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Ein Jahr Wildwarnanlage am Rastorfer Kreuz

Staatskanzlei

Ein Jahr Wildwarnanlage am Rastorfer Kreuz

Unfall-Zahlen drastisch reduziert
Datum 28.02.2013

Die vor einem Jahr am Rastorfer Kreuz bei Preetz in Betrieb genommene erste elektronische Wildwarnanlage Schleswig-Holsteins hat zu einer deutlichen Verminderung der Wildunfälle auf der B 202 geführt. Wie Verkehrs-Staatssekretär Dr. Frank Nägele und Matthias Paraknewitz vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV-SH) am 28. Februar mitteilten, sei die Zahl von ursprünglich rund 25 Unfällen pro Jahr auf fünf Unfälle in den letzten zwölf Monaten zurückgegangen.

"Das ist angesichts von nachweislich 1.800 Querungen von Damwild, Rehen, Wildschweinen, Hasen oder Füchsen ein eindrucksvoller Beleg für die Wirksamkeit des ,Hirschradars‘", sagte Nägele. Die Investition des Bundes in dieses Pilotprojekt in Höhe von 800.000 Euro sei eine gute Investition in die Verkehrssicherheit. Neben der Anlage am Rastorfer Kreuz hat der Bund testweise auch Warnanlagen in Baden-Württemberg und Sachsen Anhalt in Betrieb genommen.

Innerhalb der elektronisch gesicherten Bereiche am Rastorfer Kreuz wechseln nach Angaben von Paraknewitz pro Tag bis zu 20 Mal Wildtiere die Straße. Die Wechsel erfolgen schwerpunktmäßig in der Dämmerung und in der Nacht. "Mit Querungen ist jedoch auch am Tage zu rechnen", warnte Nägele und appellierte an die Autofahrer, die elektronischen Warnschilder ernst zu nehmen: "Trotz der guten Erfolgsquote haben wir vereinzelt Fälle beobachten müssen, in denen die Autofahrer trotz Tempolimit-Hinweis mit hoher Geschwindigkeit in den Wildwechsel-Abschnitt hineingefahren sind und teils schwere Unfälle mit hohen Sachschäden verursacht haben.

Und so funktioniert die Anlage:

Nach den Worten von Paraknewitz waren in früheren Jahren – vor Errichtung des Wildschutzzaunes - im diesem Bereich durchschnittlich etwa 50 Wildunfälle pro Jahr polizeilich registriert worden. Diese Unfallzahlen gingen mit dem Aufstellen des Wildschutzzaunes zwar zurück, dennoch ereigneten sich durchschnittlich 25 Wildunfälle in den Jahren 2004 bis 2009 – besonders an den Enden der Zäume.

Wie Staatssekretär Nägele sagte, sei schon nach einem Jahr Testlauf festzustellen, dass die Einrichtung der elektronischen Wildwarnanlage in zweierlei Hinsicht ihre Wirkung entfaltet habe: "Zum einen sind die Wildunfälle erheblich zurückgegangen. Zum anderen haben die Wildtiere ihre althergebrachten Wechsel schnell wieder angenommen. Das zeigt, dass auch ohne teure Tunnel- oder Brückenbauwerke die ökologisch wichtige Wiedervernetzung von Lebensräumen erreicht werden kann, wenn sich Mensch und Tier gleichermaßen arrangieren."

Die Rastorfer Warnanlage war am 12.September 2011 in Betrieb genommen worden. Die elektronischen Tempo-70-Schilder blinken seither auf, sobald ein Tier – oder auch Menschen – von den Infrarot-Sensoren abseits der Straße erfasst werden. Die Wartung für diese Anlage entsprach nach den Worten von Paraknewitz dem allgemein üblichen Aufwand, wobei ein Blitzschlag und ein Anfahrschaden einen kurzzeitigen Ausfall verursachten.

Für das Gelingen des Pilotprojektes ist laut Staatssekretär Nägele nicht nur eine gute Ausführung notwendig, sondern auch ein umfassendes Wildtier-Monitoring. Im Rahmen dessen sei für eine weitere Verbesserung auch die Verlängerung der Wildschutzzäune um 900 Meter auf beiden Seiten der B 202 vorgeschlagen worden. "Dies wollen wir auch in diesem Jahr noch so umsetzen, sofern alle Beteiligten sich weiter so engagieren," sagte Nägele.