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Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume

© M. Staudt/grafikfoto.de

Sedimentkartierungen in der Schlei sind abgeschlossen

Datum 25.06.2019

FLINTBEK. Das von der Abteilung Gewässer im Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) in Flintbek initiierte und finanzierte Forschungsvorhaben „Sedimentinventar und Hydromorphologie der Schlei“ ist abgeschlossen - der Endbericht wurde auf der Homepage des LLUR veröffentlicht. Anlass der Untersuchungen war der anhaltend schlechte ökologische Zustand der Schlei nach den Kriterien der EU-Wasserrahmenrichtlinie.

Eines der wesentlichen Ziele des Forschungsvorhabens der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Institutes für Geowissenschaften (IfG) und des Forschungs- und Technologiezentrums Westküste (FTZ) der Christian-Albrechts-Universität Kiel war es, die Verbreitung und die Mächtigkeit der an organischen Stoffen reichen Schlickablagerungen von der innersten bis zur äußeren Schlei zu kartieren. Neben dem Eintrag von Nährstoffen über Flüsse aus dem landwirtschaftlich geprägten Umland tragen diese Sedimente einen Teil zur bestehenden Nährstoffproblematik in der Schlei bei. Des Weiteren galt es in dem LLUR-CAU-Projekt die ökologisch wertvollen Unterwasserlebensräume in der Schlei (z.B. Seegras- oder Miesmuschelfelder) zu identifizieren. 2017 hatten daher die beiden Forschungsschiffe „Südfall“ und „Seston“ des FTZ die umfangreichen Arbeiten durchgeführt.

Insgesamt wurden rund 30 km2 Meeresboden flächendeckend akustisch vermessen sowie 166 Greiferproben und 24 Sedimentkerne genommen. Die aktuellen Arbeiten zeigen erstmals deutlich, dass Schlicksedimente in weiten Teilen der Schlei zwischen dem inneren Bereich bei Schleswig und Arnis sowie in den angrenzenden Nooren zu finden sind. Die beobachteten Sedimentmächtigkeiten und die Anteile an organischer Substanz variieren je nach Ablagerungsbedingungen und Ort, erreichen aber teilweise vergleichbare Werte in der inneren und mittleren Schlei.

Mit Hilfe von Methoden zur Altersbestimmung der Sedimente konnten zudem die Ablagerungsraten ermittelt werden. Für die 1980er Jahre sind Ablagerungsraten von rund 4 bis 8 mm pro Jahr dokumentiert. Die jetzigen Ergebnisse deuten darauf hin, dass trotz der weiterhin weiten Verbreitung des Schlicks die Ablagerungsrate seit den 1980er Jahren um etwa die Hälfte zurückgegangen ist – ein gutes Zeichen. Die Auswertung der Sedimentkerne zeigt zudem, dass im Sediment - entgegen der oft im Zusammenhang mit Ablagerungen in der Schlei gebrauchten Bezeichnung „Faulschlamm“ - in den untersuchten Sedimentkernen nur wenige Hinweise auf großräumige und/oder länger anhaltende Sauerstoffmangelphasen (und entsprechende Fäulnisprozesse) erkannt werden.

Die Untersuchungen des oberflächennahen Untergrunds machen deutlich, dass dieser aufgrund der hydrologischen und geologischen Gegebenheiten ohne menschlichen Einfluss (also unter gänzlich natürlichen Bedingungen) weitflächig von sandig schlickigen Ablagerungen dominiert und in einem deutlich besseren ökologischen Zustand wäre. Steine, Kiesflächen oder auch Anhäufun­gen von Muschelschalen, wie sie für die Besiedlung mit bodenlebenden Tieren und Pflanzen besonders wertvoll sind, waren und sind heute aufgrund der menschlichen Einflüsse eher selten. Einige dieser Lebensräume konnten noch in den stärker durchströmten Engstellen, auf Hochlagen eiszeitlicher Ablagerungen oder in Ufernähe identifiziert werden. Ebenfalls wurden in einigen weni­gen Bereichen Bestände von Seegras und Miesmuschelansammlungen gefunden.

Das LLUR wird nun die Ergebnisse des Berichts auswerten und anschließend gemeinsam mit den anderen Akteuren zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie prüfen, ob und wenn ja welche weiteren Untersuchungen zur Ableitung geeigneter Maßnahmen zur Verbesserung des ökologischen Zustandes der Schlei erforderlich sind. Neben der Fortführung der landseitigen Maßnahmen (z.B. der landwirtschaftlichen Beratung) wird unter anderem der Bedarf für die Entwicklung eines Computermodells diskutiert, um auf Basis der neu gewonnenen Datengrundlage maßnahmenbezogene Auswirkungen für das Gewässer berechnen zu lassen.

Weitere Informationen:

Der Abschlussbericht ist unter dem folgenden Link abrufbar: https://www.schleswig-holstein.de/DE/Fachinhalte/M/meeresschutz/weitereInformationen.html; der in 2018 erschienene Abschlussbericht zur Erfassung der Pflanzen und Bodentiere durch die Fa. MariLim ist ebenfalls dort zu finden.

Weitere Informationen zur Nährstoffsituation in den schleswig-holsteinischen Gewässern finden Sie in der Broschüre "Nährstoffe in Gewässern Schleswig-Holsteins: Entwicklung und Bewirtschaftungsziele".


Verantwortlich für diesen Pressetext: Martin Schmidt, Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Hamburger Chaussee 25, 24220 Flintbek | Telefon 04347 704-243 | Telefax: 04347 704-702 | E-Mail: martin.schmidt@llur.landsh.de | www.llur.schleswig-holstein.de