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Gutachten zur Hafenkooperation

Staatskanzlei

Gutachten zur Hafenkooperation

Datum 06.12.2016

Kaum Spielraum für enge Kooperation der Häfen Kiel und Lübeck, aber Chance für "Green-Port-Konzept"

Sechs Männer halten Unterlagen in der Hand und schauen in die Kamera. Bürgermeister und Hafenchefs aus Kiel und Lübeck zum Gespräch bei Minister Meyer (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Prof. Dr. Carlos Jahn (EML), Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe und sein Hafenchef Ulfbenno Krüger, Minister Reinhard Meyer, Kiels Hafenchef Dr. Dirk Claus und Kiels Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer (von rechts) © Wirtschaftsministerium

Eine enge Kooperation der Häfen Kiel und Lübeck ist wegen der äußerst unterschiedlichen Strukturen und Geschäftsmodelle an beiden Standorten aus Sicht von Fachleuten kaum umsetzbar.

Ein vom Land beauftragtes Gutachten des Fraunhofer-Centers für Maritime Logistik (CML) kommt aber zu dem Ergebnis, dass ein Schulterschluss beider Hafenunternehmen auf weichen Kooperationsfeldern wie einem gemeinsamen Marketing, einem gemeinsamen Einkauf oder auf dem Feld des Maritimen Umweltschutzes durchaus machbar wäre. Die Hafenchefs hatten gegenüber den Gutachtern weitergehenden Kooperationen aufgrund der Wettbewerbssituation eine klare Absage erteilt.

"Green-Port-Konzept"

Wie Wirtschaftsminister Reinhard Meyer nach einem Gespräch mit den Bürgermeistern und Hafenchefs beider Städte sagte, greife man diesen "kleinsten gemeinsamen Nenner" nun auf und bereite die Entwicklung eines "Green-Port-Konzepts" vor. Dabei gehe es vor allem um das Ausloten von Synergien bei der Entsorgung von Schiffsabwässern oder anderer Schiffsabfälle sowie um technologische Lösungen beim Einsatz alternativer Schiffstreibstoffe wie Methanol oder LNG (Liquefied Natural Gas). "Ein solches "Green-Port-Konzept", das mit Kiel und Lübeck beginnen kann, wäre auch offen für eine Beteiligung der anderen Häfen im Lande. Auch ist eine Förderung von investiven Maßnahmen im Rahmen dieses Konzepts möglich", so Meyer.

Mehr gemeinsames Marketing

Zahlreiche Container stehen auf dem Hafengelände, ein Schiff im Hintergrund. Container in Lübeck-Travemünde (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Trailer in Lübeck-Travemünde © M. Staudt / grafikfoto.de

Mit Blick auf das von CML empfohlene engere gemeinsame Marketing beider Ostseehäfen erinnerte Meyer daran, dass es zwar bereits seit Jahren gemeinsame Messeauftritte gäbe. Aber sowohl das Gutachten als auch das Gespräch mit allen Beteiligten habe deutlich gemacht, dass gemeinsames Marketing nur dann gut funktioniere, wenn die beworbenen Märkte außerhalb von Europa liegen. So würden Kiel und Lübeck bereits seit Jahren gemeinsam Flagge auf der "Miami Cruise"-Messe zeigen - im nahen europäischen Ausland, insbesondere in Skandinavien, aber getrennte Wege gehen.

"Wir müssen also anerkennen, dass beide Häfen für sich eigene Entwicklungsstrategien verfolgen und der Wettbewerb untereinander, aber auch mit anderen europäischen Häfen, einer gemeinsamen Strategie klare Grenzen setzt", sagte Meyer. Dennoch sollten sich beide Häfen weiterhin bemühen solche Kooperationsfelder auszumachen, bei denen der Wettbewerb nicht ausgehebelt werde.

Stärken der Häfen Lübeck und Kiel

Die Lübecker Hafen-Gesellschaft mbH (LHG) ist Deutschlands größter Hafenbetreiber an der Ostsee mit einem Jahresumschlag von rund 25 Millionen Tonnen. An ihren vier Hafenterminals werden hochfrequente Seeverkehre in den Ostseeraum angeboten. Die Ladeeinheiten werden gebündelt und durch leistungsfähige Systeme mit dem Hinterland verbunden. Die LHG ist Partner der Papier- und Automobilindustrie.

Der "Port of Kiel" ist an der Ostsee Marktführer für Norwegen, Westschweden, die Verkehre ins Baltikum sowie Start- und Zielhafen im Kreuzfahrtgeschäft. Der Jahresumschlag in Kiel liegt bei 6,5 Millionen Tonnen.