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Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

Porträt
Jan Philipp Albrecht

Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

© M. Staudt / grafikfoto.de

Küstenschutz bleibt in Corona-Zeiten sicher

Datum 26.06.2020

Die Corona-Krise trifft auch den Küstenschutz, denn unsere Deiche lassen sich nicht im Homeoffice sichern.

HUSUM. Die Staatssekretärin für Umwelt- und Küstenschutz, Dorit Kuhnt, überzeugte sich heute (26. Juni) bei Wasserbauern des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN.SH) am Deich des Sönke-Nissen-Koogs in Nordriesland davon, dass unsere Küsten auch bei aufwändigeren Arbeitsabläufen in Corona-Zeiten sicher bleiben. Ein Drittel Schleswig-Holsteins wird durch 360 Kilometer Landesschutzdeiche an der Nordsee und 70 Kilometer an der Ostsee sowie durch viele andere Küstenschutzanlagen vor Sturmfluten geschützt. Sie müssen immerzu funktionieren und in gutem Zustand sein. Die beständigen Erhaltungsarbeiten sind allerdings in Corona-Zeiten besonders schwierig.

 

„Die Corona-Krise trifft auch den Küstenschutz, denn unsere Deiche lassen sich nicht im Homeoffice sichern. Das geht nur Hand in Hand. Ich bin froh, dass der LKN Mittel und Wege gefunden hat, die Schwierigkeiten zu verringern, die sich aus den Kontaktbeschränkungen ergeben. Selbst wenn in diesem Sommer nicht alle planmäßigen Arbeiten geschafft werden, bleiben unsere Küsten sicher“, ist Dorit Kuhnt überzeugt.

 

Seit Mitte März können die 250 Wasserbauerinnen und Wasserbauer des LKN.SH nicht mehr wie gewohnt arbeiten, weil auch für sie die allgemeinen Kontaktbeschränkungen gelten und Angehörige der Risikogruppen vorübergehend freigestellt wurden.

 

„Wir haben Arbeiten gemacht, die ohne direkten Kontakt möglich sind: An den Deich gespültes Treibsel wurde entsorgt, Wühler und Disteln auf dem Deich bekämpft und einige Bereiche gemäht. Geschädigte Grasnarben wurden mit Grassoden aus einer nahe gelegenen Deichbaustelle ausgebessert. Mit Raupenbaggern werden jetzt am Deichfuß Entwässerungs- und Grenzgräben angelegt. Alles ist kontaktlos möglich und klappt gut“, erläutert Baubetriebsleiter Florian Schröter.

 

Schwierig sind die Arbeiten an den Lahnungen: 480 Kilometer doppelte Pfahlreihen mit fest dazwischen gepackten Reisigbündeln sorgen im Übergangsbereich zum Meer seit Jahrhunderten dafür, dass in den Lahnungsfeldern während des Hochwassers vermehrt Sedimente absinken und sich Vorländer mit Salzwiesen bilden. Bei Sturmflut mindern sie die Energie der auf den Deich treffenden Wellen. Die LKN-Wasserbauer entwickelten nun eine Methode, mit der Lahnungen von je zwei Arbeitern – unter Einhaltung der Kontaktregeln – in enger Zusammenarbeit erstellt und ausgebessert werden.

 

„Das übliche Pensum werden wir in diesem Jahr vermutlich nicht schaffen. Wir müssen und werden es in den kommenden Jahren ausgleichen“, kündigt Florian Schröter an. Er hofft, dass seine Wasserbauer künftig wieder mit voller Stärke und wie gewohnt anpacken können, „und auch gemeinsame Frühstückpausen im Bauwagen wieder möglich sind.“

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