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Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

Porträt
Jan Philipp Albrecht

Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

© M. Staudt / grafikfoto.de

Große Nachfrage nach dem Programm „Schleswig-Holstein blüht auf“

Datum 14.09.2018

Umweltstaatssekretärin Erdmann: „Wir haben mit der Aktion einen Nerv getroffen“

NEUMÜNSTER/KIEL. Positive Bilanz für das Programm „Schleswig-Holstein blüht auf“: Insgesamt haben sich 202 Landwirtinnen und Landwirte sowie 153 Gemeinden und Unternehmen in diesem Jahr an der Aktion, bei der kostenloses Saatgut zur Aussaat auf großen Acker- bzw. Freiflächen durch das Umweltministerium zur Verfügung gestellt wurde, beteiligt. „Es ist beeindruckend, wie groß das Engagement ist - und zwar aus ganz verschiedenen Bereichen der Gesellschaft. Von Landwirtinnen und Landwirten über die Kommunen bis hin zu Unternehmen: Der Wunsch, dem Artensterben etwas entgegenzusetzen, ist offensichtlich da. Wir haben mit unserem Programm einen Nerv getroffen“, sagte Staatssekretärin Anke Erdmann heute (14. September) anlässlich der Neuanlage einer Blühfläche durch die Stadt Neumünster, die sie zusammen mit Dr. Holger Gerth, dem Landesnaturschutzbeauftragten, besuchte.

Blühflächen für Artenvielfalt

Ziel der Initiative ist es, über das ganze Land verteilt möglichst viele Blühflächen entstehen zu lassen. Diese können bis in den Spätsommer hinein Nahrung und Rückzugsräume für Insekten und auch Feldvögel bieten. Aber auch im städtischen Raum soll durch die Initiative das Blütenangebot erhöht werden. Hierfür hat das Land 2018 insgesamt 160.000 Euro bereitgestellt.

„Die Bilanz ist überwältigend, wir mussten auch noch mal Mittel nachschießen, um der großen Nachfrage gerecht zu werden“, sagte Erdmann. 900 Anfragen aus ganz Schleswig-Holstein sind beim Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL), der für die Koordinierung und Umsetzung der Initiative zuständig ist, eingegangen.

Umwerfende Resonanz aus der Landwirtschaft

Daraus wurden folgende Maßnahmen entwickelt: Im Frühjahr haben 202 Landwirte 4.725 Kilogramm der einjährigen Blühmischung „Bienenweide“ auf insgesamt 315 Hektar Fläche ausgebracht. Die Mischung aus insgesamt 13 Kultur-Pflanzen wie beispielsweise Bienenfreund, Buchweizen, Sonnenblume, Malve, Ringelblume, Koriander oder Inkarnatklee sorgt seit Juni für zusätzliche Blüten in der Ackerlandschaft.

Weitere Aussaat im Herbst

Jetzt im Spätsommer läuft mit der Anlage von artenreichen Wiesen der zweite Teil der Initiative an, der sich hauptsächlich an Kommunen, Unternehmen, Kirchen und Vereine richtet. Im Gegensatz zu den einjährigen Maßnahmen auf den Ackerflächen ist diese Maßnahme auf Langfristigkeit angelegt. „Auch hier war die Resonanz unerwartet groß. Allein etwa jede 7 Gemeinde des Landes wollte bei der Kampagne dabei sein. Das zeigt wie groß das Interesse ist“, so Erdmann. Insgesamt erhalten in diesem Jahr 153 Einrichtungen je nach Standort unterschiedliche Saatmischungen für die Einsaat von bunten Wiesen. Überwiegend wurden Grünflächen wie Rasenflächen in Parks, Obstwiesen und Straßenbegleitgrün ausgewählt. Aber auch außerhalb der Ortschaften gelegene Flächen wie beispielsweise Wiesen an Klärteichen wurden mit einbezogen.

Verteilt über ganz Schleswig-Holstein werden in diesem Herbst 55 Hektar Grünflächen aufgewertet, wofür 1.100 Kilogramm gebietsheimisches Saatgut benötigt werden. Die Auslieferung des Saatguts ist inzwischen nahezu abgeschlossen. In diesen Tagen erfolgt die Aussaat. Für ganz Schleswig-Holstein wurden dazu neun unterschiedliche Saatmischungen entwickelt. Die Wiesen-Saatmischungen enthalten nur Regio-Saat, also Saatgut von heimischen Wildpflanzen, an die auch die heimischen Insekten angepasst sind. Damit sich dauerhaft artenreiche Wiesen entwickeln, ist als Pflege eine ein- bis zweimalige Mahd mit Entfernung des Heus notwendig. Die Saatmischungen enthalten je nach Standort beispielsweise Kuckucks-Lichtnelke, Wiesen-Schaumkraut, Flockenblume, Acker-Witwenblume, Hornklee, Wegewarte, Echtes Leinkraut und unterschiedliche Gräser.

Biologische Vielfalt in Neumünster

Die Stadt Neumünster nimmt mit zwei Flächen mit einer Gesamtgröße von gut einem Hektar teil. Abgesehen von ihrem Wert als Lebensraum ergänzen die Flächen das innerstädtische Biotopverbundsystem. Auch Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras zeigt sich erfreut: „Mit der Anlage der Blühwiesen unterstützt die Aktion "Schleswig-Holstein blüht auf" in idealer Weise die Aktivitäten der Stadt Neumünster zum Erhalt der biologischen Vielfalt in der Stadt, die auch gleichzeitig eine Aufwertung des Stadtbildes und der Lebensqualität in der grünen Stadt Neumünster mit sich bringen."

Aktion geht vroaussichtlich 2019 weiter

Da bereits zahlreiche weitere Kommunen ihr Interesse an der Aktion signalisiert haben und Kommunen, die bereits in diesem Jahr teilgenommen haben, weitere Flächen aufwerten wollen, soll das Programm „Schleswig-Holstein blüht auf“ voraussichtlich auch im Jahr 2019 fortgeführt werden. Der DVL bietet daher auch künftig für interessierte Landwirtinnen und Landwirte, Kommunen und Unternehmen eine gezielte Beratung an und erstellt derzeit einen Leitfaden.

Ansprechpartnerin dort ist:

Kontakt

Deutscher Verband für Landschaftspflege
Wiebke Schoenberg
Telefon: 0431 649 973 30

Medien-Information vom 14. September 2018 zum Herunterladen (PDF 176KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Verantwortlich für diesen Pressetext: Jana Ohlhoff | Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung | Mercatorstraße 3, 24106 Kiel | Telefon 0431 988-7044 | E-Mail: pressestelle@melund.landsh.de | Medien-Informationen der Landesregierung finden Sie aktuell und archiviert im Internet unter www.schleswig-holstein.de | Das Ministerium finden Sie im Internet unter www.schleswig-holstein.de/melund

 

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