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Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume

© M. Staudt/grafikfoto.de

Nach Rotmilan-Totfunden: LLUR startet regionales Projekt zum Brutbestand und setzt auf Nest-Paten

Datum 11.03.2021

Kreis Segeberg / Kreis Plön / Kreis Rendsburg-Eckernförde. Das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) will durch eine Brutvogel-Untersuchung und mit Hilfe von Nestpaten mehr über die Situation der Rotmilane östlich von Neumünster erfahren. Dazu startet nun ein regionales Rotmilan-Projekt in Teilen der Kreise Segeberg, Plön und Rendsburg-Eckernförde. Interessierte Bürger*innen können sich als Nestpaten melden.

Hintergrund: Der Rotmilan ist die Greifvogelart, für die Deutschland auch international die größte Verantwortung hat, weil etwa die Hälfte des weltweiten Bestandes in unserem Land brütet. In den vergangenen drei Jahren sind dem LLUR in einem engen räumlichen Umkreis östlich und südöstlich von Neumünster 19 tote Rotmilane gemeldet worden. Die Fachabteilungen für Umwelt- und Verbraucherschutz der Polizeidirektionen Bad Segeberg und Kiel (UVS) haben seinerzeit Ermittlungen zu den Fällen aufgenommen. Die Untersuchungen zur Todesursache ergaben, dass mehrere Rotmilane nachweislich an einem seit vielen Jahren nicht mehr zugelassenen Insektizid verendet sind.

Um mehr über die Situation der Rotmilane in dem Gebiet zu erfahren, insbesondere ob und in welchem Umfang sich neue Vögel ansiedeln und um weitere illegale Handlungen zu verhindern, hat das LLUR mit Mitteln des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) im Rahmen einer Ausschreibung einen Werkvertrag mit dem Büro BioConsult SH sowie weiteren Experten abgeschlossen. Dieser beinhaltet folgende Aufgabenstellungen:

  • Monitoring der betroffenen Rotmilan-Reviere (Brutbestandserfassung und Bruterfolgskontrolle bis zum Ausfliegen des Nachwuchses)
  • Möglichkeit der Erprobung einer Nestbeobachtung
  • Erprobung von Nestpatenschaften (inklusive Qualifikation und Koordination)
  • Information der örtlichen Landnutzer

Bei ähnlichen Projekten sind Erfolge zu verzeichnen: So konnte illegale Greifvogel-Verfolgung beim Seeadler in Schleswig-Holstein mit der Projektgruppe Seeadlerschutz und unter anderem durch den Aufbau eines Systems intensiver Horst-Bewachung weitgehend reduziert werden.

Auf diesem Gedanken aufbauend will das LLUR im Rahmen des Rotmilan-Projektes Bürger*innen der Region für ein System von ehrenamtlichen Nestpatenschaften gewinnen. Sie werden in der Brutzeit (Mitte März bis Mitte Juli) den Fortgang des Brutgeschehens begleiten und dokumentieren.

Interessierte Bürger*innen können sich an Herrn Birger Reibisch vom Projektteam unter der E-Mail-Adresse info@projekt-rotmilan-sh.de wenden. Die ausgewählten Nestpaten und Nestpatinnen werden von den Experten des Projektes mit den entsprechenden Methoden zur störungsarmen Erfassung brütender Rotmilane vertraut gemacht und können ihre Beobachtungen zum Beispiel unter Nutzung von Internet-Plattformen wie ornitho.de oder der App NaturaList melden. Dabei sind sensible Daten wie Nest-Standorte nicht für die Allgemeinheit einsehbar. Neben einer Einarbeitung erfolgt bei Unsicherheiten (oder in Grenzfällen) eine (passende) Einzelfallunterstützung durch eine*n Mitarbeiter*in aus dem Projektteam. Weitere Informationen über das Projekt werden im Laufe der Zeit auf der künftigen Internetseite www.projekt-rotmilan-sh.de bereitgestellt.

Rotmilane gehören wie alle Greifvögel zu den streng geschützten Arten. Jede Art der Nachstellung verstößt gegen Jagd-, Naturschutz- und Tierschutzrecht und kann als Straftat mit empfindlichen Geld- oder Freiheitsstrafen von bis zu 50.000 Euro oder 5 Jahren Haft geahndet werden.

Das Umweltministerium Schleswig-Holstein, die Ornithologische Arbeitsgemeinschaft SH und der Landesjagdverband haben 2008 gemeinsam die Kieler Erklärung zum Schutz der Greifvögel unterzeichnet, in deren Rahmen die Kosten für die Untersuchung von toten Greifvögeln vom Land übernommen werden können.

 
Verantwortlich für diesen Pressetext: Martin Schmidt und Janine Wergin, Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Hamburger Chaussee 25, 24220 Flintbek | Telefon 04347 704-243 und -198 | Telefax: 04347 704-702 | E-Mail: Martin.Schmidt@llur.landsh.de | Janine.Wergin@llur.landsh.de | www.llur.schleswig-holstein.de

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