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Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

Porträt
Jan Philipp Albrecht

Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

© M. Ruff / grafikfoto.de

Schadstoffe im Meer

Datum 26.04.2021

Umweltminister Albrecht hat das Forschungsteam der "Haithabu" in Kiel besucht. Die Wissenschaftler:innen untersuchen, wie schädlich Munitionsaltlasten für die Umwelt sind.

Granaten, Minen, Blindgänger – rund 1,6 Millionen Tonnen Weltkriegsmunition liegen bis heute in Nord- und Ostsee. Doch die Waffen sind nicht nur aufgrund ihrer Sprengkraft eine Gefahr: Durch ihren Zerfall werden auch krebserregende Schadstoffe freigesetzt. Wissenschaftler:innen des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) untersuchen, wie schädlich das für die Umwelt ist. Kurz vor der nächsten Forschungsfahrt in die Lübecker Bucht hat Umweltminister Jan Philipp Albrecht das Forschungsteam nun im Kieler Hafen besucht.

Wissenschaftliche Zusammenarbeit

Für die Überfahrt nach Lübeck stellt der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) ein Schiff zur Verfügung – die "Haithabu". Auf ihr arbeiten dann Wissenschaftler:innen vom Institut für Toxikologie und Pharmakologie des UKSH mit Taucher:innen des CAU-Forschungstauchzentrums zusammen. Im Auftrag des Umweltministeriums untersuchen sie, wie die Munitionsaltlasten in der Lübecker Bucht die Umwelt beeinflussen. Dafür legen die Taucher:innen Muscheln und verschiedene Messgeräte, sogenannte "Passivsammler", in der Nähe von Munitionsfundorten aus und messen die darin gesammelten chemischen Rückstände.

"Gemeinsam mit der Wissenschaft haben wir in den vergangenen Jahren viel über die Munition in unseren Meeren gelernt. Nun müssen aus den Erkenntnissen der Forschung die richtigen Schlüsse gezogen und muss das Problem angepackt werden", erklärte Albrecht.

Appell an die Bundesregierung

Nur wenige Tage vor Albrechts Besuch beim Forschungsteam hatte die Konferenz der Umweltminister:innen der Länder einen Antrag Schleswig-Holsteins einstimmig angenommen, die Munition in deutschen Gewässern zu bergen und zu entschärfen. Albrecht forderte die Bundesregierung dazu auf, den Weg dafür freizumachen. "Dafür wird ein dreistelliger Millionenbetrag nötig sein, den die Küstenländer nicht alleine tragen können“, sagte er. "Außerdem haben wir durch eine Kooperation von Künstlicher Intelligenz und Recherchearbeit in der Forschung große Fortschritte bei der Lokalisierung der Weltkriegsmunition gemacht. Der nächste Schritt muss die Bergung sein."

Weitere Informationen

Hier finden Sie einige Beispiele für Funde von Munition und Munitionsbestandteilen an deutschen Stränden

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