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Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

Portraitfoto Dr. Robert Habeck
Dr. Robert Habeck

Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

Staatskanzlei

Eine Urkunde für das Wattenmeer

Datum 29.11.2017

Das Biosphärenreservat "Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Halligen" hat den Check-Up durch die Unesco bestanden. Dafür gab es eine Urkunde.

Kühe grasen auf einer saftigen Wieso auf der Hallig Langeness. Die Hallig Langeness ist Teil des Unesco-Biosphärenreservats Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, gehört jedoch nicht zum Nationalpark. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Die Hallig Langeness ist Teil Unesco-Biosphärenreservats Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. © Stock/ LKN.SH

Zwischen der Elbmündung im Süden und der dänischen Grenze im Norden erstreckt sich auf einer Fläche von 4.400 Quadratkilometern der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Der Nationalpark bietet über 3.200 Tierarten ein Zuhause und zieht jedes Jahr über zwei Millionen Besucher aus aller Welt an. Auch die Unesco hat die Wichtigkeit dieses einmaligen Ökosystems für Mensch und Tier entdeckt - aber nicht erst seit der Ernennung zum Weltnaturerbe 2009.

Anerkennung für Halligbewohner

"Die Auszeichnung als Unesco-Biosphärenreservat ist etwas Besonderes. Sie ehrt, was für die Halligbewohner Grundlage ihres Lebens ist: die wilde, eigensinnige Natur des Wattenmeeres verbunden mit der Kulturlandschaft – ein einzigartiger Raum, in dem die Menschen hier naturverträglich leben und wirtschaften", sagte Umweltminister Habeck während der Feierstunde auf der Hallig Nordstrandischmoor. Damit sei die Auszeichnung zugleich auch Anerkennung für das tägliche Tun der Halligbewohner.

Nachhaltige Entwicklung garantieren

Bereits 1990 hat die Institution den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer in das Programm "Man and Biosphere"– der Mensch und die Biosphäre (MAB) aufgenommen. Dieses besteht seit 1971 und hat zum Ziel, in Modellregionen eine nachhaltige Entwicklung in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht beispielhaft zu verwirklichen. Damit dieses Ziel erreicht wird, nimmt die Unesco regelmäßig sogenannte "Check-ups" vor, welche die Modellregionen evaluieren. Seit 2004 gehören die nordfriesischen Halligen Gröde, Hooge, Langeness, Nordstrandischmoor und Oland (die nicht Bestandteil des Nationalparks sind) als Entwicklungszone dazu.

Gemeinsam mehr erreichen

Aber nicht nur das schleswig-holsteinische Wattenmeer konnte überzeugen. Gemeinsam mit den Nationalparks von Hamburg und Niedersachsen hat es die Evaluierung gemeistert. Deshalb nahm auch Michael Pollmann, Staatsrat der Freien und Hansestadt Hamburg, auf Nordstrandischmoor eine Urkunde für die Hansestadt entgegen. Habeck kündigte an, dass künftig die drei deutschen Wattenmeer-Biosphärenreservate in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen verstärkt zusammenarbeiten werden. Dazu werde es regelmäßige Treffen geben. "Wir sind ein gemeinsamer Naturraum. Diese Besonderheit gilt es zu nutzen", sagte der Umweltminister.

Eine Kombination, die überzeugt

Die erneute Auszeichnung des Wattenmeers ist das Ergebnis einer umfangreichen Evaluierung, welche bereits 2014 gestartet ist. Damals besuchten internationale Unesco-Vertreter die Region. Im vergangenen Jahr reisten der damalige Direktor des MAB-Sekretariats, Han Quinli, und das Mitglied des Koordinierungsrates der Unesco, Petr Cupa, in die drei deutschen Wattenmeer-Biosphärengebiete. Dabei überzeugten sie nicht nur die Besonderheiten des Biosphärenreservates, Sachargumente und die gute Vorbereitung des Besuches durch die Nationalparkverwaltung, sondern auch die Halligleute mit ihrem Engagement für das Unesco-Programm. "Wir sind Biosphäre – dieses Bekenntnis der Menschen hier hat die Kommission offensichtlich beeindruckt. Zu recht. Denn ohne das Engagement der Leute hier würde es das Biosphärenreservat nicht geben", sagte Habeck. Die nächste Evaluierung findet in zehn Jahren statt.