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Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

Porträt
Jan Philipp Albrecht

Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

© M. Staudt / grafikfoto.de

Aktionsschwerpunkt "Lebensmittelverschwendung"

Knapp zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel landen Jahr für Jahr in Deutschland im Müll.

Knapp zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel landen Jahr für Jahr in Deutschland im Müll. Wer das Essen wegwirft? Die Produzenten, Lebensmittelhändler, Gastronomen, aber auch die Verbraucher. Nach einer Studie des Thünen-Instituts zu Lebensmittelabfällen in Deutschland aus dem Jahr 2015 wirft jeder Deutsche jährlich rund 75 Kilogramm Lebensmittel in die Mülltonne.

Damit landen allein in deutschen Privathaushalten jährlich rund sechs Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Ein Großteil davon sind Obst und Gemüse - sie machen mit 34 Prozent den größten Anteil der Lebensmittelabfälle aus. Doch auch bereits fertig zubereitete Speisen (16 Prozent) sowie Brot- und Backwaren (14 Prozent) werden besonders häufig in Privathaushalten weggeworfen.

Wieso wird Essen weggeworfen?

Lebensmittel sind heutzutage für viele Menschen immer und überall verfügbar. Unsere Gesellschaft ist eine Überfluss- und Wegwerfgesellschaft, geprägt vom Konsum. Doch wer kennt noch den Herkunftsort der Birne oder die Reifedauer des gerade weggeworfenen Käses? Oft wissen viele Menschen nicht mehr genau, woher Produkte kommen, die sie kaufen. Sie kennen keine Hintergründe darüber, wie viel Arbeit und Ressourcen in den Produkten stecken. So verlieren wir den Bezug zu unseren Lebensmitteln.

Eine Weltkarte mit verschiedenen Lebensmitteln, von denen Pfeile auf eine Mülltonne deuten. Daneben ist jeweils aufgeführt, wieviel Wasser bei der Produktion benötigt wird und wieviele CO2-Äquivalente dabei freigesetzt werden. Welche Folgen hat die Verschwendung? (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) © Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft



Wo landen Lebensmittel im Müll?

Im Privathaushalt:

Welker Salat, schrumpelige Möhren oder braune Äpfel – Essen kann, besonders bei falscher Lagerung, bald unappetitlich aussehen und landet dann häufig in der Mülltonne. Die Gründe dafür sind vielfältig: zu viel eingekauft, schlechte Lagerung, Verwechslung von Produkten. Obst und Gemüse machen mehr als ein Drittel des Lebensmittelabfalls aus, dazu zählen auch Apfelschalen. Danach folgen Back- und Teigwaren sowie Reste zu großer Portionen. Fast die Hälfte der Lebensmittel, die aufgrund eines abgelaufenen Mindesthaltbarkeitsdatums entsorgt werden, landen ungeöffnet im Müll. Unnötig: Denn ein abgelaufenes Mindesthaltbarkeitsdatum bedeutet in den seltensten Fällen "nicht mehr genießbar".

Lebensmittel wertschätzen

link Aktion "Zu gut für die Tonne"

In der Gastronomie:

Zu große Portionen, lange Buffetzeiten und schwere Planung der Nachfrage: Auch in der Gastronomie sind die Gründe für Lebensmittelverluste vielfältig. Üppige Buffets, die auch noch kurz vor Schluss gut gefüllt sind, wandern nach der Buffet-Zeit in die Tonne. Reste dürfen von den Gästen nicht immer mitgenommen werden.

Im Handel:

Im Groß- und Einzelhandel fallen viele Erzeugnisse durchs Raster des ästhetischen Standards. Sie sehen nicht so schön gewachsen aus, haben Hagelschäden oder Sonnenbrand. Durch Temperaturveränderungen und Verpackungsmängel beim Transport sind Teile nicht mehr vermarktungsfähig. Überbestand bleibt in den Regalen liegen und muss entsorgt werden.

Zum Teil existieren auch Normen und Vorschriften zur Qualität von Lebensmitteln, die zu Abfällen führen. EU-Vorschriften, wie zur berühmten krummen Gurken wurde bereits – zusammen mit weiteren Verordnungen zu Auberginen, Bohnen, Pflaumen und weiteren Obst- und Gemüsesorten – 2009 abgeschafft.

In der Produktion:

In der Landwirtschaft können Lebensmittel durch falsche Lagerung oder Schädlingsbefall verderben, sie werden durch Unwetter zerstört oder müssen entsorgt werden, weil sie am Markt nicht abgenommen werden. In der Lebensmittelindustrie entstehen die meisten Lebensmittelverluste als Nebenprodukte wie Tierkadaver und Knochen aus der Fleischerzeugung, als Ausschussware bei Produktionsmängeln oder durch Überproduktion.

Video: Die Apfelretter

Ein gelungenes Beispiel für den Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung liefern die Schülerinnen und Schülern der Auenwald-Grundschule in Böklund: Jedes Jahr beteiligen sich an der bundesweiten Aktion "Deutschland rettet Lebensmittel". Dabei ernten die Kinder mehrere hundert Kilo Äpfel auf einer Streuobstwiese im Nachbarort. Die Früchte pressen sie danach selbst zu Saft, der bei Schulfesten ausgeschenkt wird.