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Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

Porträt
Jan Philipp Albrecht

Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

© M. Staudt / grafikfoto.de

Landesregierung und TenneT starten Dialogverfahren zum Netzausbau der Westküstenleitung von Niebüll (Klixbüll/Süd) bis zur dänischen Grenze

Datum 18.04.2018

Energiewendeminister Habeck: "Energiewende ist eine über die Landesgrenzen hinausgehende Aufgabe."

NIEBÜLL. Die Westküstenleitung wird europäisch: Mit dem fünften Abschnitt nach Dänemark soll in Zukunft erneuerbarer Strom von Deutschland nach Dänemark fließen können und umgekehrt. Die 380-kV-Westküstenleitung soll dafür vom geplanten Umspannwerk Klixbüll/Süd (östlich von Niebüll) in Nordfriesland bis zum dänischen Netzverknüpfungspunkt Endrup in der Nähe von Esbjerg führen. Um die Planungen für diesen Leitungsabschnitt gut vorzubereiten und Bürgerinnen und Bürger sowie Verbände und Kommunen frühzeitig einzubeziehen, startet das Energiewendeministerium Schleswig-Holstein gemeinsam mit dem Vorhabenträger TenneT und in enger Kooperation mit dem Kreis Nordfriesland heute (18. April) ein Dialogverfahren in der Region.

"Der Bau von Stromleitungen greift immer in die Lebenswirklichkeit von Menschen und in die Natur ein. Aber wenn wir Atom- und Kohlestrom durch Erneuerbare ersetzen wollen, brauchen wir neue Netze", sagte Energiewendeminister Robert Habeck zur Auftaktkonferenz in Niebüll. "Der Netzausbau wird aber nur gelingen, wenn wir mit allen Beteiligten nach der besten Lösung suchen. Diese finden sich meist vor Ort."

Portraitfoto Dr. Robert Habeck

Energiewende ist eine über die Landesgrenzen hinausgehende Aufgabe. Wir müssen sicherstellen, dass die regenerative Energie transportiert und genutzt werden kann. Deswegen ist es gut, dass wir die Planungen der 380-kV-Westküstenleitung im engen Austausch mit Dänemark anpacken.

Dr. Robert Habeck

Dialogprozess soll Akzeptanz erhöhen

Ein Mann steht vor einer Wand, an der eine PowerPoint-Präsentation läuft. Zur Auftaktveranstaltung sprach Umweltminister Robert Habeck über die Fortschritte beim Netzausbau. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Zur Auftaktveranstaltung sprach Umweltminister Robert Habeck über die Fortschritte beim Netzausbau. © Umweltministerium

Ziel des Dialogverfahrens ist es, dass der planungsverantwortliche Netzbetreiber TenneT einen potenziellen Vorzugskorridor festlegen kann, der die Anregungen der Betroffenen und die Gegebenheiten vor Ort bestmöglich miteinbezieht. "Die Energiewende ist ein ungeheuer demokratisches Projekt, aber sie erklärt sich nicht von selbst. Sie findet stärker als in der Vergangenheit in der Fläche statt und ist auf Information und Beteiligung der Menschen und deren Feedback angewiesen. Und sie kann im besten Falle sinnvoll mit denen gestaltet werden, die von den Auswirkungen betroffen sein werden und frühzeitig auch ihre Vorschläge einbringen können. Wir gehen den Weg des Dialogverfahrens, weil ich mir erhoffe, dass sich TenneT gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern und der Verwaltung konstruktiv und kritisch in den Planungsprozess einbringt und die Leitung gut geplant, gesellschaftlich breit getragen und zügig gebaut wird", so Habeck. Die öffentliche Anhörung im Rahmen der Auftaktkonferenz in Niebüll ist Teil des Vorantragsabschnitts gemäß der EU-Verordnung zu Leitlinien für die transeuropäische Energieinfrastruktur. Das Dialogverfahren wird von der Deutschen Umwelthilfe begleitet und moderiert.

