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Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

Porträt
Jan Philipp Albrecht

Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

Staatskanzlei

Seeadler aus Dithmarschen mit verbotenem Pflanzenschutzmittel vergiftet

Datum 07.07.2015

KIEL: Die am 21. Juni 2015 in einem Wald bei St. Michaelisdonn in Dithmarschen tot aufgefundenen Seeadler sind vergiftet worden. Wie das Umweltministerium heute (7. Juli 2015) mitteilte, war eine gesamte Seeadlerfamilie betroffen – sowohl die beiden Alttiere als auch die beiden fast flüggen Jungadler.

Zunächst waren das Seeadlermännchen und mögliche Köderstücke aufgefunden worden. Wenige Tage später wurden das Weibchen entdeckt und die beiden toten Jungvögel aus dem Nest geborgen. Untersuchungen im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin haben nun ergeben, dass zumindest das Weibchen sowie die beiden Jungtiere durch das Pflanzenschutzmittel Mevinphos vergiftet wurden. Die Untersuchung des männlichen Tieres ist noch nicht abgeschlossen.

Mevinphos ist in keinem Land der Europäischen Union zugelassen. Eine versehentliche Vergiftung der Seeadler kann deshalb ausgeschlossen werden. "Seeadler stehen unter strengem Artenschutz. Es handelt sich hier offenbar um einen kriminellen Verstoß gegen das Naturschutzrecht. Es ist bereits Strafanzeige gestellt worden. Ich hoffe sehr, dass die Verantwortlichen ermittelt werden", betonte Umweltminister Robert Habeck.

Der WWF-Deutschland teilte dem Umweltministerium mit, dass er für die Ergreifung der Täter eine Belohnung von 5.000 Euro aussetzen werde. Der WWF zeigt sich als Mitglied der Projektgruppe Seeadlerschutz sehr besorgt über die Entwicklung insbesondere in Dithmarschen und befürchtet, dass durch solche Vergehen die Jahrzehnte währenden Bemühungen im Seeadlerschutz letztlich doch zunichte gemacht werden könnten.

Nach hiesigen Erkenntnissen wurden mit dem neuen Fall in den letzten Jahren mindestens 13 Seeadler mit dem Verdacht auf Vergiftung aufgefunden und im Auftrag des MELUR bzw. anderer Träger auf Gifte untersucht. 8 Vögel wurden mit Mevinphos, einer mit Carbofuran und einer mit Parathion vergiftet. Alle diese Pflanzenschutzmittel sind in der EU mittlerweile verboten. Es ist der zweite Fall in Dithmarschen in diesem Jahr.


Verantwortlich für diesen Pressetext:

Nicola Kabel | Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume | Mercatorstr. 3, 24106 Kiel | Telefon 0431 988-7201 | Telefax 0431 988-7137 | E-Mail: pressestelle@melund.landsh.de
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