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Landespolizei Schleswig-Holstein

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„Achtung: Zwei Kajaks auf der Fahrbahn“ – Landesmeldestelle informierte mit fast 10.000 wichtigen Verkehrsmeldungen

Ein Beamter sitz an seinem Arbeitsplatz vor Bildschirmen Bild 1 (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Dienst in der Landesmeldestelle © Landespolizei Schleswig-Holstein

Es sind die Gefahrenmeldungen, die im Radio sogar Hits von Ed Sheeran und Co. unterbrechen dürfen: verlorene Gegenstände oder Personen auf der Fahrbahn, ein Falschfahrer kommt entgegen. Das sind wichtige Informationen, zum Beispiel zu ungesicherte Unfallstellen – Meldungen, die Autofahrer schnellstmöglich erreichen sollen. In 12 Monaten kamen in Schleswig-Holstein so zuletzt 9777 Verkehrsmeldungen zusammen.

Die Landesmeldestelle für den Verkehrswarndienst als Teil des Lagenzentrums im Landespolizeiamt ist sozusagen das Polizei-Nervenzentrum und der zentrale Knotenpunkt für die Verkehrswarnmeldungen. Das Lagezentrum ist zentraler Meldekopf, nicht nur für Landespolizeiamt und Landekriminalamt, sondern auch für die Landesregierung und die Ministerien. Es führt bei besonderen Einsatzlagen im ersten Angriff und nimmt Koordinierungs- und Unterstützungsaufgaben wahr. Hinzu kommen noch zahlreiche Sonderaufgaben in der Alarmierung, im Social-Media-Monitoring, im Katastrophenwarndienst, in der Fernschreibsteuerung, in der Schwerlastsachbearbeitung, im Rückführungs- und Kräftemanagement der Landespolizei Schleswig-Holstein und Aufgaben, die sich aus dem Meldekopfdasein für die Landesregierung ergeben.

Und genau hier werden 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche die Rundfunkwarnmeldungen für Radio und Onlineredaktionen aufbereitet. Damit das funktioniert, arbeiten Polizei und Verkehrsredaktionen professionell zusammen. Ein eingespieltes Team sorgt hier für die schnelle Verbreitung der Informationen. Auch Kurzmeldungen in Navigationsgeräten beziehen sich auf die Infos der Landesmeldestelle der Polizei.

„Das moderne Verkehrswarnsystem in der heutigen Form gibt es seit etwa 20 Jahren. Davor mussten die Meldungen per Telefon und Fax vom Einsatzort über die Leitstellen einzeln weitergemeldet werden“, erklärte Marco Herrndorff vom Lagezentrum. „Das geht heute zielsicherer und schneller. Dadurch können wir deutlich früher vor Gefahrenstellen warnen und auch wieder melden, wenn die Gefahr beseitigt wurde“.

Vor Gegenständen auf der Fahrbahn hat der Verkehrswarndienst in 12 Monaten insgesamt 1.700 mal gewarnt. Es handelte sich dabei meistens um Spanngurte, Baken, Metallteile, Reifenteile, Planen oder Kanthölzer. Daneben kam es aber auch zu zahlreichen kuriosen „Fundstücken“ wie Blumentöpfen, Teppichen, zwei Kajaks, eine Schrankwand, ein Papierdrachen, ein Schreibtisch, eine Gießkanne, (Haus)-Türen, eine Trittleiter, Kanister, ein Surfbrett, ein Wasserski, Fahrräder, ein Segelmast, Strohballen und ein Tannenbaum.

„Diese Funde klingen zwar kurios, sind aber alles andere als amüsant: Der Schreck ist groß, wenn einem als Autofahrer plötzlich ein solcher Gegenstand auf der Fahrbahn entgegenfliegt. Womöglich auch noch nachts oder bei schlechter Sicht. In jedem Fall stellt auch bereits ein kleiner Gegenstand beim Aufprall auf das Fahrzeug eine erhebliche Gefahr dar, vor der wir deshalb entsprechend warnen“, betont Herrndorff.

Zwei Beamte schauen auf einen Bildschirm Bild 2 (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Aktuelle Warnmeldungen werden von hier versandt © Landespolizei Schleswig-Holstein

Sollte man in eine solche Situation geraten gilt: Geschwindigkeit verringern, genügend Abstand halten, nicht überholen und den Seitenstreifen sowie den nachfolgenden Verkehr beobachten, um im Notfall noch rechtzeitig ausweichen zu können. Hat man selbst Ladung verloren, sollte man auf den Standstreifen fahren, Warnblinker und Warndreieck setzen und die Polizei informieren. Auf keinen Fall sollte man selbst auf die Fahrbahn laufen und versuchen, den Gegenstand einzusammeln.

„Am besten wäre natürlich im Vorfeld einige Regeln zu beachten, damit es erst gar nicht zum Ladungsverlust kommt. Nach unserer Erfahrung ist immer wieder fehlende oder schlechte Ladungssicherung der Grund für die verlorenen Gegenstände“, so Marco Herrndorff.