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Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

Portraitfoto Dr. Bernd Buchholz
Dr. Bernd Buchholz

Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

© M. Staudt / grafikfoto.de

Land strafft die Fachkräfteinitiative Schleswig-Holstein

Buchholz: "Mehr Effektivität durch Fokussierung auf maximal acht Themenfelder" 
Datum 24.01.2019

Die vor sechs Jahren ins Leben gerufene Fachkräfteinitiative Schleswig-Holstein (FI.SH) wird organisatorisch gestrafft und in Teilen auch inhaltlich nachjustiert. Wie Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Bernd Buchholz heute (24. Januar) im Landtag sagte, hätten sich die Partner der Initiative auf Basis einer 2018 vorgelegten Studie jetzt auf fünf Kernziele sowie maximal acht Handlungsfelder verständigt. "Und akuter Handlungsbedarf besteht", so der Minister. Die neue Studie gehe für das Jahr 2035 von einer Fachkräfte-Lücke von bis zu 300.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern aus. "Es bleibt also unser oberstes und wichtigstes Ziel, Fachkräfte im Land auszubilden und zu halten."

Zuletzt beschäftigte sich die von 50 Institutionen getragene Initiative nach den Worten von Buchholz mit über 130 Einzelmaßnahmen. Auf diese Weise sei es allen Verantwortlichen zunehmend schwerer gefallen, den Überblick zu behalten. "Nach dem Motto 'weniger ist mehr' haben uns die Experten deshalb nahe gelegt, die Organisation zu verschlanken und die Aktivitäten auf den Bereich Qualifizierung und Ausbildung sowie auf die Branchen mit dem größten Handlungsbedarf zu konzentrieren", so Buchholz. Die Neuausrichtung sei zwischen dem Wirtschaftsministerium und seinen Kernpartnern in einem Eckpunkte-Papier verankert worden (siehe Anlage). Partner der Fachkräfteinitiative sind neben dem Unternehmensverband und dem DGB-Nord die IHK Schleswig-Holstein, die Handwerks­kammer Schleswig-Holstein und die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit.

Wie Buchholz weiter sagte, seien die berufliche Ausbildung sowie die Fort- und Weiterbildung in Zukunft die beiden zentralen Leitplanken der FI.SH. "Darüber hinaus wollen wir die Erwerbsbeteiligung und Integration auf dem Arbeitsmarkt verbessern." Dabei sollen die Branchen der Pflege, des Handwerks, der Logistik und des Hotel- und Gaststättengewerbes sowie Anpassungs- und Qualifizierungserfordernisse im Zuge der Digitalisierung besonders im Fokus stehen. Für eine bessere Steuerung hat sich die Fachkräfteinitiative nach den Worten des Ministers gut messbare Ziele gesetzt: Etwa die Senkung des Anteils an Jugendlichen im Übergangsbereich, die Reduzierung der Quote der Ausbildungsvertragslösungen oder die Erhöhung der Beschäftigungsquote von Frauen. "Denn wir wissen, dass gut qualifizierte Fachkräfte für die Wettbewerbsfähigkeit schleswig-holsteinischer Unternehmen von zentraler Bedeutung sind", sagte Buchholz.

UVNord-Hauptgeschäftsführer Michael Thomas Fröhlich ergänzt: "Die Versorgung der Unternehmen mit geeigneten Fachkräften ist neben der Digitalisierung eine der größten Herausforderungen der Zukunft. Wir freuen uns, dass die Fachkräfteinitiative in 2019 mit neuem Schwung fortgeführt wird. Gemeinsam müssen alle FI.SH-Partner zügig die Weichen stellen, damit fehlende Arbeitskräfte nicht weiter zur Wachstumsbremse werden. Die Themen sind vielfältig, von der Stärkung der dualen Ausbildung bis zur Anwerbung ausländischer Fachkräfte. Jetzt gilt es, wenige aber zielführende und vor allem nachhaltige Maßnahmen auf den Weg zu bringen."

Auch Björn Ipsen, Hauptgeschäftsführer der IHK Schleswig-Holstein, ist überzeugt: "Mit der Fachkräfteinitiative ziehen wir – die Kammern, die Verbände, die Agentur für Arbeit, die Gewerkschaften und die Politik – an einem Strang. Mit der Neuausrichtung der Initiative haben wir gemeinsam inhaltliche Schwerpunkte gesetzt, um dem zunehmenden Fachkräftemangel der schleswig-holsteinischen Wirtschaft entgegenzuwirken."

Handwerkskammer-Präsident Günther Stapelfeldt: "Die wirtschaftliche Entwicklung Schleswig-Holsteins wird entscheidend davon abhängen, auch zukünftig eine ausreichende Zahl von Fachkräften für unsere Betriebe zu gewinnen. Die neuen Schwerpunkte der Fachkräfteinitiative werden uns helfen, diese Herausforderung zu meistern. Das Handwerk wird - zusammen mit allen Partnern der Initiative -  an der erfolgreichen Umsetzung arbeiten."

Ebenso begrüßt Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, die Fortführung der Fachkräfteinitiative, "da sie von dem Bewusstsein getragen wird, dass wir nur durch die Kooperation aller Arbeitsmarktpartner die Herausforderungen beim Thema Fachkräftesicherung meistern können. Und diese Initiative steht darüber hinaus für die Einsicht, dass wir vor strukturellen Veränderungen der Arbeitswelt stehen, die Schwerpunktsetzungen und eindeutige Handlungsziele notwendig machen. Ich nenne nur exemplarisch" - so Haupt-Koopmann weiter - "das Themenfeld ‚Digitalisierung und Qualifizierung‘. Die größte Herausforderung der Digitalisierung sehe ich in den sich stark veränderten Branchen- und Berufsstrukturen. Sie machen es nötig, den technologischen Wandel durch Qualifizierungsangebote zu flankieren. Insbesondere hier werden die Arbeitsagenturen und Jobcenter ihren Beitrag leisten. Denn flexible und nachhaltige Aus- und Weiterbildungsangebote sind nicht nur der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit, sie sind auch ein zentraler Hebel, um Arbeitsmarktpotentiale zu heben - vom Jugendlichen ohne Berufsabschluss bis hin zur alleinerziehenden Arbeitslosen, vom Geflüchteten bis hin zum über 50-Jährigen ohne Beschäftigung."

Auch für den DGB Bezirk Nord Vorsitzenden Uwe Polkaehn ist "die Fortführung der Fachkräfteinitiative für Schleswig-Holstein ein wichtiges Signal in die Wirtschaft und zeigt die wichtigsten Handlungsfelder auf. Die Ziele sind erreichbar und keinesfalls überdimensioniert. Nun kommt es darauf an, gemeinsam die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung in den vier genannten Schwerpunktbranchen zu verbessern und zukunftsweisende Tarifverträge zu schließen, um die Fachkräftesituation nachhaltig zu verbessern. Die weiteren Handlungsfelder müssen nun gemeinsam mit konkreten Maßnahmen unterfüttert werden, sei es durch bessere Rahmenbedingungen für die berufliche Bildung, sei es durch die Einrichtung einer arbeitnehmerorientierten Beratung im Zuge der Digitalisierung der Arbeit."

Positionspapier der FI.SH (PDF 154KB, Datei ist barrierefrei/barrierearm)

 

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