteinitiative Schleswig-Holstein (FI.SH) entgegentreten. Ein neues Projekt im Rahmen dieser Initiative soll nun die Ausbildung junger Flüchtlinge in der Logistikbranche unterstützen.

Den Startschuss für das Vorhaben hat Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Thilo Rohlfs gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Jürgen Hoffmeister, der DRK-Vorstandssprecherin Anette Langner und dem Vorstandsmitglied des Unternehmensverbandes Logistik, Bernd Moser, in Kiel gegeben.

Land fördert Ausbildung und Integration

Rohlfs übergab hierzu einen Förderbescheid über 878.000 Euro an den Leiter des "Mobilen Integrationsteams" (MiT) vom DRK Kiel, Björn Prühs. Seine Mitarbeiter vermitteln die am Projekt teilnehmenden Flüchtlinge an Betriebe und unterstützen sie im weiteren Ausbildungsverlauf. Angesichts des Fachkräftemangels und mehr als 1.300 offener Stellen in der Verkehrs- und Logistikbranche sei dieser Vorstoß gut angelegtes Geld, betonte Rohlfs. Insgesamt betragen die Kosten rund eine Million Euro.

Das Projekt steht allen schleswig-holsteinischen Logistik-Unternehmen offen, die sich für die Ausbildung von Flüchtlingen engagieren und ihrem Fachkräftemangel entgegenwirken wollen.

Flüchtlingen eine Perspektive geben

Ein junger Mann steigt in das Führerhaus eines LKW ein. Mostafa Sharifi macht bei der Hauptgenossenschaft Nord eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Mostafa Sharifi macht bei der Hauptgenossenschaft Nord eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer. © M. Fischer / fischertext.de

Der erste Flüchtling, der über das Projekt einen Ausbildungsplatz bekommt, ist Mostafa Sharifi. Er wird für die Hauptgenossenschaft Nord arbeiten, einem der größten Agrarhandelsunternehmen Deutschlands. Der 25-Jährige Sharifi war vor vier Jahren allein nach Deutschland geflohen – ein Jahr später kamen seine Mutter und seine Schwester nach.

"Ohne die Unterstützung des DRK wäre ich das Risiko, einen Flüchtling einzustellen, der nur sechs Jahre in Kabul zur Schule gegangen ist, vermutlich nicht eingegangen", erklärte Dirk Westphal, Ausbildungsleiter der Hauptgenossenschaft Nord. Da Sharifis Kenntnisse für eine Ausbildung nicht ausreichten, hatte das DRK ihm zunächst einen Deutsch- und Mathekurs vermittelt. Die Mitarbeiter des MiT werden ihm darüber hinaus auch während der gesamten Ausbildung zur Seite stehen.

Pilotprojekt soll ausgedehnt werden

Rohlfs dankte der Hauptgenossenschaft Nord für ihr Engagement und die Teilnahme am Projekt. Zugleich hob er hervor, dass Land, Arbeitsagentur und Wirtschaft gezielt Branchen unterstützen, die besonders vom Fachkräftemangel betroffen sind. "Teil des Logistik-Pilotprojektes ist daher auch, zu prüfen, ob sich dieses Modell auf andere Bereiche wie etwa die Pflege oder den Hotel- und Gaststättenbereich übertragen lässt", kündigte Rohlfs an.