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Chancen durch digitalen Wandel

Staatskanzlei

Chancen durch digitalen Wandel

Datum 07.07.2016

Die Folgen des digitalen Wandels treffen Schleswig-Holsteins Arbeitsmarkt weniger als andere Länder.

Ein Ausbilder erklärt mehreren Kfz-Mechatroniker-Auszubildenden etwas an einem Computer, auf der Schwebebühne hinter ihnen ist ein graues Auto zu sehen. An der Handwerkskammer Flensburg werden Kfz-Mechatroniker ausgebildet. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)In bestimmten Bereichen werden Arbeiten in Zukunft größtenteils automatisiert stattfinden. © M. Staudt / grafikfoto.de

Der Gefahr von Jobverlusten durch den digitalen Wandel der Arbeitswelt ist in Schleswig-Holstein geringer als in anderen Teilen Deutschlands. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung Nord, die Wirtschaftsminister Reinhard Meyer gemeinsam mit Margit Haupt-Koopmann, Regionaldirektorin der Arbeitsagentur, in Kiel vorgestellt hat.

Demnach arbeiten im Norden 12 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Bereichen, in denen ein Großteil der Arbeit von Computer oder Maschinen erledigt werden könnte. Das ist weniger als im Bundesschnitt (15 Prozent).

Branchen sind unterschiedlich betroffen

Der digitale Strukturwandel sei bereits im Gange, sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer. "Es wird eine Veränderung der Arbeitswelt geben, viele Arbeitsbereiche fallen weg, neue werden entstehen." Vor allem gering-qualifizierte Jobs könnten ersetzt werden. Der Strukturwandel schaffe aber Chancen und müsse deshalb unterstützt werden. Denn: "Die digitale Produktion macht längst nicht mehr an Fabrikgrenzen halt.

Probleme bereitet die Digitalisierung vor allem Menschen in Produktionsberufen. "Personennahe Dienstleistungen, etwa im Tourismus sowie im Gesundheits- und Sozialwesen, sind dagegen weniger betroffen", sagte Haupt-Koopmann.

Reinhard Meyer

Es wird eine Veränderung der Arbeitswelt geben, viele Arbeitsbereiche fallen weg, neue werden entstehen. Die digitale Produktion macht längst nicht mehr an Fabrikgrenzen halt.

Reinhard Meyer

Schleswig-Holstein im Ländervergleich

Wie viele Jobs könnten wegfallen? Zum Vergleich: Im Nachbarland Niedersachsen liegt der Anteil bei 15,2 Prozent, im Saarland bei 20,4 Prozent deutlich höher als im Norden. Das gilt auch für Thüringen (18,8 Prozent) oder Baden-Württemberg (17,4), noch niedriger ist der Anteil jedoch in Hamburg (9,3), Mecklenburg-Vorpommern (10,8) oder Berlin (8,1). Laut Studie ist der Anteil desto höher, je größer die Bedeutung des verarbeitenden Gewerbes in der Region ist.

O-Ton

Info Minister Meyer zur Digitalisierung in der Arbeitswelt:

Regionale Unterschiede

Auch innerhalb Schleswig-Holsteins variiert der Anteil der Jobs mit sogenanntem Substituierungspotenzial - wenn mehr als 70 Prozent der Tätigkeit auch Maschinen oder Computer erledigen könnten. Am höchsten ist der Anteil mit 15 Prozent in Flensburg, am niedrigsten mit 8,8 Prozent in Nordfriesland. Vergleichsweise stark betroffen sind auch die Kreise Dithmarschen (14,6 Prozent), Pinneberg (14,5) und Herzogtum Lauenburg (14,7). 

Qualifizierung ist wichtig

Die Fortschritte der betrieblichen Hardware stellten andere Anforderungen an die Beschäftigten und auch die Arbeitsorganisation, sagte Meyer. "Die Studie zeigt: Es bedarf einer konzertierten Qualifizierungspolitik in Schleswig-Holstein." Neue Berufsbilder entwickelten sich, Maschinen könnten auch positives bewirken. 

"Bei 3D-Druckverfahren spielen die Arbeitskosten, die früher zu Verlagerungen nach China oder anderswo geführt haben, nicht mehr so eine große Rolle." Durch die technologische Entwicklung könne es in einigen Bereich sogar wieder Rückverlagerungen geben.

Quelle: u.a. dpa