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Feste Fehmarnbeltquerung

© Femern A/S

Feste Fehmarnbeltquerung

Dänemark und Deutschland planen den Bau einer festen Querung des Fehmarnbelts, die die schleswig-holsteinische Insel Fehmarn direkt mit der dänischen Insel Lolland verbindet und so den skandinavischen Raum enger mit Kontinentaleuropa zusammenrücken lässt.

Mit einer festen Querung wird die natürliche Barriere des Fehmarnbelts überwunden. Gleichzeitig wird mit der Fehmarnbeltquerung die letzte große Lücke im grenzüberschreitenden Verkehrsnetz Nordeuropas geschlossen. Dadurch entsteht eine grenzübergreifende Fehmarnbeltregion mit einem starken Wirtschaftspotenzial und neuen Chancen für die deutsch-dänische Zusammenarbeit.

Zwei Länder sind sich einig

Dieses binationale Projekt haben beide Länder per Staatsvertrag miteinander vereinbart. Das Königreich Dänemark ist für die Planung, den Bau, die Finanzierung und den Betrieb der Festen Fehmarnbeltquerung sowie den Ausbau der dänischen Anbindung allein zuständig.

Deutschland hat sich durch den Staatsvertrag vom 3. September 2008 mit Dänemark zum Ausbau der Straßen- und Schienenanbindung auf deutscher Seite verpflichtet. Dazu gehört der vierstreifige Ausbau der Bundesstraße B 207 zwischen Heiligenhafen-Ost und Puttgarden sowie die Elektrifizierung und der zweigleisige Ausbau der Schienenverbindung zwischen Lübeck bis Puttgarden.

Gute Perspektiven für eine starke Region

Nach Fertigstellung des Tunnels und dem Ausbau der Schienen- und Straßenanbindungen beiderseits des Belts wird die sogenannte Vogelfluglinie als kürzeste Verbindung zwischen Skandinavien und dem Festland zu einer der leistungsstärksten Transportachsen von und nach Skandinavien werden. Die Reisezeit zwischen Kontinentaleuropa und Skandinavien wird sich durch die neue Verbindung erheblich verkürzen.

Die Feste Fehmarnbeltquerung eröffnet darüber hinaus Perspektiven für den verstärkten Austausch und eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft, Tourismus, Bildung, Forschung und Kultur.

Ausbildung ohne Grenzen

Wer einen Ausbildungsplatz sucht oder anzubieten hat, sollte die gesamte Beltregion im Blick haben: In Schleswig-Holstein werden Auszubildende dringend gesucht, in der dänischen Region Loland-Falster hingegen gibt es zu wenige Ausbildungsplätze. Gute Gelegenheit also für Austausch und bilaterale Zusammenarbeit. Deshalb haben IHK zu Lübeck und Handwerkskammer Lübeck zusammen mit der Bundesagentur für Arbeit und dänischen Partnern das Fehmarnbelt-Ausbildungsbüro gegründet.

Nähere Informationen finden Sie hier: Fehmarnbelt Ausbildungsbüro

TEN-T Scandinavian-Mediterranean Corridor (Grafik) TEN-T Scandinavian-Mediterranean Corridor (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Mit der Festen Fehmarnbeltquerung wird eine letzte Lücke im Transeuropäischen Verkehrsnetz Nordeuropas geschlossen © Femern A/S

Vorteile der Festen Fehmarnbeltquerung

Der Transport von Gütern und Menschen per Schiene oder Straße wird zukünftig schneller und damit kostengünstiger sein, das heißt: Der Wirtschaftsraum Norddeutschland wächst stärker mit Skandinavien zusammen. Die zunehmenden Güterverkehre erhalten neben der Straßenverbindung eine attraktive und leistungsfähige Option per Zug. Das ist positiv für die Umwelt.

  • Der grenzüberschreitende Arbeits- und Absatzmarkt wird besser erreichbar sein, das heißt: Die Zahl derer, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben und in Dänemark arbeiten, wird sich erhöhen. Damit bleibt die Kaufkraft in der Region erhalten, die Beschäftigungsoptionen verbessern sich. Das ist für die Region Ostholstein besonders wichtig.
  • Die Erreichbarkeit der touristischen Destinationen wird verbessert, das heißt: Es erhöht sich die Chance, neue Gästepotenziale zu gewinnen, insbesondere im Tages- und Tagungstourismus. Gerade für dänische und schwedische Geschäftsleute werden die Bäderorte und vor allem Lübeck mit verkürzter Anreisezeit noch interessanter.
  • Die grenzüberschreitende Kooperationsbereitschaft im Bereich Technologie, Wissenschaft und Kultur wird gefördert, das heißt: Höhere und nachhaltige Wertschöpfung wird für Schleswig-Holstein und den norddeutschen Raum erzeugt.
  • Gute Potenziale ergeben sich für Unternehmensansiedlungen entlang der A 1, das heißt: Es entsteht eine neue Ansiedlungsdynamik zwischen Hamburg bis in den Raum Lübeck hinein, vor allem in den Bereichen Logistik und Dienstleistungen im Verkehrs- und Transportbereich.

