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Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

Porträt
Jan Philipp Albrecht

Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

© M. Staudt / grafikfoto.de

Land investiert in grünen Wasserstoff

Datum 25.06.2020

Mit 30 Millionen Euro fördert die Landesregierung Forschung, Produktion und Anwendung von Wasserstofftechnologien im echten Norden.

Wasserstoff gilt als der Energieträger der Zukunft. Er soll in den kommenden Jahren Autos, Züge und Schiffe antreiben sowie saubere Energie für die Industrie liefern. Weil Wasserstoff jedoch in seiner natürlichen Form kaum vorkommt, muss er mithilfe von Strom in sogenannten Elektrolyse-Anlagen hergestellt werden. Damit bietet der Stoff eine besondere Chance für die erneuerbaren Energien: So müssten etwa bei starkem Wind die Windräder nicht mehr abgeschaltet werden – mithilfe des überschüssigen Strom könnte stattdessen Wasserstoff produziert werden.

Vorreiterrolle weiter ausbauen

Schon heute erzeugt Schleswig-Holstein mehr Strom aus erneuerbaren Energien, als es verbraucht. Deshalb fördere die Landesregierung die Wasserstofftechnologie, sagte Energiewendeminister Jan Philipp Albrecht bei einem Branchentreffen in Brunsbüttel. "Als Land mit einem sehr hohen Anteil an erneuerbaren Energien haben wir technisch beste Voraussetzungen, um beim Thema grüner Wasserstoff bundesweit eine Top-Position einzunehmen. Wir wollen unsere Vorreiterrolle weiter ausbauen."

Es gelte nun, durch gezielte Investitionen den Wasserstoff-Sektor weiter auszubauen, betonte der Minister. Dafür stelle die Landesregierung nun weitere 20 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket zur Verfügung – zusätzlich zu den bereits bereitgestellten zehn Millionen Euro. "Mit diesem Geld können wir weitere Anreize setzen und die Weichen für die Wasserstoff-Zukunft im Land stellen", erklärte Albrecht.

Land erarbeitet Wasserstoffstrategie

Im September werde das Land eine Wasserstoffstrategie vorgelegen, um sogenannten "grünen" Wasserstoff voranzutreiben, sagte der Minister. Im Gegensatz zum "grauen" Wasserstoff wird dieser ausschließlich aus erneuerbaren Energien gewonnen. "Mit grünem Wasserstoff können wir Kohle, Öl und Erdgas als klimaschädliche Energieträger ablösen. Dafür brauchen wir aber vor allem den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien und eine grundlegende Reform der Energiebepreisung. Fossile Energieträger müssen teurer werden, grüner Strom billiger", forderte Albrecht.

Innovationstreiber Westküste

Durch seine Rolle als größtes Industriegebiet im echten Norden liegt Brunsbüttel im Fokus der Ausbaubemühungen. Die Stadt an der Westküste verfügt über die landesweit erste Anlage, um grünen Wasserstoff in das Erdgas-Netz einzuspeisen, ebenso wie über eine eigene Elektrolyse-Anlage und eine Wasserstofftankstelle. Damit sei Brunsbüttel schon jetzt ein bundes- und europaweit beachteter Wasserstoff-Standort, sagte Albrecht.  

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