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Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume

© M. Staudt/grafikfoto.de

LLUR überträgt die ehrenamtliche Betreuung für das Naturschutzgebiet „Aalbeek-Niederung“ im Kreis Ostholstein auf den NABU

Datum 23.12.2019

Betreuungsübertragung; von links nach rechts: Andrea Kühl, Lea Pietsch, Jorinde Klammer, Jan Karthäuser, Hermann Schultz und Dr. Thomas Holzhüter Betreuungsübertragung Naturschutzgebiet "Aalbeek-Niederung" (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Betreuungsübertragung; von links nach rechts: Andrea Kühl, Lea Pietsch, Jorinde Klammer, Jan Karthäuser, Hermann Schultz und Dr. Thomas Holzhüter © Leonie Dittmann

Das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) hat die naturschutz­fachliche Betreuung für das Naturschutzgebiet "Aalbeek-Niederung" auf den NABU-Schleswig-Holstein übertragen.

Der Betreuungsvertrag wurde am 2. Dezember d. J. im LLUR unterzeichnet. Mit dabei waren der Vorsitzende des NABU Schleswig-Holstein, Hermann Schultz, der zukünftige Schutzgebietsrefe­rent Jan Karthäuser, außerdem Jorinde Klammer von der unteren Naturschutzbehörde des Krei­ses Ostholstein sowie Dr. Thomas Holzhüter, Lea Pietsch, Leonie Dittmann und Andrea Kühl vom LLUR.

Der Betreuungsvertrag beginnt ab 2020 und gilt zunächst für 3 Jahre und wenn die Betreuung zufriedenstellend verläuft, verlängert er sich automatisch um weitere 6 Jahre.

Herr Karthäuser wohnt in der Gemeinde Timmendorfer Strand, an die die Aalbeek-Niederung un­mittelbar südlich angrenzt. Er kennt daher das Gebiet durch zahlreiche Spaziergänge sehr gut und wird vor Ort ein Team von Interessierten zusammenstellen, die ihn bei der Betreuung des Gebietes unterstützen. "Wir freuen uns, dass dieses naturschutzfachlich wertvolle Gebiet durch einen erfahrenen Verein betreut, erhalten und fortentwickelt wird" sagte Dr. Thomas Holzhüter bei der Vertragsunterzeichnung.

Zu den Aufgaben der Betreuungsarbeit zählen: Die Entwicklungen im Schutzgebiet zu dokumen­tieren, den Naturschutzbehörden notwendige Maßnahmen vorzuschlagen, diese ggf. nach Genehmigung durch die Naturschutzbehörde auszuführen und die Öffentlichkeit über das Schutzgebiet zu informieren. Über die geleistete Arbeit wird dem LLUR jährlich Bericht erstattet.

Die Betreuung von Naturschutzgebieten hat bereits eine lange Tradition in Schleswig-Holstein. Seit 2009 überträgt das LLUR die Betreuung auch für Gebiete, die Bestandteil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 sind. Insgesamt werden jetzt 172 Naturschutzgebiete, 48 Natura -2000-Teilgebiete und der Nationalpark „Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer“ von 42 Naturschutzvereinen, einer lokalen Aktion, sechs Einzelpersonen, den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten und der öffentlichen Hand (Kreise, Städte, Gemeinden) sowie den Integrierten Station Eider-Treene-Sorge und Westküste des LLUR betreut. Der NABU Schleswig-Holstein ist mit 58 Gebieten der größte betreuende Verein.

Das Land Schleswig-Holstein beteiligt sich zu 90% an den Ausgaben, die im Rahmen der Betreu­ung anfallen. So wurden 2019 rund 1,1 Mio Euro als Zuwendungen an die betreuenden Vereine gezahlt.

Karte NSG Aalbeek-Niederung (PDF 1MB, Datei ist nicht barrierefrei)

Der nördliche Teil des Hemmelsdorfer Sees und die Niederung der Aalbeek wurden 1984 zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Gebiet umfasst 349 ha und ist auch Teil des europaweiten Schutzgebietsnetzes Natura 2000. Die Aalbeek-Niederung liegt im Durchschnitt nur 0,30 m über NN. Da der Wasserspiegel der Ostsee etwa dem des Hemmelsdorfer Sees entspricht, ist das Gebiet sehr feucht, es besteht überwiegend aus ausgedehnten Feuchtgrünländereien, Bruchwäl­dern und kleinen Sümpfen. Schutzwürdig ist das Gebiet aufgrund seiner Pflanzengesellschaften mit seltenen Pflanzenarten und der Bedeutung als Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiet für viele Vogelarten.

Die extensiv genutzten Grünlandflächen sind für viele Vögel sehr wichtig, da sie diese zum Brü­ten und zur Aufzucht der Jungen benötigen. So ist z. B. als typische Art des Feuchtgrünlandes hier die stark gefährdete Bekassine anzutreffen. In den Röhrichten brüten z. B. Rohrschwirl, Schilfrohrsänger, Rohrdommel und Rohrweihe. Der Eisvogel ist im Bereich kleiner Abbruchkan­ten oder Wurzelteller umgestürzter Bäume zu finden. In den Kleingebüschen kommt der Neuntö­ter als Brutvogel vor. Kraniche und Seeadler sind ebenfalls präsent. Auch für Amphibien- und Libellenarten, wie z. B. Moorfrosch und Mosaikjungfer sind geeignete Lebensräume vorhanden.

Typische Pflanzenarten sind beispielsweise Sumpfdotterblume, Schwertlilie oder Gilb- und Blut­weiderich, Wollgras, Kleiner Baldrian, Kuckuckslichtnelke und viele Orchideen wie das Breitblätt­rige Knabenkraut oder das Fleischfarbene Knabenkraut.

Besucher, auch mit Hunden, sind herzlich willkommen. Aber bitte leinen Sie - aus Rücksicht auf die Natur - Ihre Hunde im Gebiet an und bleiben Sie auf den Wegen.


Verantwortlich für diesen Pressetext: Martin Schmidt, Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Hamburger Chaussee 25, 24220 Flintbek | Telefon 04347 704-243 | Telefax: 04347 704-702 | E-Mail: martin.schmidt@llur.landsh.de | www.llur.schleswig-holstein.de

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