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Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

Portraitfoto Dr. Bernd Buchholz
Dr. Bernd Buchholz

Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

© M. Staudt / grafikfoto.de

Standort für Schlüsseltechnologie

Datum 01.03.2019

Schleswig-Holstein will sich um Bundesmittel für den Bau einer Forschungsfabrik für Energiespeicher in Itzehoe bewerben.

Für die Energiewende und die E-Mobilität sind Energiespeicher eine Schlüsseltechnologie. Die Nachfrage nach immer leistungsstärkeren Speichern ist entsprechend groß. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek hat jüngst Investitionen in Höhe von 500 Millionen Euro angekündigt, mit denen der Aufbau einer Energiespeicher-Forschungsfabrik in Deutschland gefördert werden soll.

Die Landesregierung sowie Unternehmen und Forscher wollen diese Fabrik auf das Gelände des Fraunhofer-Instituts für Siliziumtechnologie (ISiT) nach Itzehoe holen. Das Land will den Bau im Falle eines Zuschlags mit einem zweistelligen Millionenbetrag unterstützen.

Noch sind die genauen Kriterien der Ausschreibung nicht bekannt. Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Thilo Rohlfs traf sich deshalb mit rund 25 Experten am Innovationszentrum in Itzehoe (IZET), um die Alleinstellungsmerkmale des potenziellen Fabrik-Standorts herauszuarbeiten.

O-Ton

Staatssekretär Rohlfs zu den Standortvorteilen in Itzehoe:

Ideale Standortbedingungen

"Für die Landesregierung steht schon jetzt außer Frage, dass Itzehoe mit seinem ISiT und dem IZET der perfekte Standort für die Forschungsfabrik ist", sagte Rohlfs. Allein die hohe Verfügbarkeit nachhaltig produzierten Stroms mache die Westküste zum idealen Standort für Energiespeicher und die Produktion von Batteriezellen.

Hinzu kämen die europaweit bekannten Batteriehersteller Liacon und Custom Cells, die beide in Itzehoe ansässig sind und schon heute ein erfolgreiches Umfeld für den Test von innovativen Speichertechnologien seien.

Potenzial auch bei Wasserstofftechnologien

Zudem biete der Steinburger Nachbarkreis Dithmarschen beste Voraussetzungen, sich zu einem überregionalen Kraftzentrum der Wasserstoffwirtschaft zu entwickeln. Immerhin würden rund 40 Prozent aller Kohlendioxid-Emissionen aus Quellen stammen, die nicht direkt mit erneuerbarem Strom betrieben werden könnten. Der Ausweg führe hier zwingend über den Energieträger Wasserstoff, der allerdings erneuerbar und nicht auf Basis fossiler Brennstoffe erzeugt werden müsse, erklärte der Staatssekretär.

Ein Zusammenschluss von Unternehmen unter Beteiligung der Raffinerie Heide arbeite bereits an einer Bewerbung für die ebenfalls vom Bund ausgelobten "Reallabore der Energiewende" mit dem Schwerpunkt Wasserstofftechnologie, sagte Rohlfs. Damit will das Bundeswirtschaftsministerium den Grundstein für die industrielle Produktion von Wasserstoff legen.

Anteil an Zukunftsmarkt sichern

Laut Rohlfs sei dieses Vorhaben längst überfällig: "Wir sind in Deutschland gerade dabei, unseren Technologievorsprung, den wir auf diesem Feld noch haben, zu verspielen." In Japan, Australien, China und Korea würde das Thema mit Hochdruck vorangetrieben.

"Wenn wir unseren heimischen Herstellern einen Anteil an dem absehbaren Milliardenmarkt der Zukunft verschaffen wollen, müssen wir hierzulande endlich in die Vorhand kommen", mahnte er.