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Landesamt für Vermessung und Geoinformation Schleswig-Holstein

© LVermGeo SH

Geodätische Bezugssysteme

Die Grundlagenvermessung schafft geodätische Bezugssysteme durch die Bestimmung der Lage, der Höhe und der Schwere von ausgewählten und vermarkten Festpunkten.

weitere Informationen

Link www.sapos.geonord.de

Zu den Nachweisen gehören:

Übersichten, die auf der Grundlage der Topographischen Karte 1:25.000 (TK25) einen großräumigen Überblick über die Lage und die Verteilung der Punkte im Gelände geben.

Einzelpunktnachweise, die dazu dienen, Punkte im Gelände leicht auffinden und auf ihre unveränderte Lage überprüfen zu können.

Punktverzeichnisse enthalten neben den Punktkennzeichen auch die Koordinaten, die Höhen- oder Schwerewerte sowie weitere Angaben. Unterschiedliche Anforderungen in der Lage, beziehungsweise im Höhenbereich haben getrennte Lage- und Höhenfestpunktfelder zur Folge.

Auf die Festpunktfelder der Grundlagenvermessung beziehen sich alle Vermessungen im gesamten Land: die Katastervermessung ebenso wie die technischen Vermessungen für große Bauvorhaben.

Am 01.02.2017 wurde im Amtlichen Festpunktinformationssystem (AFIS®) das DHHN2016 eingeführt! Weitere Informationen finden Sie hier.


  1. Lagefestpunkte
  2. Höhenfestpunkte
  3. Schwerefestpunkte

Lagefestpunkte

Lagefestpunkte

Informationen zur Bestimmung und Vermarkung von Lagefestpunkten


Die Lagefestpunkte werden heute überwiegend als Bodenpunkte durch eine unterirdische Platte mit einem daraufgestellten Pfeiler vermarkt.

Wegen der früher vorherrschenden Messmethode werden die Punkte als Trigonometrische Punkte (TP) bezeichnet.

Bei den Trigonometrischen Punkten (TP) sind die Lagekoordinaten sehr genau ermittelt. Die TP werden heute mit satellitengestützten Vermessungsmethoden bestimmt.

Lagefestpunkte und Umstellung des Lagebezugssystems

Die Lagefestpunkte sind im Lagebezugssystem European Terrestrial Reference System 1989 (ETRS89) bestimmt worden. Sie werden in der Universalen Transversalen Mercator ( UTM) Projektion in Zone 32 abgebildet.

Das ETRS89 soll bundesweit und europaweit eingeführt werden, damit an den Landesgrenzen zum Beispiel die Karten nahtlos zusammenpassen. Weitere Vorteile sind, dass man sich quasi direkt im Bezugssystem des Globalen Positionierungssystems (GPS) befindet. Zudem wird das ETRS89 auch das Bezugssystem für das europäische Satellitensystem Galileo sein.

Das zum ETRS89 zugehörige Bezugsellipsoid ist das Geodetic Reference System 1980 (GRS80) Ellipsoid. Dies ist ein global bestanpassendes Ellipsoid.

Höhenfestpunkte

Höhenfestpunkte

Informationen zur Bestimmung und Vermarkung von Höhenfestpunkten

Mauerbolzen an der Außenwand eines Gebäudes © LVermGeo SH


Die Vermarkung der Höhenfestpunkte erfolgt fast ausschließlich durch Mauerbolzen, die zum Beispiel in die Außenwände von Gebäuden eingesetzt sind.

Höhenfestpunkte werden wegen des vorherrschenden Vermessungsverfahrens als Nivellementpunkte (NivP) bezeichnet. Die Höhen der Nivellementpunkte sind mit höchster Genauigkeit bestimmt. Sie werden als Höhenbezug zum Beispiel für alle Bauvorhaben benötigt.

Die Höhen sind im amtlichen Bezugssystem Deutsches Haupthöhennetz 2016 (DHHN2016) bestimmt. Hierbei handelt es sich um Normalhöhen bezogen auf Normalhöhennull (NHN).

Definition: Innerhalb einer Fläche mit gleicher Höhe fließt kein Wasser!

  • Das Nivellier wird lotrecht aufgestellt, somit ist die Schwerkraft in der Fläche gleich!

Da die Schwerkraft aber abhängig von der Massenverteilung in der Erde ist, ist der Abstand zwischen den Niveauflächen gleicher Schwerewerte nicht konstant.

  • Die Höhen sind abhängig vom Schwerewert!

Normalhöhe HST 170:
In der Realität ist die Schwere jedoch nicht gleich verteilt (siehe das Geoid). Bei der Normalhöhe wird daher ein möglichst genauer Schwerewert (gemessen oder interpoliert) bei der Berechnung mit berücksichtigt.

Für die Umrechnung von Höhen zwischen dem amtlichen Höhenbezugssystem DHHN2016 und dem Höhenbezugssystem DHHN92 steht für Sie unter www.hoetra2016.nrw.de ein Höhentransformationsprogramm zur Verfügung.

Schwerefestpunkte

Schwerefestpunkte

Informationen zur Bestimmung und Vermarkung von Schwerefestpunkten

Messgeräte der Schweremessung und Zubehör © LVermGeo SH


Die Schwerefestpunkte (SFP) werden in der Regel nicht separat vermarkt. Es werden vielmehr geeignete Nivellementpunkte (NivP) oder Trigonometrische Punkte (TP) ausgewählt, für die mit Hilfe von Gravimetern die Anziehungskraft der Erde (Schwere) hochgenau gemessen wird.

Was ist Schwere?
Schwerkraft = Gravitation + Zentrifugalkraft

Unter Gravitation versteht man die Massenanziehung der Erde und anderer Himmelskörper.
Die Zentrifugalkraft ist die Kraft, die durch die Rotation der Erde hervorgerufen wird. Durch sie ist die Erde an den Polen abgeplattet. Die Zentrifugalkraft ist am Äquator am größten. Sie wird geringer mit steigender geographischer Breite. An den Polen ist ihre Wirkung gleich Null. Die Zentrifugalkraft wirkt der Gravitation entgegen.

Die Schwere ist nicht überall auf der Erde gleich groß:

  • Die Schwere wächst mit der geografischen Breite

    1. weil der Abstand vom Erdschwerpunkt zum Pol kürzer ist als zum Äquator
    2. weil die Zentrifugalbeschleunigung zu den Polen hin abnimmt.

  • Die Schwere wird geringer mit wachsender Höhe über Normalnull.
    (Der Abstand zum Erdschwerpunkt wird größer.)

Die Messung von Schweredifferenzen wird als relative Schweremessung bezeichnet. Sie wird mit Realtivgravimetern durchgeführt, das sind im Prinzip hochempfindliche Federwaagen. Auf eine konstante Masse m im Gravimeter wirkt die Erdbeschleunigung g. Die elastische Feder erzeugt ein Gleichgewicht.

Änderungen der Schwerkraft drücken sich in verschiedener Federdehnung l - lo aus. E ist die Federkonstante.

Daraus folgt die lineare Gravimetergleichung:

  • m x g = E (l - lo)
  • g = E (l - lo) /m