"Der fünfte Bauabschnitt verdeutlicht die europäische Dimension der Westküstenleitung als zentrales Infrastrukturprojekt der Energiewende", sagte TenneT-Geschäftsführer Lex Hartman. "Wir können damit eine weitere wichtige Verbindung herstellen, um den europäischen Energieaustausch und die Strommarktintegration zu verbessern und damit auch die Ziele der Energiewende zu erreichen. Dies eröffnet zukünftig die Möglichkeit, den in Nordfriesland und Dithmarschen produzierten Windstrom auch außerhalb der Grenzen Deutschlands zu den Verbraucherzentren zu transportieren", sagte Hartman.

Beteiligungskultur sorgt bundesweit für Aufmerksamkeit

Parallel veranstaltet der dänische Netzbetreiber Energinet ebenfalls Anhörungen der Öffentlichkeit (24. April in Bredebro, 25. April in Ribe, jeweils 19 Uhr) und informiert dort über die Planung von der Grenze bis ins dänische Esbjerg.

"Energiewende ist eine über die Landesgrenzen hinausgehende Aufgabe. Wir müssen sicherstellen, dass die regenerative Energie transportiert und genutzt werden kann. Deswegen ist es gut, dass wir die Planungen der 380-kV-Westküstenleitung im engen Austausch mit Dänemark gemeinsam anpacken“, sagte Energiewendeminister Habeck. „Die Westküstenleitung ist das Herzstück der Energiewende im Norden. Mittlerweile ist der erste Abschnitt am Netz, die Abschnitte zwei und drei sind im Bau – in Rekordgeschwindigkeit. Deutschlandweit gilt die hier entwickelte Beteiligungskultur und das Dialogverfahren als Vorbild und wird inzwischen bundesweit angewandt."

Hintergrund:

Planungsstand der Westküstenleitung

Der südliche erste Abschnitt der Leitung von Brunsbüttel bis Süderdonn ist bereits in Betrieb und transportiert seit Ende 2016 Windstrom in Richtung Süden. Der zweite Abschnitt von Süderdonn bis Heide ist genehmigt und seit November 2016 im Bau. Der dritte Bauabschnitt zwischen Heide und Husum wurde im März 2017 genehmigt, hier laufen bauvorbereitende Maßnahmen. Der vierte Abschnitt von Husum bis Niebüll (Klixbüll/Süd) soll Mitte 2018 genehmigt werden, dort finden bereits bauvorbereitende Maßnahmen, wie zum Beispiel Baugrunduntersuchungen statt. Bis Ende 2021 soll die Westküstenleitung als europäisches Vorrangprojekt (Project of common interest, PCI 1.3.1) nach Dänemark weitergeführt werden. Sie verläuft dann vom nordfriesischen Klixbüll auf rund 15 Kilometer Länge bis zur dänischen Grenze und von dort zum dänischen Endrup in der Nähe von Esbjerg.

Rechtliche Grundlage für die Westküstenleitung

Die 380-kV-Westküstenleitung hat ihre gesetzliche Grundlage im Bundesbedarfsplangesetz. Sie ist ein Projekt von gemeinsamem Interesse auf europäischer Ebene (PCI; Vorhaben Nr. PCI 1.3.1) und damit Teil der europäischen Infrastrukturplanung. Für PCI-Projekte gelten besondere Regeln für eine frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung und gestraffte Genehmigungsverfahren.

Medien-Information vom 18. April 2018 zum Herunterladen (PDF 198KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Verantwortlich für diesen Pressetext: Jana Ohlhoff | Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung | Mercatorstr. 3, 24106 Kiel | Telefon 0431 988-7044 | Telefax 0431 988-7137 | E-Mail: pressestelle@melund.landsh.de | Presseinformationen der Landesregierung finden Sie aktuell und archiviert im Internet unter http://www.schleswig-holstein.de | Das Ministerium finden Sie im Internet unter www.melur.schleswig-holstein.de

 

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