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Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

Porträt
Jan Philipp Albrecht

Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

© M. Staudt / grafikfoto.de

Dürrehilfen für fast 600 Landwirte

Datum 21.08.2019

Nach der Dürre von 2018 hatten zahlreiche Bauern beim Land finanzielle Unterstützung beantragt. Nun wurde der letzte Antrag abgearbeitet.

Noch in dieser Woche würden die Dürrehilfen an die 595 berechtigten Betriebe ausgezahlt, teilte das Landwirtschaftsministerium nun mit. Zusammen mit den bereits im Dezember 2018 ausgezahlten Vorschüssen (125 Fälle) summiert sich die Dürrehilfe auf insgesamt etwa 16,5 Millionen Euro. Dies entspricht einem Durchschnittsbetrag von 26.000 Euro pro Betrieb und 350 Euro pro Hektar.

Hilfe für angeschlagene Betriebe

Die Landwirte hätten im Dürrejahr 2018 eine extreme Situation mit zum Teil drastischen Ernteausfällen zu meistern gehabt, sagte Umweltminister Jan Philipp Albrecht. Die Finanzhilfen von Bund und Land seien die richtige Entscheidung gewesen: "Wir haben Hilfe in höchster Not geleistet. Diese solidarische Aktion des Steuerzahlers sollte jedoch ein Einzelfall bleiben. Ich setze mich dafür ein, dass künftig ein Teil der EU-Direktzahlungen für Risikovorsorge reserviert wird. Auf diese Weise könnten sich alle Landwirte besser als jetzt auch finanziell auf Extremwetter vorbereiten."

Digital gestütztes Verfahren

Das Land habe die Dürrehilfe in einem digital gestützten Verfahren sehr schlank umgesetzt, sagte Albrecht. "Ich danke allen Beteiligten für die damit verbundene Mehrarbeit, insbesondere in unserem Landesamt und in den Buchstellen. Mein Dank geht auch an die Landwirtschaftskammer für die Unterstützung bei der Erstellung des Schätzungsrahmens sowie an das Statistikamt Nord, welches in erheblichen Maße bei der Ermittlung der Referenzerträge der Ackerkulturen mitgewirkt hat."

Mehr als 1.000 Anträge waren eingegangen

Insgesamt hatten 1.031 Betriebe Dürrehilfe beantragt, darunter 46 Öko-Betriebe. Die meisten Anträge stammten aus dem südlichen Teil des Geestrückens, der Kreis Schleswig-Flensburg war am wenigsten von der Dürre betroffen. Voraussetzung für die Hilfe waren Ernteschäden in Höhe von mindestens 30 Prozent sowie der Nachweis, dass der Betrieb durch die Dürre in Existenznot geraten ist. Gemäß der Bund-Länder-Vereinbarung zur Dürrehilfe kann maximal die Hälfte des Schadens ersetzt werden.

Mehr als 300 Anträge mussten abgelehnt werden. Bei mehr als der Hälfte aller abgelehnten Anträge war die Bedingung "mehr als 30 Prozent Minderertrag" nicht erfüllt – wenn auch oft nur knapp. Allerdings waren bei einem Drittel dieser Betriebe auch weitere Kriterien für eine Dürrehilfe nicht erfüllt. In circa 20 Prozent der abgelehnten Anträge erwies sich das verfügbare Privatvermögen oder der betriebliche Umsatz als zu hoch, um antragsberechtigt zu sein.

Aufgabe gemeistert

Im Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) war eine spezielle Arbeitsgruppe gebildet worden, die durch Beschäftigte aus dem Umweltministerium verstärkt wurde. Diese Arbeitsgruppe wird jetzt aufgelöst. Die rund 35 noch ausstehende Bewilligungen sowie die rund 150 Widersprüche werden im Routinebetrieb abgewickelt.