Der Tunnel

Mit einer Länge von 17,6 Kilometer wird der Fehmarnbelttunnel zwischen der schleswig-holsteinischen Insel Fehmarn und der dänischen Insel Lolland der bisher längste kombinierte Eisenbahn- und Straßentunnel sein. Er wird einer der sichersten und fortschrittlichsten Tunnel seiner Art sein. Die erwarteten Kosten von ca. 7,1 Milliarden Euro trägt Dänemark mit Unterstützung der EU alleine.

Das dänische Parlament hat am 28. April 2015 mit der Verabschiedung des Baugesetzes die Voraussetzung zum Bau des Tunnels auf dänischer Seite geschaffen. Auf deutscher Seite wurde der Planfeststellungsbeschluss am 31.01.2019 von der zuständigen Planfeststellungsbehörde in Schleswig-Holstein erlassen. Der Beschluss wurde beklagt.
Am 03.11.2020 wurden die Urteile vom Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gefällt. Alle verbliebenen Klagen wurden abgewiesen, somit besteht für das Vorhaben auch auf deutscher Seite Baureife.

Der erste symbolische Spatenstich erfolgte im Rahmen einer virtuellen Veranstaltung durch Minister Engelbrecht (DK) am 1.1.2021. Bundesminister Andreas Scheuer und Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz waren online dazu geschaltet.
Der Tunnel soll 2029 in Betrieb genommen werden.

Anbindung Schiene

Die Deutsche Bahn AG (DB AG) plant eine zweigleisige, elektrifizierte, rund 88 Kilometer lange Schienenanbindung zwischen Lübeck und Puttgarden. Im Rahmen eines Raumordnungsverfahrens hat die Landesregierung die raumverträglichste Variante der geplanten Bahntrasse ermittelt und am 2014 der Öffentlichkeit vorgestellt. Auf Basis dieses Ergebnisses und unter Berücksichtigung des Bundestagsbeschlusses vom 2. Juli 2020 zu übergesetzlichen Maßnahmen setzt die DB AG die weiteren Planungen fort.

Im 2. Halbjahr 2020 erfolgte die Auslegung für den Planungsabschnitt 6 der insgesamt zehn Abschnitte für das Planfeststellungsverfahren. Weitere sind in Vorbereitung.

Die Inbetriebnahme der Schienenanbindung ist für 2029 vorgesehen.

Anbindung Straße

Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) hat als Vorhabenträger den Ausbau der Bundesstraße 207 geplant. Zwischen Heiligenhafen-Ost und Puttgarden soll die B 207 auf einer Länge von 16,3 Kilometern vierstreifig mit Standstreifen ausgebaut werden. Der Planfeststellungsbeschluss wurde am 31. August 2015 erlassen. Es sind Klageverfahren anhängig. Die mündliche Verhandlung für die noch  verbliebenden drei Klagen soll vor dem OVG in Schleswig im Juni 2021 fortgesetzt werden.

2019 hat das Land Schleswig-Holstein mit der Deutschen Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) einen Dienstleistungsvertrag abgeschlossen, mit dem die weitere Projektbegleitung an die DEGES übertragen wurde.

Die Fehmarnsundquerung

Bei der bestehenden Fehmarnsundquerung handelt es sich um eine kombinierte Eisenbahn- und Straßenbrücke, die die Insel Fehmarn mit dem schleswig-holsteinischen Festland verbindet. Sie wurde 1963 fertiggestellt. Die denkmalgeschützte Fehmarnsundbrücke stellt jedoch mit Blick auf die zukünftigen Verkehre nach Fertigstellung der Fehmarnbeltquerung einen Engpass dar.

Daher haben die beiden Vorhabenträger – DB Netz AG und LBV.SH – die Planung für eine neue Fehmarnsundquerung (FSQ) aufgenommen. Im Rahmen der Vorplanung wurde nach umfangreichen Untersuchungen und nach Abwägung aller Aspekte der Bau eines Absenktunnels mit vier Fahrsteifen für die Straße und zwei Gleisen für die Schiene sowie der Erhalt der Sundbrücke für den langsamen Verkehr als Vorzugsvariante definiert, die der weiteren Entwurfs- und Genehmigungsplanung zugrunde zu legen ist. Die weitere Projektbearbeitung wurde 2019 vom Land an die DEGES übertragen.

Auf einen Blick - Das wollen wir erreichen:

1 Dänemark und Schleswig-Holstein werden weiter zusammenwachsen

2 Mit der Festen Fehmarnbeltquerung wird der Transport von Gütern und Personen von und nach Skandinavien schneller, billiger und umweltschonender

3 Die Region wird hochwertig erschlossen. Das Land setzt sich dafür ein, dass entlang der neuen Magistrale neue Arbeitsplätze und Wertschöpfungspotentiale entstehen

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