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Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

Porträt
Jan Philipp Albrecht

Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

Staatskanzlei

Fischereiminister Jan Philipp Albrecht übergibt Förderbescheid an Strander Förde Garnelen GmbH für die Erweiterung der Garnelenfarm

Datum 09.09.2019

STRANDE. Fischereiminister Jan Philipp Albrecht hat heute in Strande bei Kiel der ‚Förde Garnelen GmbH & Co. KG‘ einen Zuwendungsbescheid über 1,88 Millionen Euro übergeben. ‚Förde Garnelen‘ wird in den kommenden zwei Jahren in Bülk bei Strande eine neue Produktionsstätte für bis zu 50 Tonnen Garnelen ("White Tiger Shrimps") pro Jahr errichten und damit die bisherige Kapazität von rund 5 Tonnen verzehnfachen. Die Förderung erfolgt im Rahmen des "Landesprogramms Fischerei und Aquakultur". 75 Prozent der Fördersumme stammen aus dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF), 25 Prozent steuert das Land bei. ‚Förde Garnelen‘ erhält damit einen öffentlichen Zuschuss von 50 Prozent zu der gesamten Investitionssumme von rund 3,76 Millionen Euro.

"Die Firma ,Förde Garnelen‘ wird vor den Toren der Landeshauptstadt eine hochmoderne Aquakultur-Kreislaufanlage errichten, die Maßstäbe setzt. Sie nutzt nicht nur energiesparend die Abwärme der benachbarten Einrichtungen der Kieler Stadtwerke, sondern sorgt durch den Einbau spezieller Beckenstrukturen auch für echte Fortschritte bei der tiergerechten Haltung von Garnelen in der Aquakultur", so Minister Albrecht anlässlich der Übergabe des Bescheides. "Ich freue mich sehr, dass unsere Anstrengungen für den Ausbau der heimischen Aquakultur mit dieser Investition nun Früchte tragen. Aquakultur in Kreislaufanlagen macht es möglich, Fische und Meeresfrüchte ohne umweltschädliche Nährstoffemissionen und ohne den Einsatz von Antibiotika zu erzeugen. Ich hoffe, dass dieses Beispiel Schule macht und weitere vergleichbare Investitionen in Schleswig-Holstein folgen werden", sagte Albrecht. 

Hintergrund:

Deutschland ist Fisch-Importland. Über 80 Prozent der hierzulande konsumierten Fische und Meeresfrüchte stammen aus dem Ausland. Die Garnelen stammen bislang bis auf wenige Ausnahmen aus Asien oder Südamerika und kommen tiefgefroren in den Handel. ‚Förde Garnelen‘ bringt nun bald eine größere Menge von vor Ort erzeugten, frischen Garnelen auf den heimischen Markt.

Das Land Schleswig-Holstein hatte im Jahr 2014 eine eigene Strategie zur Förderung der heimischen Aquakultur veröffentlicht. Ziel der Unterstützung dieses Sektors ist es, die Importabhängigkeit bei Fischen und Meeresfrüchten zu reduzieren und die hiesigen Potentiale für eine regionale und besonders nachhaltige Produktion künftig stärker zu nutzen. Die Ansiedlung von geschlossenen Kreislaufanlagen ist ein wesentliches Ziel dieser Landesstrategie.

Einen nennenswerten Beitrag zur Marktversorgung mit Fischen und Meeresfrüchten aus heimischer Aquakultur liefert aktuell nur die Muschelkulturwirtschaft an der Nordsee (Erntemenge 2018 rund 11.600 Tonnen; Quelle: Statistikamt Nord). Die Fischerzeugung in schleswig-holsteinischen Aquakulturen (2018: rund 206 Tonnen; überwiegend aus Teichwirtschaften) reicht bei weitem nicht aus, um den Bedarf zu decken.

Die Aufzucht von Fischen und Garnelen in geschlossenen Kreislaufanlagen ist ein vergleichsweise neues Verfahren. Bislang gibt es in Schleswig-Holstein noch keine größere kommerzielle Anlage und auch deutschlandweit sind erst wenige Farmen mit dieser Technologie in Betrieb. In Kreislaufanlagen wird das Wasser intern gereinigt und aufbereitet, sodass der Wasserverbrauch dieser Anlagen äußerst gering ist und unkontrollierte Nährstoffemissionen in natürliche Gewässer ausgeschlossen sind. Gleichzeitig kann auf Antibiotika vollständig verzichtet werden. Je nach Standort bieten Kreislaufanlagen die Möglichkeit, Wärmeüberschüsse von benachbarten Einrichtungen für die Erwärmung des Anlagenwassers zu nutzen, was die nachhaltige Erzeugung wärmeliebender Arten möglich macht.


Verantwortlich für diesen Pressetext: Patrick Tiede und Joschka Touré | Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung | Mercatorstraße 3, 24106 Kiel | Telefon 0431 988-7044 | E-Mail: pressestelle@melund.landsh.de | Medien-Informationen der Landesregierung finden Sie aktuell und archiviert im Internet unter www.schleswig-holstein.de | Das Ministerium finden Sie im Internet unter www.melund.schleswig-holstein.de

 

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