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Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

Porträt
Jan Philipp Albrecht

Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

© M. Ruff / grafikfoto.de

Umweltminister Habeck gibt den Startschuss für die kontrollierte Wiedervernässung der Geltinger Birk: "Erstmals seit 150 Jahren kann wieder Ostseewasser in die Birk strömen"

Datum 16.09.2013

FLINTBEK / NIEBY. Mit dem Startschuss für die kontrollierte Wiedervernässung der Geltinger Birk wird das größte Naturschutzprojekt Schleswig-Holsteins auf die Zielgerade gebracht. Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck öffnete heute ein Rohr durch den Deich nördlich Falshöft, damit erstmals nach 150 Jahren wieder Ostseewasser in die Birk strömen kann. "Die Birk hat sich in den letzten Jahren zu einem Natur-Juwel ganz besonderer Art entwickelt, das Touristen anzieht. Durch die Wiedervernässung kann sie noch vielfältiger, artenreicher und naturnäher werden."

Großen Anteil an den aufwändigen Planungen haben aus Sicht des Ministers die Mitarbeiter der Integrierten Station Geltinger Birk. "Sie haben mit den Menschen aus der Region dieses große und komplexe Naturschutzprojekt vorangetrieben und in der Region viel bewegt", sagte Habeck. Die integrierte Station feierte heute mit einem Fest ihr zehnjähriges Bestehen.

Seit mehr als 150 Jahren wird die Birk entwässert und der Wasserstand auf mehr als drei Meter unter den Meeresspiegel abgepumpt. Sie wurde landwirtschaftlich genutzt, aber es hat sich gezeigt, dass Ackern auf Meeresboden schwierig ist und die Flächen ein größeres Potential als Feucht- und Salzwiesen entwickeln. Die Flächen konnten vor 20 Jahren von der Stiftung Naturschutz erworben werden und sind seitdem naturnäher entwickelt worden. Durch über 30 einzelne Baumaßnahmen wurde die Vernässung von langer Hand vorbereitet; neue Feuchtlebensräume sowie Nahrungs- und Brutflächen für zahlreiche Vogelarten sind im Entstehen. Das Erleben der Birk wurde durch die Anlage neuer Wanderwege verbessert. Ebenso bleiben die Wildpferde und die 300 Rinder bei den angestrebten höheren Wasserständen (auf etwa 1 Meter unter dem Meeresspiegel) dem Gebiet und ihren Besuchern erhalten.

"Das ist alles von langer Hand vorbereitet und die Tiere haben ausreichend Flächen, um auszuweichen. Sie kennen die Birk sehr genau und wissen, wo sie was Leckeres zum Fressen oder ein trockenes Plätzchen finden", erklärte der Leiter der Integrierten Station, Nils Kobarg. "Die Station hat mit ihrer Arbeit die Geltinger Birk weiter für Besucher erschlossen und mit der Vernässung wird sie jetzt auch ökologisch noch interessanter", kündigt der Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR), Wolfgang Vogel an.

Geregelt wird der Wasserstand weiterhin über die Pumpen im Schöpfwerk an der Mühle Charlotte. Zwei weitere Schöpfwerke und ein Hebewerk garantieren, dass die an die Birk grenzenden Flächen nicht von der Vernässung betroffen sind. Der Wanderweg auf dem Deich nördlich von Falshöft wurde ebenfalls in diesem Zusammenhang gesichert. Ein Weg wird noch durch eine Brücke an die zukünftig zu erwartenden Wasserstände angepasst, so dass die Menschen auch in Zukunft ihre Birk umwandern und erleben können.

In ihrer Größe und Komplexität ist diese Naturschutzmaßnahme die derzeit umfangreichste im Land Schleswig-Holstein. Die Teilprojekte werden aus Geldern des Landes sowie mit EU-Mitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raumes ELER finanziert.

Außerdem feierte die "Integrierte Station Geltinger Birk (ISGB)" ihr Jubiläum. Dabei waren auch LLUR-Direktor Wolfgang Vogel, sowie Volker Lippert, Bürgermeister der Birk-Gemeinde Nieby, Thomas Johansen, Amtsvorsteher des Amtes Geltinger Bucht, Hermann Schultz, Landesvorsitzender des NABU und Herlich Marie Todsen-Reese, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Diese Personen stehen stellvertretend für die vier Kooperationspartner in der Station.

Die ISGB ist eine von derzeit vier Integrierten Stationen des Landes, in denen hauptamtlicher und ehrenamtlicher Naturschutz sowie Regionalentwicklung in den jeweiligen Regionen zusammengeführt werden. In der ISGB sind vier hauptamtliche Mitarbeiter des LLUR tätig. Sie arbeiten dort mit den Ehrenamtlern des NABU, des Wildpferdevereins, des Hegerings und der Gemeinde Nieby zusammen. Alle werden von einem Förderverein sowie zertifizierten Natur- und Landschaftsführern unterstützt.

Die Integrierte Station ist Basis für die Entwicklung und Betreuung der Geltinger Birk und Anlauf¬punkt für alle naturkundlich interessierten und engagierten Menschen in der Region. Die Mitarbeiter der Station sind in sieben weiteren Schutzgebieten zwischen Flensburg und der Eckernförder Bucht aktiv und führen hier jedes Jahr zahlreiche Naturschutz- und Besucherlenkungsmaßnahmen durch.


Verantwortlich für diesen Pressetext: Nicola Kabel | Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume | Mercatorstr. 3, 24106 Kiel | Telefon 0431 988-7068 | Telefax 0431 988-7137 | E-Mail: pressestelle@mlur.landsh.de

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