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Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

Porträt
Jan Philipp Albrecht

Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

Staatskanzlei

Kernkraftwerk Brunsbüttel: Vattenfall will Brennelemente umlagern

Datum 27.05.2016

KIEL. Die Betreibergesellschaft des Kernkraftwerks Brunsbüttel will die abgebrannten Brennelemente aus dem Reaktordruckbehälter entfernen und auf dem Betriebsgelände an einem anderen geeigneten Ort bereitstellen für die spätere Zwischenlagerung. Diese Absicht hat Vattenfall der zuständigen Atomaufsicht angezeigt und um Prüfung gebeten, wie das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume heute (27. Mai 2016) mitgeteilte.

Genügend CASTOR-Behälter für die 517 Brennelemente sind inzwischen vorhanden. Vattenfall hatte Stilllegung und Abbau des KKW Brunsbüttel im Jahre 2012 beantragt. Die Brennelementfreiheit ist Voraussetzung für den Beginn von Abbaumaßnahmen.

Als alternativer Lagerort kommt nach Einschätzung des Betreibers vorzugsweise das Gebäude des Standortzwischenlagers in Frage, das vor gut zehn Jahren zur Aufbewahrung abgebrannter Brennelemente in CASTOR-Behältern in Betrieb ging. "Dieses Anliegen ist nachvollziehbar. Wir werden von Sachverständigen prüfen lassen, inwiefern konkret am Standort Brunsbüttel Trockenlagerung in CASTOR-Behältern geeigneter ist als die Nasslagerung im über 40 Jahre alten Reaktorgebäude und ob dies dazu führt, die Sicherheit zu optimieren. Diese wäre Voraussetzung für einen solchen Weg", sagte Energiewende- und Umweltminister Robert Habeck in Kiel. Er bot an, kommende Woche im Umwelt-und Agrarausschuss zum dem Thema zu berichten.

Rechtlich wird die Behörde außerdem prüfen, ob eine derartige Bereitstellung von der gültigen Betriebsgenehmigung für das Kernkraftwerk gedeckt ist und unter welchen Voraussetzungen sie zugelassen werden kann. Für die sich anschließende Zwischenlagerung bemüht sich Vattenfall derzeit um eine Genehmigung nach § 6 Atomgesetz beim Bundesamt für Strahlenschutz.

Hintergrund:
Das Standortzwischenlager verfügt gegenwärtig über keine atomrechtliche Genehmigung. Die Genehmigung des Bundesamtes für Strahlenschutz ist im Januar 2015 rechtskräftig gerichtlich aufgehoben worden. Die Gerichte hatten bemängelt, dass der Terrorschutz nicht ausreichend nachgewiesen sei. Seitdem werden die neun CASTOR-Behälter (mit insgesamt 468 Brennelementen), die sich bereits im Standortzwischenlager befinden, durch eine Verfügung der schleswig-holsteinischen Reaktorsicherheitsbehörde vorübergehend geduldet. Sollten die Brennelemente aus dem Reaktordruckbehälter in dem Gebäude bereitgestellt werden, kämen 11 weitere CASTOR-Behälter hinzu. Vattenfall hat im November 2015 eine neue Genehmigung für das Zwischenlager beantragt.


Nicola Kabel | Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume | Mercatorstr. 3, 24106 Kiel | Telefon 0431 988-7201 | Telefax 0431 988-7137 | E-Mail: pressestelle@melund.landsh.de
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