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Finanzministerium

Portraitfoto Monika Heinold
Monika Heinold

Finanzministerin

Neue Strategie für mehr Artenschutz in Liegenschaften

Zukünftig sollen die Grundstücke des Landes einen Beitrag zur Erhaltung und Entwicklung der Artenvielfalt leisten.
Datum 03.05.2021

Zukünftig sollen die Grundstücke des Landes einen Beitrag zur Erhaltung und Entwicklung der Artenvielfalt leisten.

Gräser und blütenreiche Pflanzen vor einem Gebäude Blütenreicher, insektenfreundlicher Bestand im Landesförderzentrum Hören und Kommunikation (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Außenanlagen an Gebäuden wie im Landesförderzentrum Hören und Kommunikation in Schleswig können mit blütenreichen und insenktenfreundlichen Pflanzen gestaltet werden. © GMSH

In Schleswig-Holstein steht nach Angaben der Fachbehörden fast die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten auf der Roten Liste. Dagegen will das Land etwas tun. Laut der neuen Biodiversitätsstrategie für Landesliegenschaften sollen Grundstücke des Landes künftig naturnäher bewirtschaftet werden und so zur Erhaltung und Entwicklung der Artenvielfalt beitragen. "Artenschutz ist neben Klimaschutz eine der dringlichsten Herausforderungen unserer Zeit. Jedes Grundstück kann dazu einen Beitrag leisten", erklärte Finanzministerin Monika Heinold.

Künftig naturnahe Bewirtschaftung

Bislang stehen bei Baumaßnahmen und Bewirtschaftungsleistungen vor allem Funktionalität und Wirtschaftlichkeit im Fokus. Künftig spielt auch die Entwicklung einer naturnahen Flora und Fauna mit entsprechenden Lebensräumen eine wichtige Rolle: "Auch kleine Beiträge leisten etwas für das große Ganze, jeder kann etwas tun", betonte die Ministerin.

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Artenschutz ist neben Klimaschutz eine der dringlichsten Herausforderungen unserer Zeit. Jedes Grundstück kann dazu einen Beitrag leisten.

Monika Heinold

Die GMSH, die für das Land die Liegenschaften verwaltet, vergibt für rund 200 Liegenschaften Verträge für die Außenanlagenpflege. Wenn Verträge auslaufen, wird in neuen Verträgen künftig die naturnahe Bewirtschaftung berücksichtigt.

Verschiedene Möglichkeiten für Artenschutz

Das Konzept "Biodiversität in Landesliegenschaften" führt konkrete Maßnahmen an, wie Artenschutz in der Pflege und Bewirtschaftung, aber auch beim Anlegen von befestigten Flächen oder bei Baumaßnahmen zu berücksichtigen ist: So können z. B. Stellplätze mit Bäumen überstellt und Randflächen mehrstufig bepflanzt werden. Beim Bau von Gebäuden schaffen Fassadenbegrünungen und begrünte Flachdächer neue Lebensräume.

In Schleswig-Holstein stehen nach Angaben der Fachbehörden 48 Prozent der Tier- und Pflanzenarten auf der Roten Liste. Der Insektenbestand ist innerhalb von 27 Jahren um 75 Prozent zurückgegangen. Dadurch fehlt Nahrung für Vögel, es fehlen Insekten, die Pflanzen befruchten und den Boden zersetzen.

Zehn Liegenschaften ökologisch aufgewertet

Im Rahmen eines Pilotprojektes der GMSH werden aktuell zehn Liegenschaften ökologisch aufgewertet. Dort werden Wildblumenwiesen sowie insektenfreundliche Stauden- und Gehölzpflanzungen in schon vorhandene Freianlagen integriert. Für weitere Liegenschaften sollen in den Folgejahren ähnliche Konzepte entwickelt werden.

Hintergrund

Was ist Biodiversität?

Biodiversität umfasst die Bereiche:

  • Vielfalt der Ökosysteme (unterschiedliche Lebensräume)
  • Vielfalt der Arten (viele Tierarten)
  • genetische Vielfalt der Arten (nicht alles Geschwistertiere)

Alle Bereiche sind eng miteinander verbunden und beeinflussen sich gegenseitig.

Ist-Zustand Artenvielfalt

In Schleswig-Holstein stehen nach Angaben der Fachbehörden 48 Prozent der Tier- und Pflanzenarten auf der Roten Liste. Der Insektenbestand ist innerhalb von 27 Jahren um 75 Prozent zurückgegangen (Artenschutzreport 2015). Dadurch fehlen Nahrung für Vögel, Befruchter für Pflanzen und Zersetzer für Böden.

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