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Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

Porträt
Jan Philipp Albrecht

Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

© M. Staudt / grafikfoto.de

Gemeinsam für das Wattenmeer

Datum 18.05.2018

Auf der 13. Trilateralen Regierungskonferenz haben sich die Wattenmeer-Anrainer auf eine gemeinsame Strategie zum Schutz des Weltnaturerbes geeinigt.

Das Wattenmeer vor Büsum bei Ebbe Das Wattenmeer vor Büsum (Luftaufnahme) (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Das Wattenmeer vor Büsum. © Staatskanzlei

Von Den Helder im Südwesten der Niederlande bis Blåvandshuk in Dänemark erstreckt sich das größte zusammenhängende Wattenmeer der Welt. Der "Wilde Westen" der Anrainerstaaten ist dabei nicht nur Tourismusmagnet, sondern auch einer der wichtigsten Landeplätze für Zugvögel – bis zu zwölf Millionen Tiere machen hier pro Jahr Halt. Keine Überraschung also, dass die Unesco die Landschaft 2009 als Weltnaturerbe anerkannt hat.

Naturraum von weltweiter Bedeutung

Die Zukunft des Wattenmeeres nachhaltig gestalten – das war das Ziel der 13. Trilateralen Regierungskonferenz zum Schutz des Wattenmeeres in Leeuwarden. Der Fokus liegt dabei auf einer Bildungs- und Informationsstrategie, wie die Regierungsvertreter aus Deutschland, Dänemark und den Niederlanden in einer gemeinsamen Erklärung festhielten. Für Schleswig-Holstein war Umweltstaatssekretärin Anke Erdmann zur Konferenz gereist. "Das Weltnaturerbe Wattenmeer ist ein Naturraum von weltweiter Bedeutung, unser generationenübergreifender Auftrag ist es, ihn zu schützen und zu erhalten", sagte sie.

Eine nachhaltige Zukunft

Mit der gemeinsamen Bildungsstrategie "Shaping a Sustainable Tomorrow" sei ein wichtiger Schritt getan, dieses Anliegen in den Köpfen und Herzen von noch mehr Menschen zu verankern, sagte Erdmann. Das könne etwa über Angebote zum Kennenlernen, Staunen und Naturerleben geschehen. "Einheimische, Gäste, Schulkinder, Kitas – für viele Gruppen und Altersklassen gibt es wattenmeerweit viele Angebote. Es ist mir daher ein besonderes Anliegen, die Zusammenarbeit mit Schulen und Kindertagesstätten im Rahmen der Strategie auszubauen."

Angebote in vier Sprachen

Ein junger Mann führt eine Gruppe Menschen durch das Watt. Wattwanderung FÖJ (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Wattführer bringen Touristen und Einheimischen den einzigartigen Naturraum nahe. © K. Christensen / grafikfoto.de

Die Internationale Wattenmeerschule in Husum hat die Bildungsstrategie entwickelt – gemeinsam mit verschiedenen Nationalpark-Informationsstellen an der schleswig-holsteinischen Westküste. Die Strategie richtet sich an alle, die Menschen das Wattenmeer nahebringen und Wissen über den Nationalpark und das Weltnaturerbe vermitteln wollen. Die Angebote werden in allen drei Wattenmeersprachen (niederländisch, dänisch und deutsch) sowie auf Englisch erarbeitet.

"Mein Dank geht an alle, die mit dem so vielfältigen Naturerlebnis-Angebot an der Westküste Schleswig-Holsteins jährlich hunderttausende Menschen erreichen und für die Einzigartigkeit des Lebensraums Wattenmeer und seinen Schutz sensibilisieren - von der Wattführung über die Wanderwerkstatt für Schulen, von der Tour mit einem Ranger über den Besuch eines Nationalpark-Infohauses bis hin zu den Nationalpark-Schulen und-Kindertagesstätten, die das ganze Jahr über Aktivitäten im Wattenmeer unternehmen", sagte Erdmann.

Regelmäßige Treffen

Seit 1978 treffen sich die Umweltminister alle drei bis vier Jahre zur Trilateralen Regierungskonferenz, wo sie eine gemeinsame Erklärung unterzeichnen und gemeinsame Initiativen zum Schutz des Wattenmeers anstoßen. So hatten die Partnerschaftsländer 2014 eine Strategie zum nachhaltigen Tourismus vereinbart. In den kommenden Jahren soll darüber hinaus ein Partnerschaftsnetzwerk mit Zentrum in Wilhelmshaven entstehen. "Wir wollen trilateral die Partnerschaften mit Akteuren verschiedener Interessensgruppen am Wattenmeer intensivieren", sagte Erdmann und lobte insbesondere das Engagement der Naturschutzverbände. "Das Wattenmeer ist ein weltweit einzigartiger Raum. Dass sich Dänemark, die Niederlande und Deutschland für seinen Schutz und Erhalt gemeinsam einsetzen, ist etwas Besonderes. Wir werden uns auch weiterhin für diesen Schatz vor unserer Haustür engagieren."

Staaten sprechen sich gegen Paraffin aus

Ein Wachsklumpen auf einem Strand, im Hintergrund geht eine Person vorbei. Das gesundheitsschädliche Paraffin-Wachs wird immer wieder an die Strände gespült. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Das gesundheitsschädliche Paraffin-Wachs wird immer wieder an die Strände gespült. © dpa

In ihrer Erklärung äußerten die Minister Bedenken, Paraffin in die Meeresumwelt zu leiten. Dieser chemische Stoff wird für die Herstellung von Kerzen, aber auch für Medikamente oder Kosmetikprodukte verwendet. Paraffin ist ein Massengut und wird in Tankern über das Meer transportiert. Wenn die Schiffe ihre Ladung in einem Hafen gelöscht haben, bleiben oft Rückstände des Wachses in den Tanks. Nach einer Vorreinigung im Hafen dürfen die Schiffe ihre Tanks außerhalb der 12-Meilen-Grenze legal ausspülen – die Rückstände gelangen ins Meer. Fressen Vögel oder Fische das Wachs, füllt sich ihr Magen, ohne dass sie Nährstoffe zu sich nehmen. Die Tiere verhungern buchstäblich bei lebendigem Leibe.

Die Kreise Nordfriesland und Dithmarschen hatten angeregt, das Problem in die Erklärung aufzunehmen. "In Übereinstimmung mit den Kreisen und einem einstimmigen Beschluss, den der Landtag bereits 2015 gefasst hatte, hätten wir aus Schleswig-Holstein uns zwar noch deutlichere Worte gewünscht, aber immerhin ist es gelungen, dieses für uns sehr wichtige Thema in der Erklärung zu verankern" sagte Staatssekretärin Erdmann.

Weitere Informationen

Common Wadden Sea Secretariat