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Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

Portraitfoto Dr. Bernd Buchholz
Dr. Bernd Buchholz

Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

© M. Staudt / grafikfoto.de

Sofortprogramm für die Marschbahn

Datum 26.09.2018

DB Regio kündigt an, 16 Millionen Euro zusätzlich für die Verbesserung des Betriebs auf der Marschbahn bereitzustellen.

Die Bahn bewegt (sich): Dr. Jörg Sandvoß, Vorstandsvorsitzender der DB Regio AG, hat in Kiel im Beisein von Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz ein neues Millionen-Euro-Sofortprogramm für die Marschbahn vorgestellt, mit dem die Betriebsqualität auf der Marschbahn spürbar verbessert werden soll. Kernpunkte dieses Programms sind: zusätzliche Fahrzeuge, mehr Mitarbeiter sowie ein intensiver Instandhaltungs-Plan für alle Wagenparks und Loks.

"Wir müssen und werden für einen verlässlicheren Betrieb auf der Strecke zwischen Hamburg-Altona und Westerland sorgen", sagte Dr. Sandvoß, "und ich bin überzeugt, dass wir mit dem Sofortprogramm Verbesserungen für unsere Kunden erreichen."

Lieber gute Qualität als Sondermalus

Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz begrüßte die Ankündigung der DB Regio. "Ich wäre froh, wenn ich zukünftig keinen Sondermalus mehr erheben müsste. Daher hoffe ich sehr, dass diese Maßnahmen endlich auch zu einer spürbaren Verbesserung für die Reisenden führen", stellte Buchholz fest. Daneben forderte der Minister auch eine verbesserte Kommunikation von der DB Regio gegenüber ihren Kunden: "Die Reisenden dürfen auf den Bahnsteigen nicht alleine gelassen werden."

Umfangreiches Sofortprogramm

Die Kernpunkte des neuen Sofortprogramms Marschbahn der DB Regio sind:

  • Instandhaltung PLUS für die Loks: Zusätzlich zu den sogenannten Rollkuren des Herstellers Bombardier veranlasst DB Regio den vorsorglichen Tausch der Turbolader und anderer wichtiger Komponenten.
  • Instandhaltung PLUS für die Wagenparks: Vorgezogene und zusätzliche Revision der Klimaanlagen und vorsorglicher Tausch der elektrisch-mechanischen Türkomponenten für eine stabilere Zugsteuerung bei der Abfertigung.
  • Deutlich mehr Werkstatt-Personal: Die DB setzt 23 zusätzliche Werkstatt-Mitarbeiter ein. So wird stufenweise eine 24/7-Instandhaltung eingeführt. Bordtechniker begleiten täglich Fahrten, um Unterwegs-Reparaturen bei kleineren Schäden durchzuführen. Und in einer neuen Servicestelle in Westerland beheben Mitarbeiter bei abgestellten Zügen Kleinschäden.
  • Mehr Lokführer: Bis zum Einsatz neu ausgebildeter Triebfahrzeugführer stehen ab Mitte Oktober und damit sehr kurzfristig neun Lokführer aus anderen Regionen und Geschäftsfeldern zusätzlich für das Netz West zu Verfügung. Schrittweise bis Ende des Jahres werden dann weitere 14 Triebfahrzeugführer, die für einen stabileren Betrieb anderer Netze in Schleswig-Holstein beitragen sollen, eingearbeitet und eingesetzt. DB Regio in Schleswig-Holstein hat bereits eine deutlich ausgeweitete Ausbildungsoffensive gestartet – alle zwei Monate beginnen nun zwölfmonatige Lehrgänge mit jeweils neun Teilnehmern.
  • Mehr Fahrzeuge: Die DB setzt zusätzlich zu den vom Land zur Verfügung gestellten Fahrzeugen bis zu fünf weitere eigene Loks der BR 245 sowie drei weitere Wagenparks auf der Marschbahn-Strecke ein.

Großer Investitionsschub

Zusammen mit dem heute angekündigten Sofortprogramm investiert die Deutsche Bahn insgesamt knapp 180 Millionen Euro. Denn die DB Netz AG hatte bereits im Juli 2018 ein umfangreiches Sanierungsprogramm für die Infrastruktur beschlossen.

Die DB Station & Service AG verlängert an den fünf Bahnhöfen Keitum, Morsum, Klanxbüll, Langenhorn und Bredstedt zudem die Bahnsteige. Damit können dort ab Ende 2019 längere Züge mit deutlich mehr Sitzplätzen halten. Investitionssumme gesamt: 7,5 Millionen Euro, die Hälfte davon trägt das Land Schleswig-Holstein.

Ausbau der Infrastruktur bleibt Ziel

Verkehrsminister Dr. Buchholz wies darauf hin, dass mit diesen Finanzmitteln, von kleinen Verbesserungen abgesehen, lediglich der störungsfreie Ist-Zustand gewährleistet werden könne. "Für einen Ausbau der Infrastruktur brauchen wir dringend die Zusage des Bundes, dass die Marschbahnstrecke endlich in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen wird", sagte der Minister.