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Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

Portraitfoto Dr. Bernd Buchholz
Dr. Bernd Buchholz

Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

© M. Staudt / grafikfoto.de

Großer Schritt für Itzehoe

Datum 24.05.2019

Endspurt im Wettbewerb um eine Batteriezell-Forschungsfabrik: Die Landesregierung hat nun ihre Bewerbung für den Standort Itzehoe vorgelegt.

Windräder und Solarzellen sind die wichtigsten Säulen der Energiewende. Doch was ist, wenn die Sonne nicht scheint oder der Wind nicht weht? Die Antwort auf diese Frage sind Batterien, in denen überschüssige Energie gespeichert werden kann, bis sie gebraucht wird. Im September 2018 hatte die Bundesregierung angekündigt, eine Batteriezell-Forschungsfabrik einzurichten. Sie soll in Zukunft den Übergang von neuen Batteriekonzepten in die industrielle Massenproduktion beschleunigen.

An der laufenden Ausschreibung nimmt auch die Landesregierung teil – in engem Schulterschluss mit dem Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie (ISIT). Nun haben die Partner die Bewerbungsunterlagen offiziell eingereicht. "Auch wenn wir uns bei dem 550-Millionen-Euro-Projekt einer enormen Konkurrenz durch Länder wie Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen gegenübersehen – einen Gewinn können wir heute schon verbuchen: Wir haben unsere Kompetenzen auf dem Feld der Speichertechnologien in den letzten Monaten so effizient gebündelt, dass wir auch für weitere Projekte einen ausgezeichneten Nährboden haben", sagte Technologiestaatssekretär Dr. Thilo Rohlfs. Als Standort für die Fabrik ist Itzehoe vorgesehen.

Industriestandort der Zukunft

Rohlfs dankte allen Beteiligten für die intensive Arbeit an der Bewerbung sowie der Stadt Itzehoe und dem Kreis Steinburg für die regionale Unterstützung des Projekts. "Hier hat sich eine ganze Region mit großer Begeisterung untergehakt, um dieses Vorhaben zu unterstützen. Diesen Schwung nehmen wir mit, um Schleswig-Holstein noch mehr zum Land der Energiewende zu machen." Die in Europa angestrebte Mobilitätswende sei nur dann konsequent, wenn Batterien mit sauberem Strom produziert würden, sagte der Staatssekretär. Die schleswig-holsteinische Westküste habe mit ihrer regenerativen Energie eindeutig das Potenzial, der Industriestandort der Zukunft zu werden.

Vier Männer stehen nebeneinander und halten Schreiben in der Hand. Gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten Mark Helfrich (v. l.), Itzehoes Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen und ISIT-Chef Dr. Axel Müller-Groeling stellte Staatssekretär Rohlfs (2. v. r.) die Pläne der Landesregierung vor. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten Mark Helfrich (v. l.), Itzehoes Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen und ISIT-Chef Dr. Axel Müller-Groeling stellte Staatssekretär Rohlfs (2. v. r.) die Pläne der Landesregierung vor. © Staatskanzlei

145 Millionen Euro vom Land

Im Falle eines Zuschlags will die Landesregierung für den Bau der Forschungsfabrik 145 Millionen Euro bereitstellen und die Batterieforschung zu einem Förderschwerpunkt machen. Die Stadt Itzehoe und der Kreis Steinburg haben zugesagt, sich finanziell mit insgesamt 15 Millionen Euro an dem Projekt zu beteiligen. ISIT-Chef Dr. Axel Müller-Groeling betonte, Itzehoe biete die eine einzigartige Kombination aus örtlichen Rahmenbedingungen, Kompetenzen und Partnern.

Breite Unterstützung

Der geplante Neubau der Batterieforschungsfabrik solle direkt an das Fraunhofer ISIT angrenzen, wo seit Jahren universitäre und angewandte Wissenschaften Hand in Hand mit der Industrie gehen, sagte Müller-Groeling. Und auch sonst ist das ISIT bestens ausgerüstet: Es unterhält mehrere Reinräume mit einer Gesamtfläche von fast 4.000 Quadratmetern und verfügt über erfahrenes Personal.

Zahlreiche mittelständische Unternehmen hatten im Vorfeld angekündigt, die Arbeit der Forschungsfabrik im Falle eines Zuschlags zu unterstützen. Dies beweist laut Müller-Groeling das enorme Interesse und die Motivation der Partner aus der überwiegend mittelständischen Industrie. Auch der in der Region starke maritime Sektor – einschließlich Schiff- und U-Boot-Bau – sowie Branchenvertreter aus dem Bereich der erneuerbaren Energien haben Interesse bekundet. Darüber hinaus sind schon heute Unternehmen rund um Itzehoe ansässig, die die komplette Recyclingkette von Lithium-Akkus abdecken.

Klimafreundliche Produktion

2025 steht in Schleswig-Holstein voraussichtlich mehr als doppelt soviel Strom aus erneuerbaren Energien zur Verfügung als verbraucht wird. Ein Teil dieses "grünen" Stroms könnte auch für die Forschungsfabrik genutzt werden – das würde den sogenannten CO2-Fußabdruck der produzierten Batteriezellen drastisch reduzieren.

Video: Das ISIT im Porträt