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Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

Porträt
Jan Philipp Albrecht

Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

© M. Staudt / grafikfoto.de

Landesregierung veröffentlicht ersten Nachhaltigkeitsbericht

Datum 16.06.2020

Mit dem Bericht zu den 17 globalen Nachhaltigkeitszielen dokumentiert die Landesregierung Schleswig-Holstein den Stand der Nachhaltigen Entwicklung.

Das Kabinett hat heute den ersten Bericht Schleswig-Holsteins zu den UN-Nachhaltigkeitszielen veröffentlicht. Mit dem Bericht zu den 17 globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen macht die Landesregierung Schleswig-Holstein den Stand der Nachhaltigen Entwicklung transparent.

Die 75 Indikatoren des Nachhaltigkeitsberichts für Schleswig-Holstein bilden Trends und Entwicklungen der letzten Jahre in allen Politikbereichen ab. Einige Bereiche sind auf einem guten Weg, an anderer Stelle besteht Nachbesserungsbedarf. Ziel des Berichts ist es, diese Stellen aufzudecken, um in laufenden Maßnahmen nachsteuern oder neue Schritte einleiten zu können.

„Die Landesregierung ist angetreten, Ökologie und Ökonomie in Einklang zu bringen“ sagte Ministerpräsident Daniel Günther: „Wir bekennen uns ausdrücklich zur Agenda 2030 und sind dabei, die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele für Schleswig-Holstein messbar zu machen, um den regionalen Aspekten unseres Landes Rechnung zu tragen. In den kommenden Jahren wird die Landesregierung weiterhin konsequent an der nachhaltigen Entwicklung des Landes arbeiten.“

Umweltminister Jan Philipp Albrecht: „Gesundheit, saubere Meere, Klimaschutz, innovatives Wirtschaften, Generationengerechtigkeit – all das ist Nachhaltigkeit. Deshalb geht der Bericht uns alle an. An ihm können wir ablesen, wie gut wir für die Zukunft im Land gerüstet sind. Wir können an vielen Stellschrauben unseren Beitrag zur globalen Entwicklung leisten.“

Ergebnisse des Berichtes

Im Handlungsfeld „Good Governance“ zeigt die steigende Menge der digitalen Transaktionsnachrichten, in wie vielen Verwaltungsverfahren Behörden bereits digital kooperieren. Dadurch reduziert sich die Belastung der Umwelt z. B. durch Papierverbrauch und Aktenplatz, insbesondere aber entfallen in hohem Maße Transportwege. Dagegen besteht noch teils erheblicher Verbesserungsbedarf in Bezug auf die Besetzung von Führungspositionen mit Frauen in Wirtschaft, Politik und dem öffentlichen Dienst.

 

Die Lärmbelastung ist nach wie vor zu hoch und stellt damit ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Hauptlärmquelle ist der Straßenverkehr. In den nächsten Jahren werden erhebliche Anstrengungen erforderlich sein, um beim Schutz der Bevölkerung vor Verkehrslärm spürbare Fortschritte zu erzielen.

 

Das Handlungsfeld „Infrastruktur und Klimaschutz“ bringt Treibhausgasemissionen in Zusammenhang mit infrastrukturellen Erfordernissen. Bezüglich der THG-Emissionen ist das Land auf einem guten Weg, die gesteckten Ziele zur Verringerung der CO2-Emissionen zu erfüllen. Weitere Verbesserungen sind in den Sektoren Verkehr und Gebäude möglich.

 

Zur Stärkung des Ressourcenschutzes zielt Schleswig-Holstein auf Abfallvermeidung bei Siedlungsabfällen ab, die sich insbesondere auf den Tourismus zurückführen lassen. Grundsätzlich ist das Ziel, den Rohstoff- und Materialverbrauch pro Einwohner zu verringern und die Rohstoffproduktivität zu erhöhen. Beide Aspekte sind noch nicht auf einem zufriedenstellenden Niveau und müssen auch zukünftig durch geeignete Maßnahmen weiter flankiert werden.

 

Daten über die Menge von Müllteilen, die in Mägen von Eissturmvögeln gefunden wurden, zeigen, dass nach wie vor Müll eine wesentliche Belastung für die marinen Ökosysteme darstellt. In Deutschland wird im Rahmen der Arbeiten an der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie eine Vielzahl von Maßnahmen initiiert, um die Müllbelastung der deutschen Gewässer zu reduzieren. Die relativ hohe Quote von Schutzgebieten aller Art, die möglichst naturbelassen sind und nur sehr eingeschränkt genutzt werden dürfen, ist ein Lichtblick im insgesamt schlechten Zustand der natürlichen Lebensgrundlagen.

 

Auch bei der globalen Verantwortung im Bereich der Meeresbelastung durch Düngemittel und Plastikverschmutzung hat dies Auswirkungen: Diese Einträge haben einen Einfluss auf eine Vielzahl terrestrischer und vor allem mariner (Seen, Fließgewässer, Meere) Ökosysteme, indem Eutrophierung – insbesondere im Zusammenspiel mit Phosphoreinträgen – zu einem ökologischen Ungleichgewicht hier führt und die Weltmeere negativ beeinflusst. Hier sind weiterhin ambitionierte Maßnahmen notwendig, um Verbesserungen zu erzielen und der eigenen Verantwortung gerecht zu werden.

  

„Der Bericht bildet eine solide Basis, um die Weiterentwicklung des Landes zu beobachten, zu messen und zu bewerten. Die Landesregierung hat sich vorgenommen, regelmäßig alle fünf Jahre den Stand der Nachhaltigen Entwicklung neu zu erheben und dabei den Fortschritt des Landes darzustellen und die Leitplanken des weiteren Handelns zu definieren“, so Albrecht.

 

Hintergrund:

Die Staats- und Regierungschefs der 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen haben am 25. September 2015 in New York die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung mit dem Titel „Die Transformation unserer Welt“ verabschiedet. Sie beinhaltet 17 globale Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) mit 169 Unterzielen, die für alle Länder gleichermaßen gelten. Damit wurde der Kurs für die Nachhaltigkeitspolitik vorgegeben. 

 

Die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und -chefs der Länder haben mit Beschluss vom 6. Juni 2019 noch einmal bekräftigt, dass Bund und Länder gemeinsame Verantwortung für die Umsetzung der Agenda 2030 tragen und sich zu den Nachhaltigkeitsprinzipien der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie bekannt.

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