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Landespolizei Schleswig-Holstein

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Verkehrssicherheitsbericht 2018 vorgestellt

Durch Innenminister Hans-Joachim Grote, Landespolizeidirektor Michael Wilksen und Polizeidirektor Axel Behrends wurde heute (04.03.2019) in Kiel der Verkehrssicherheitsbericht 2018 vorgestellt.

Hier die wesentlichen Feststellungen:

  • Erneut weniger Verletzte, aber mehr Verkehrstote
    Die Anzahl der im vergangenen Jahr auf Schleswig-Holsteins Straßen verletzten Verkehrsteilnehmer ist erneut um -1,6 % gesunken.
    Die Anzahl der Unfalltoten ist 2018 jedoch auf 122 deutlich angestiegen, nachdem 2017 ein historischer Tiefststand von 100 zu vermelden war. Seit dem Jahr 2010 ist festzustellen, dass die Anzahl der Unfalltoten im Rahmen von 100 bis 122 schwankt. Der langfristig abnehmende Trend setzt sich leider nicht mehr konsequent fort. 1999 kamen noch 265 Menschen im Straßenverkehr ums Leben.
  • Hauptunfallursachen: Vorfahrtsmissachtung, Fehler beim Abbiegen, nicht angepasste Geschwindigkeit
    Die drei Hauptunfallursachen auf dem gesamten Straßennetz bleiben wie in den Jahren zuvor unverändert. Sowohl Vorfahrsmissachtungen als auch Fehler beim Abbiegen wurden jeweils bei 17 % der Verkehrsunfälle am häufigsten als Unfallursache festgestellt.Danach wurde die nicht angepasste Geschwindigkeit bei 12 % der aufgenommenen Verkehrsunfälle ermittelt.
  • Autobahnen wieder sicherer geworden
    Die Autobahnen im Lande sind sicherer geworden. Das erste Mal seit fünf Jahren ist die Zahl der Unfälle auf fast allen Autobahnen rückläufig (-8,8 %). Auch die Zahl der Verunglückten sank um -1,8 %. Nicht angepasste Geschwindigkeit ist auf Autobahnen nach wie vor die Unfallursache Nr.1. Zur Bekämpfung von Geschwindigkeits- und Aggressionsdelikten auf Autobahnen setzt die Landespolizei moderne Video- und Radartechnik ein.
  • Mehr Menschen durch Unfälle mit Güterkraftfahrzeugen verunglückt
    Die Zahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Güterkraftfahrzeugen ist im Jahr 2018 zwar leicht zurückgegangen, dennoch wurden mehr Menschen bei diesen Unfällen verletzt. Lkw-Unfälle sind besonders schwere Unfälle. Deshalb wird die Landespolizei diesen Kontrollbereich intensivieren und personell verstärken. Die Beanstandungsquote bei den regelmäßigen Lkw-Kontrollen liegt nach wie vor bei über 40 %.
    Darüber hinaus wird Schleswig-Holstein 2019 die Federführung für die bundesweite Verkehrssicherheitsaktion sicher.mobil.leben übernehmen und unter dem Motto „Brummis im Blick“ einen besonderen Schwerpunkt setzen.
  • Langfristig positiver Trend bei Jungen Fahrern
    Junge Fahrer (18- unter 25 Jahre) sind gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil überdurchschnittlich häufig am Unfallgeschehen beteiligt. Die Sicherheitslage für junge Kraftfahrer weist jedoch seit längerem eine positive Entwicklung auf. Die Anzahl der Leicht- und Schwerverletzten ging erneut deutlich zurück (-10,5 %). Leider verstarben im vergangenen Jahr 5 „Junge Fahrer“ mehr im Straßenverkehr. Bei diesen schwerwiegenden Verkehrsunfällen wird häufig Alkohol- und/oder Drogenkonsum als Unfallursache festgestellt. Die Landespolizei verfolgt die typischen Aggressionsdelikte sowie den Missbrauch von Alkohol, Drogen und Medikamenten im Straßenverkehr weiterhin konsequent.
  • Mehr verunglückte Fahrradfahrer
    Die Förderung des Radverkehrs und der steigende Marktanteil an Pedelecs zeigen auch seine Schattenseiten. Die Zahl der Verkehrsunfälle, an denen Radfahrer beteiligt waren, ist die höchste seit Auswertung dieser Verkehrsteilnehmer. Jeder vierte Verunglückte im Straßenverkehr war ein Radfahrer. Die Anzahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Pedelec-Fahrern ist um mehr als 50 % gestiegen. Sie machen mittlerweile einen Anteil von 13 % aller Radfahrunfälle aus.
    Vor allem die ältere Generation ab 65 Jahren, die ihre Mobilität als Pedelec-Fahrer erweitert, ist besonders verletzungsgefährdet. Die Landespolizei kontrolliert Fahrradfahrer im täglichen Streifendienst und gibt Präventionstipps für ältere Verkehrsteilnehmer.
  • Handy am Steuer wird offizielle Unfallursache
    Ablenkung ist eine zunehmende und oft unterschätzte Gefahr im Straßenverkehr. Die Benutzung von Handys und anderen elektronischen Geräten am Steuer lenkt ab und ist verboten. 2018 hat die Landespolizei Schleswig-Holstein unter dem Motto „Runter vom Gas – Finger vom Handy“ einen Überwachungs- und Aufklärungsschwerpunkt gelegt und sich an bundes- und europaweiten Kontrollen beteiligt. Dabei wurden 16.509 Verstöße festgestellt. Das entspricht einer Steigerung von +31,3 % gegenüber dem Vorjahr. Die Landespolizei wird dieses gefährliche Verhalten weiterhin durch tägliche Kontrollen konsequent bekämpfen.
    Zur Verbesserung des Lagebildes wird die Unfallursache Ablenkung in die offizielle bundesein­heitliche Unfallstatistik aufgenommen. Dies ist maßgeblich durch die Landespolizei Schleswig-Holstein forciert worden und wird 2020 umgesetzt sein.
  • Prävention von Kinderunfällen gestärkt
    Kinder als Verkehrsanfänger sind besonders gefährdet. Die Landespolizei hat im vergangenen Jahr den Aspekt der Verkehrsunfallprävention deutlich stärken können. Seit März 2018 sind alle drei Handpuppenbühnen der Landespolizei wieder spielfähig und sorgen für die Vermittlung des richtigen Verhaltens schon bei den Kleinsten. Zusätzlich setzt die Polizei vor sensiblen Orten wie KiTas und Schulen auf konsequente Geschwindigkeitsüberwachung in den 30er-Zonen.
  • Online-Anhörung gestartet
    Seit Sommer 2018 besteht für Verkehrssünder die Möglichkeit, sich über das Internet online zu den Vorwürfen zu äußern und Beweisfotos einzusehen. Das entlastet die Verwaltung und erspart den Bürgerinnen und Bürgern Zeit und Porto. Mittlerweile werden 25 % der Anhörungen (200 Briefe täglich) auf diese Weise abgewickelt. Dies ist ein wichtiger Schritt zum E-Governement und effizienten Verwaltungsverfahren. Ziel wird es sein, zukünftig auch online das Verwarngeld bezahlen zu können.