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Versorgungsbeitrag der Erneuerbaren Energien

© M. Staudt / grafikfoto.de

Für Aktivitäten und Erfolge beim Ausbau der Erneuerbaren Energien hat Schleswig-Holstein im Bundesländervergleich 2019/2020 der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) – gemeinsam mit Baden-Württemberg - Platz 1 errungen. In dem Länderporträt Schleswig-Holsteins hat die AEE unter anderem die energiepolitische Programmatik und Zielsetzungen, Energieberichte und -statistiken, Landesenergieagenturen, Förderung der Elektromobilität sowie industrie- und technologiepolitische Erfolge als Kriterien für diese Entscheidung hervorgehoben

Die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien erreichte 2019 rechnerisch ein Verhältnis zum Bruttostromverbrauch in Schleswig-Holstein von rund 154 Prozent. Dieses ist knapp viermal so hoch wie im Bundesdurchschnitt, wo 42 Prozent erreicht wurden. Schleswig-Holstein nimmt damit einen Spitzenplatz beim Ausbau der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien ein. Die Stromerzeugung aus Kohle und Atom geht dagegen zurück.

In der Gesamtregion Hamburg und Schleswig-Holstein hat Strom aus Erneuerbaren Energien 2019 einen Anteil von rund 84 Prozent erreicht. Die Gesamtregion ist damit selbst rechnerisch von 100 Prozent regenerativer Bedarfsdeckung noch deutlich entfernt, erst recht im Hinblick auf eine zeitgleiche Deckung.

Daten zu Erneuerbaren Energien in Schleswig-Holstein

Energiewendeministerium und Statistikamt Nord legten im Februar 2021 eine vollständige Bilanz des Versorgungsbeitrags der Erneuerbaren Energien für die Jahre 2006-2019 auf den drei Teilmärkten Strom, Wärme und Kraftstoffe sowie für das Ausbauzielszenario bis 2025 vor.

Im Wärmesektor lag der Anteil der Erneuerbaren Energien in Schleswig-Holstein mit knapp 17 Prozent über dem deutschlandweiten Anteil von 14 Prozent. Beim Anteil der Erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch – also in der Summe der drei Teilmärkte Strom, Wärme und Kraftstoffe einschließlich Energieverbrauch im Umwandlungsbereich und Verlusten –  erreichte Schleswig-Holstein mit 39 Prozent mehr als doppelt so viel wie der Bundesdurchschnitt von knapp 18 Prozent.

Anteile der Erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch auf den drei Teilmärkten Strom, Wärme, Kraftstoffe 2018 Anteile der Erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch auf den drei Teilmärkten Strom, Wärme, Kraftstoffe 2018 (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Anteile der Erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch auf den drei Teilmärkten Strom, Wärme, Kraftstoffe 2018 © MELUND

Bei Betrachtung aller drei Teilmärkte Strom, Wärme und Mobilität leisteten im Jahr 2019 Windenergie an Land mit 39 Prozent, Biomasse mit 32 Prozent und Wind Offshore mit 23 Prozent die höchsten Versorgungsbeiträge.

2019 sind Erlöse für EEG-Anlagen (Vergütungen und Erlöse aus Direktvermarktung) von rund 3,45 Mrd. Euro an Anlagen mit Netzanbindung in Schleswig-Holstein geflossen. Davon entfielen 1,3 Mrd. Euro auf Wind Offshore und 2,2 Mrd. Euro auf EE-Anlagen an Land. Von den EEG-Zahlungsströmen profitieren Anlagenhersteller, -betreiber, -installateure, Beschäftigte und Kommunen.

Schleswig-Holstein war 2019 bei der Durchschnittsvergütung für EE-Anlagen an Land um 1,7 Cent pro Kilowattstunde günstiger als der bundesweite Durchschnitt. Wesentlicher Grund ist der hohe Anteil der kostengünstigen Windenergie am EEG-Strommix in Schleswig-Holstein.

2019 wurden in Schleswig-Holstein 3.351 Gigawattstunden Strom aus Wind an Land, Sonne und Biomasse abgeregelt. Hinzu kamen 399 Gigawattstunden Abregelung von Wind Offshore mit Netzanbindung in Schleswig-Holstein. Die hohen Abregelungen und der stetige Anstieg der von den Stromnetzen aufgenommenen Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien sind eine Bestätigung für erste Erfolge und weitere Notwendigkeit des zügigen Ausbaus von Stromnetzen und Flexibilitäten. Weitere Informationen finden Sie hier.

Erneuerbare Energien aus Schleswig-Holstein haben 2019 bereits eine Treibhausgasminderung von 17,2 Mio. Tonnen CO2-Äquivalenten bewirkt. Davon entfielen 13,7 Mio. Tonnen (80 Prozent) auf die Windenergie und 2,6 Mio. Tonnen (15 Prozent) auf Biomasse. Es handelt sich dabei um eine Nettorechnung, das heißt die eigenen Treibhausgasemissionen von Erneuerbaren Energien (insbesondere im Bereich Biomasse) sind berücksichtigt.

Gemäß dem Ende März 2017 in Kraft getretenen Energiewende- und Klimaschutzgesetz wird für Schleswig-Holstein eine Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien von mindestens 37 Terrawattstunden bis zum Jahr 2025 angestrebt. Damit kann dann die Gesamtregion Hamburg und Schleswig-Holstein mit Strom aus Erneuerbaren Energien versorgt werden.

Detaillierte Informationen zum Ausbau der Erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2019 sind im Downloadbereich verfügbar.

Weitere Informationen

Erneuerbare Energien in Zahlen in Schleswig-Holstein - Versorgungsbeitrag in den Jahren 2006-2019, Ausbauszenarien Strom und Wärme bis zum Jahr 2025, Treibhausgasminderung und wirtschaftliche Effekte (PDF, 2 MB, Datei ist barrierefrei/barrierearm)

Studie "Energiepotenzial aus Biomasse und Versorgungsbeitrag für das Jahr 2020" (PDF 1MB, Datei ist nicht barrierefrei)

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