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Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

Portraitfoto Dr. Bernd Buchholz
Dr. Bernd Buchholz

Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

© M. Staudt / grafikfoto.de

Grünbrücken-Kontrolle durch Profis

Datum 22.07.2019

Über Grünbrücken können Wildtiere gefahrlos Autobahnen queren. Um diesen Nutzen zu optimieren, werden die Brücken nun professionell überwacht.

Damit Rehe, Füchse und andere wilde Tiere nicht überfahren werden, vernetzen Grünbrücken ihre Lebensräume rund um die Autobahnen im echten Norden. Die gesetzlich vorgeschriebene und bislang ehrenamtlich organisierte Überwachung dieser Zonen, das sogenannte Wildtier-Monitoring, wird professionalisiert. An der A 21, der A 24 und der A 20 übernimmt es künftig die "Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein".

Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz hat hierfür zusammen mit Torsten Conradt, Direktor des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH), einen Förderbescheid über 222.000 Euro an Stiftungs-Geschäftsführer Dr. Walter Hemmerling und dessen Projektleiter Dr. Björn Schulz übergeben.

Querungen für Zukunft sichern

"Nur eine lückenlose und professionelle Kontrolle der Querungen stellt sicher, dass die bislang nachgewiesene hohe Wirksamkeit unserer Grünbrücken und Durchlässe für die Vernetzung von Tier- und Pflanzenlebensräumen auch dauerhaft erhalten bleibt", sagte Buchholz. Da das ehrenamtliche Monitoring mittlerweile das Zeitbudget vieler Beteiligter und Helfer überschreite, sei es an der Zeit, die Aufgabe durch finanzielle wie fachliche Hilfe auch für die Zukunft abzusichern.

In einem ersten Schritt übernimmt die Stiftung Naturschutz das Monitoring für die Bauwerke in der Obhut des LBV.SH, später sollen auch die Grünbrücken an der A 7 folgen, die im Verantwortungsbereich der Projektgesellschaft DEGES liegen.

O-Ton

Minister Buchholz zum Wildtiermonitoring:

Erst Ablehnung, dann Erfolg

Nach der Errichtung der ersten Grünbrücke bei Kibitzholm (A 21) wurde der LBV.SH "in den Medien heftig gescholten", erinnerte sich LBV.SH-Chef Conradt. "Letztlich ist unser Beitrag für die Biodiversität aber mehr als belohnt worden. Deshalb freue ich mich sehr, dass wir diese erfolgreiche Projektarbeit jetzt beim Monitoring sinnvoll fortsetzen können."

Der Wert der Grünbrücken

Ein Beispiel für den Wert der Grünbrücken: Zwischen der A 7 und der A 21 haben Straßenbau, Stiftung Naturschutz und zahlreiche Landeigentümer seit 2013 eine funktionierende Biotopvernetzung geschaffen. Dadurch können sich inzwischen auch seltene und bedrohte Arten über Autobahnen hinweg wieder ausbreiten.

Weitere Autobahn-Grünbrücken gibt es in Schleswig-Holstein bei Brokenlande und Clashorn (A 7), Strukdorf (A 20) und Segrahn (A 24). Außerdem wurden zahlreiche größere Wildtier-Tunnel oder kleinere Durchlässe errichtet. Bei Stolpe ist eine weitere Unterführung frisch bewachsen und als Nächstes entstehen im Kreis Plön im Zuge des Ausbaus der B 404 zur A 21 neue Querungstunnel bei Nettelsee und Warnau.

Menschen sollen Querungen meiden

Buchholz hält das neue Monitoringkonzept für den richtigen Weg – und appellierte zugleich mit Blick auf zahlreiche ungebetene Besucher in und auf den Wildtier-Querungen: "Wir hoffen sehr, dass die Neugier der Menschen bald ein Ende hat. Die Brücken müssen zukünftig der Natur vorbehalten bleiben." Damit verwies er auf die bisherigen "Fotofallen"-Bilder, die oft mehr Menschen als Tiere zeigten.

Zusätzliche Informationen: https://www.stiftungsland.de/service/downloads/