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Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume

© M. Staudt/grafikfoto.de

Betreuertagung bringt Naturschützer aus ganz Schleswig-Holstein im Lübecker "Schellbruch" zusammen

Nachdem die jährlich vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume (LLUR) veranstaltete Schutzgebietsbetreuertagung 2020 Corona-bedingt abgesagt werden musste, fand sie in diesem Jahr am 25. September in Lübeck statt. Schwerpunktthema der 43. Tagung war das 146 Hektar große Lübecker Naturschutzgebiet "Schellbruch", das vom Stadtwald Lübeck betreut wird.
Zahlreiche ehrenamtliche Naturschützerinnen und Naturschützer aus ganz Schleswig-Holstein trafen sich einen Tag lang mit den Fachleuten des LLUR, der unteren Naturschutzbehörden und des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND). Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Stadtwaldes Lübeck und der Unteren Naturschutzbehörde der Hansestadt Lübeck waren an der Organisation der Tagung maßgeblich beteiligt.

Neue Entwicklungen, Erfassungsprogramm und Führungen im Fokus

Gruppenfoto mit Teilnehmern der Betreuertagung 2021 bei ihrer Exkursion im Naturschutzgebiet "Schellbruch" NSG-Betreuertagung2021 (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Zur Tagung gehörten auch Exkursionen in den "Schellbruch" zu verschiedenen Themen. © LLUR

Der Leiter des LLUR, Matthias Hoppe-Kossak, und der stellvertretende Bürgermeister und Senator für Umwelt, Sicherheit und Ordnung der Hansestadt Lübeck, Ludger Hinsen, begrüßten die Gäste im Gemeinschaftshaus Karlshof. Dr. Dorit Kuhnt, die Staatssekretärin des MELUND, gab einen Überblick über die zur Zeit aktuellen naturschutzfachlichen Themen.

Knut Sturm, der Bereichsleiter des Stadtwaldes in Lübeck, berichtete über die Konflikte von stadtnahen Schutzgebieten und Wolfgang Nagel, ehemaliger Mitarbeiter der Hansestadt Lübeck, erläuterte Entstehungsgeschichte und die naturschutzfachliche Bedeutung des "Schellbruchs".

Einen Blick über den Tellerrand ermöglichte Bernd Ulrich Netz, Leiter des Amtes für Naturschutz in der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft in der Hansestadt Hamburg, indem er über neue Entwicklungen in den Hamburger Schutzgebieten berichtete.

LLUR-Mitarbeiterin Jennifer Herbert stellte ein neues Programm für die Erfassung von Tier- und Vogelarten vor, in das alle Interessierten ihre Beobachtungen eingeben können.

Am Nachmittag nahmen die Teilnehmer an fachkundigen Führungen zu fünf verschiedenen Themen im Naturschutzgebiet "Schellbruch" teil.

Moderiert wurde die Tagung von Dr. Thomas Holzhüter, dem stellvertretenden Abteilungsleiter für Naturschutz und Forst im LLUR.

Ehrenamtliches Engagement in rund 200 Schutzgebieten

Schleswig-Holsteins Natur profitiert ganz wesentlich vom ehrenamtlichen Engagement. Naturschutzverbände kümmern sich bereits seit fast einem Jahrhundert um einzelne Schutzgebiete. Heute betreuen 44 Naturschutzverbände und 7 Einzelpersonen 188 Gebiete zwischen Nord- und Ostsee. Weiterhin werden 27 Schutzgebiete von Gemeinden, Städten und Kreisen sowie den Schleswig-holsteinischen Landesforsten, dem Bundesforst, einer lokalen Aktion und der Naturschutzstation Eider-Treene-Sorge betreut.

Die Betreuer beobachten und erfassen die Entwicklungen in den Schutzgebieten und informieren die Öffentlichkeit. Den Naturschutzbehörden teilen sie Vorschläge für Schutzmaßnahmen mit oder führen diese selber durch, zum Beispiel Wiesen mähen, Zäune flicken oder Informationsschilder aufstellen und erstellen jährliche Betreuungsberichte. Formeller Rahmen ist ein Betreuungsvertrag mit dem LLUR.

Neben dem "Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer" als größtes Schutzgebiet werden insgesamt 169 der 201 Naturschutzgebiete sowie 21 EG-Vogelschutzgebiete und 25 Fauna- Flora -Habitat-Gebiete betreut.

 Ausgaben trägt größtenteils das Land

Dieses Engagement ist mit Sicherheit nicht umsonst – es ist aber auch nicht ganz kostenlos – weder für die Verbände noch fürs Land. Ausgaben, die im Rahmen der Betreuung beispielsweise durch Pflegemaßnahmen oder Öffentlichkeitsarbeit entstehen, werden bis 90 Prozent vom Land Schleswig-Holstein getragen. Die verbleibenden 10 Prozent müssen von den Verbänden selbst aufgebracht werden. So flossen 2020 etwa 1.119.000 Euro Landesmittel in diese landesweit verantwortungsvolle Arbeit.

Andrea Kühl