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Müll im Meer

Staatskanzlei

Müll im Meer

Umweltminister Robert Habeck gibt Startschuss für Initiative gegen Plastikmüll auf Fehmarn.

Umweltminister Robert Habeck hat gemeinsam mit dem Fehmaraner Bürgermeister Jörg Weber den Startschuss für die Kampagne "im meer weniger plastik" gegeben. Die breit getragene Inselinitiative will gegen den Eintrag von Müll in Landschaft und Meere vorgehen und die Abgabe von Plastiktüten auf der Insel drastisch reduzieren.

Breites Bündnis gegen ein wachsendes Problem

"Plastikmüll und Mikroplastik schaden in besonderer Weise der Meeresumwelt. Seevögel etwa verhungern, weil sie Plastik statt Nahrung im Magen haben, das ist bedrückend. Wir müssen gegen die Vermüllung der Meere vorgehen", sagte Habeck am Internationalen Tag der Umwelt. Die Fehmaraner Kampagne sei vorbildlich. "Genau solche Aktionen von breiten Bündnissen brauchen wir, um gegen das wachsende Müllproblem vorzugehen", saget Habeck, der sich auf Fehmarn auch noch ein Bild vom Ausbau des Hafens Burgstaaken machte.

Portraitfoto Dr. Robert Habeck

Wir müssen gegen die Vermüllung der Meere vorgehen

Dr. Robert Habeck

Verzicht auf Plastiktüten

Zu den Initiatoren gehören die Strandpaten Fehmarn, der Verein Wassersport Fehmarn e.V., die Surfrider-Foundation, Bündnis 90/Die Grünen, des NABU Wasservogelreservat Wallnau und der Umweltrat Fehmarn. Das Bündnis möchte die Geschäftswelt der Insel motivieren, sich dem freiwilligen Verzicht auf Einwegplastiktüten anzuschließen. Die Aktion stößt schon heute auf eine breite Akzeptanz. Vom NABU wurde Fehmarn bereits als Pilotkommune im Rahmen des Projektes "Regionale Maßnahmen gegen Müll im Meer" ausgewählt.

Großer Aktionstag auf Fehmarn

Im Rahmen eines großen Aktionstages zum Start der Kampagne eröffnete Minister Habeck unter anderem die Wanderausstellung "Mensch-Müll-Meer" der EUCC- Küsten Union Deutschland e.V. im Rathaus. Im Anschluss besichtigte der Minister gemeinsam mit Vertretern der Stadt Fehmarn und der Initiative "im meer weniger plastik" mehrere Informationsstände und die Bannerausstellung "Müll wie Sand am Meer – alle betroffen – jeder gefordert" des NABU in den Räumen der VR Bank.

Auf dem Marktplatz hatten die Fehmeraner unter anderem die Möglichkeit 20 mitgebrachte Plastiktüten gegen einen Baumwollbeutel zu tauschen.

Hintergrund: Plastikmüll im Meer

Der Eintrag von Plastikmüll in marine Systeme stellt nicht nur ein ästhetisches Problem dar, sondern kann auch negative Folgen auf die Meeresumwelt und bestimmte maritime Wirtschaftszweige wie die Fischerei oder den Tourismus haben. Aktuelle Studien gehen davon aus, dass jährlich 5-13 Millionen Tonnen Plastikabfälle ins Meer gelangen.

Obwohl ein Großteil des marinen Plastikmülls in Schwellen- und Entwicklungsländern generiert wird, in denen Plastikabfälle meist nicht fachgerecht entsorgt werden, besteht auch in Deutschland ein Potential für eine effizientere Kreislaufwirtschaft und eine grundsätzliche Reduzierung der Produktion von Einwegplastikprodukten.

Mikroplastik besonders gefährlich

Erste Ansätze zur Reduzierung von Einwegplastikprodukten werden derzeit von der EU ausgearbeitet. Hierzu zählt unter anderem die EU-Richtlinie zur Reduzierung des Verbrauchs von dünnwandigen Plastiktüten.

Eine besondere Gefährdung für marine Systeme und Lebewesen stellt das sogenannte Mikroplastik dar. Dabei handelt es sich um Plastikpartikel die kleiner als 0,5 Millimeter sind. Dieses entsteht im Laufe von Jahrzehnten über physikalische und chemische Zersetzungsprozesse von Plastikprodukten, wird zum Teil jedoch auch direkt verschiedenen Kosmetika oder Reinigungsprodukten beigesetzt. Mikroplastik wird von marinen Lebewesen mit Kleinstlebewesen, die zur Ernährung dienen verwechselt und gelangt so in die Nahrungskette.

Schleswig-Holstein setzt sich auf politischer Ebene für einen Ausstieg aus dem Gebrauch von Mikroplastik ein.