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Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

Portraitfoto Dr. Bernd Buchholz
Dr. Bernd Buchholz

Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

© M. Staudt / grafikfoto.de

Cannabis aus Schleswig-Holstein

Datum 08.08.2019

In Neumünster entsteht eine hochmoderne Produktionsstätte für medizinisches Cannabis. Ende 2020 soll erstmals geerntet werden.

Die erste legale Cannabis-Produktionsanlage Deutschlands steht im echten Norden: In Neumünster will die Firma Aphria Deutschland GmbH künftig medizinisches Cannabis anbauen. Zum Richtfest war auch Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz gekommen. "Der Bau dieser Anlage setzt positive Impulse für den Wirtschafts- und Gesundheitsstandort hier in Schleswig-Holstein", betonte Buchholz in seinem Grußwort. "Die Wettbewerbsfähigkeit der schleswig-holsteinischen Wirtschaft lebt von der Ansiedlung innovativer Unternehmen.“ In Neumünster entstehen nach Unternehmensangaben mehr als 50 Arbeitsplätze, darunter voraussichtlich 37 Vollzeitstellen.

Rezeptpflichtiges Medikament

Medizinisches Cannabis kommt unter anderem in der Schmerztherapie zum Einsatz. Seit März 2017 können Ärzte cannabishaltige Medikamente auf einem Betäubungsmittelrezept verschreiben – unter strengen Vorgaben. Bisher wurden die für die Produktion benötigten Cannabis-Blüten aus dem Ausland importiert, unter anderem aus Kanada.

Höchste Qualität, höchste Sicherheit

Mehrere Männer stehen hinter einem Holzbalken und schlagen Nägel ein Richtfest Produktionsanlage Cannabis (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Symbolisches Einschlagen der letzten Nägel (v.li.): Minister Buchholz, MdB Dr. Wieland Schinnenburg, Neumünsters Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras sowie Aphria-Geschäftsführer Hendrik Knopp. © Wirtschaftsministerium

Die neue Anlage in Neumünster soll Patienten in Deutschland mit pharmazeutischem Cannabis in höchster Qualität versorgen. Auf dem mehr als 6.000 Quadratmeter großen Gelände dürfen vier Jahre lang 1.000 Kilogramm Cannabis-Blüten pro Jahr erzeugt werden. Mit der ersten Ernte wird ab der zweiten Hälfte des Jahres 2020 gerechnet.

Die Anlage in Neumünster ist hochsicher und geht über die Einhaltung der Vorschriften des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hinaus. Für die Plantage wurden rund 14.000 Tonnen Stahlbeton verbaut, die Wände sind 24 Zentimeter dick. Darüber hinaus sollen Überwachungskameras und Schleusensysteme die wertvolle Ware schützen.

Standortvorteil für den echten Norden

Die Aphria Deutschland GmbH hat sich auf den Anbau, die Weiterverarbeitung und den Vertrieb von medizinischen Cannabisprodukten spezialisiert. Neben dem Produktionsstandort in Neumünster plant das Unternehmen in Bad Bramstedt ein Hochsicherheitslager für importiertes Cannabis. Darüber hinaus kooperiert das Unternehmen mit Wissenschaftlern der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. In zwei Forschungsprojekten sollen der Luft- und Wasserhaushalts der Cannabispflanzen sowie ihre Ernährung optimiert werden.