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Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

Porträt
Jan Philipp Albrecht

Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

Staatskanzlei

Moore als CO2-Speicher

Datum 02.02.2022

Meere und Moore sind wichtig für die Umwelt. Daran soll der Welttag der Feuchtgebiete am zweiten Februar erinnern.

Meere und Moore haben eine große Bedeutung für unsere Umwelt. Zum einen sind sie wichtig für die Artenvielfalt, denn in diesen Feuchtgebieten fühlen sich zahlreiche Vogel- und Insektenarten sehr wohl. Zum anderen sind insbesondere Moore außerordentlich gute CO2-Speicher: Obwohl sie nur etwa drei Prozent der weltweiten Landfläche ausmachen, speichern sie fast ein Drittel des im Boden gebundenen Kohlenstoffs und damit fast doppelt so viel wie alle Wälder zusammen. Zum Vergleich: Wälder bedecken rund 31 Prozent der weltweiten Landfläche.

Ramsar-Feuchtgebiete

info Laut Ramsar-Konvention sind Feuchtgebiete zum Beispiel dann "international bedeutend", wenn sie regelmäßig mehr als 20.000 Wasser- und Watvögel beherbergen.

Mehr als 170 Länder schützen Feuchtgebiete

Bereits 1971 erkannten 18 Staaten an, wie wertvoll Feuchtgebiete sind. Auf einem Gipfel in Ramsar (Iran) verständigten sie sich darauf, insbesondere "Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung“ zum Wohle der Artenvielfalt besser zu schützen. Damit ist die sogenannte Ramsar-Konvention das älteste internationale Umwelt-Übereinkommen. Inzwischen haben mehr als 170 weitere Länder die Konvention unterzeichnet. Deutschland trat 1976 bei.

Seit 1997 wird am 2. Februar, dem Jahrestag der Ramsar-Konvention, der internationale Tag der Feuchtgebiete begangen. Er soll daran erinnern, wie bedeutend diese Ökosysteme sind.

Weitere Informationen zur Ramsar-Konvention

Wattenmeer ist das größte Feuchtgebiet Deutschlands

Insgesamt gibt es 35 sogenannte "Ramsar-Gebiete" in Deutschland, die zusammen etwa 8.690 Quadratkilometer ausmachen. Das mit Abstand größte dieser Feuchtgebiete ist das schleswig-holsteinische Wattenmeer. Mit seinen angrenzenden Küstenteilen ist es etwa 4.550 Quadratkilometer groß.

Karte mit allen 35 deutschen "Ramsar-Gebieten"

Moore in SH

info Was unterscheidet "Hochmoore" von "Niedermooren" und welche Tiere fühlen sich dort wohl? Darüber informiert der NABU SH.

So speichern Moore CO2

Während das Wattenmeer insbesondere für seine Artenvielfalt bekannt ist, sind es die Moore für ihre Fähigkeit, viel CO2 zu speichern. Denn intakte Moore bestehen zu rund 95 Prozent aus Wasser und versiegeln darin abgestorbene Pflanzenreste, anstatt sie vollständig zu zersetzen. So wird das CO2 aus den Pflanzenresten nicht in die Atmosphäre freigesetzt und es kommt zur Torfbildung. Moore binden CO2 also wenn sie dauerhaft nass sind. Trocknen sie aus oder werden entwässert, setzen sie das zuvor versiegelte CO2 wieder frei.

Aus diesem Grund ist es angesichts wiederkehrender Dürre-Perioden durch den Klimawandel besonders wichtig, diese Lebensräume auch im echten Norden zu schützen und zu vergrößern.

Mehr erfahren über Moore als CO2-Speicher

Land will Waldmoore stärken

Zu diesem Ergebnis kommt auch der aktuelle Waldzustandsbericht des Landes, den Umweltminister Jan Philipp Albrecht Anfang des Jahres vorgestellt hatte. Die Expertinnen und Experten des Ministeriums kommen darin zum Schluss, dass insbesondere Moore in Wäldern wieder in den Zustand versetzt werden sollten, in dem sie diese vielfältigen Funktionen für die Umwelt weiterhin gewährleisten können. Ihre Renaturierung sei aussichtsreicher als bei freiliegenden Mooren, weil sie im Schutz der Bäume häufig weniger stark durch die Landwirtschaft entwässert wurden.

Zum Waldzustandsbericht des Landes

700.000 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen

Im echten Norden kümmert sich insbesondere die Stiftung Naturschutz, im Auftrag des Umweltministeriums, um den Schutz und die Wiedervernässung der Moore. Allein damit sollen bis 2030 bis zu 700.000 Tonnen CO2 jährlich eingespart werden. Insgesamt stehen rund 12,7 Millionen Euro dafür im "Landesprogramm Biologischer Klimaschutz" bereit. Derzeit wird zum Beispiel das 2,6 Quadratkilometer große Herrenmoor bei Kleve (Kreis Steinburg) renaturiert.

Moorschutz im echten Norden

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