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Finanzministerium

Portraitfoto Monika Heinold
Monika Heinold

Finanzministerin

© M. Staudt/grafikfoto.de

Land will Vereine entlasten

Datum 19.06.2018

Schleswig-Holstein setzt sich im Bundesrat dafür ein, die Steuerfreigrenze für Vereine anzuheben. Das beschloss das Kabinett am Vormittag.

Ein junger Fußballtrainer bindet einem Jungen die Schuhe zu. Fußballtrainer (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Fast die Hälfte aller Schleswig-Holsteiner engagiert sich ehrenamtlich. M. Staudt / grafikfoto.de

Der echte Norden ist ein Land des Ehrenamts: Rund 43 Prozent der Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner engagieren sich ehrenamtlich – rund eine Million Menschen. "Das ehrenamtliche Engagement ist eine tragende Säule unserer Gesellschaft", betonte Finanzministerin Monika Heinold im Anschluss an eine Sitzung des Landeskabinetts.

Zuvor hatten das Jamaika-Bündnis beschlossen, sich gemeinsam mit Bremen dafür einzusetzen, die Steuerfreigrenze für gemeinnützige Vereine anzuheben – von 35.000 auf 45.000 Euro. Heinold sagte, die Freigrenze entlaste die Ehrenamtlichen von Verwaltungsaufgaben und eröffne den Vereinen finanzielle Handlungsspielräume. "Die Anhebung der Steuerfreigrenze ist ein wichtiger Schritt zur Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements."

Sonderregeln für Vereine

Das Steuerrecht sieht für gemeinnützige Vereine besondere Regeln vor, um das ehrenamtliche Engagement zu fördern. Gänzlich steuerfrei sind die sogenannten Erträge aus dem ideellen Bereich. Das ist Geld, das ein Verein im Rahmen seiner Satzung einnimmt, also Mitgliedsbeiträge oder Spenden, die nicht zweckgebunden sind. Auch wirtschaftliche Einnahmen von Zweckbetrieben sind steuerfrei, nicht jedoch solche, die nicht in der Satzung festgelegt sind.

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Die Anhebung der Steuerfreigrenze ist ein wichtiger Schritt zur Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements.

Monika Heinold

Ein Beispiel: Ein gemeinnütziger Theaterverein organisiert ein niederdeutsches Theater und verkauft zu diesem Zweck Eintrittskarten. Das ist in der Satzung des Vereins festgelegt. Damit gilt die Veranstaltung als Zweckbetrieb, die Erlöse aus dem Ticketverkauf sind steuerfrei. Verkaufen die Vereinsmitglieder am Rande der Veranstaltung jedoch Speisen oder Getränke, so sind diese Einnahmen nicht durch die Satzung gedeckt und damit körperschaft- und gewerbesteuerpflichtig. Der Steuerfreibetrag für Vereine liegt seit 2007 bei 35.000 Euro – trotz der Preisentwicklung der vergangenen Jahre.

Ehrenamt unterstützen

"Aus meinen regelmäßigen Gesprächen mit Ehrenamtlichen vor Ort weiß ich, wie wichtig es ist, das Ehrenamt zu unterstützen, Vereinsstrukturen zu stärken und Bürokratie abzubauen", sagte Heinold. "Ich hoffe, dass der Antrag im Bundesrat eine Mehrheit findet." 2014 hatte das Land eine Veranstaltungsreihe zum Steuerrecht für Vereine ins Leben gerufen. Darüber hinaus hat das Finanzministerium eine Broschüre zu dem Thema veröffentlicht.

Steuertipps für Vereine (PDF 1MB, Datei ist nicht barrierefrei)