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Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume

© M. Staudt/grafikfoto.de

LLUR zieht Bilanz nach Knickpflegesaison: Kahlschlag muss vermieden werden!

Datum 10.04.2019

FLINTBEK. Knicks sind für Schleswig-Holsteins Kulturlandschaft einzigartig und sie sind besonders wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Auch in diesem Winter sind wieder viele von ihnen sachgerecht gepflegt und auf den Stock gesetzt worden. Gegenüber früheren Jahren hat sich die Qualität des Maschineneinsatzes verbessert, die Schnitte erfolgten meist glatt. Mancherorts zeigt sich allerdings, dass das Interesse am Knickholz als Heizmaterial nach wie vor groß ist - teilweise wurden sämtliche großen Bäume auf dem Knickwall, sogenannte "Überhälter", gleich mit abgesägt. Abgesehen davon, dass sich das für Schleswig Holstein so typische Landschaftsbild durch solch einen Kahlschlag völlig verändern kann, ist es laut Landesnaturschutzgesetz auch nicht gestattet, alle dicken Bäume auf einmal zu entfernen.

Junge Bäume werden zu Überhältern herangezogen, so dass der dickere Baum später bei Bedarf gefällt werden darf. Überhälter (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Junge Bäume werden zu Überhältern herangezogen, so dass der dickere Baum später bei Bedarf gefällt werden darf. @ LLUR

In § 21 des Gesetzes ist geregelt, dass „das Fällen von Überhältern bis zu einem Stammumfang von zwei Metern, gemessen in einem Meter über dem Boden, zulässig ist, sofern in dem auf den Stock gesetzten Abschnitt des Knicks mindestens ein Überhälter je 40 bis 60 Metern Knicklänge erhalten bleibt“. Als Überhälter gilt ein Baum ab einem Meter Stammumfang in einem Meter Höhe über dem Boden. Bäume mit geringerem Stammumfang als einen Meter zählen nicht dazu. Sie können aber beim Auf-den-Stock-setzen verschont werden und langfristig zu sogenannten Überhältern heranwachsen, so dass sie bei einem ausreichenden Stammumfang in 10 Jahren dann einen dickeren Baum ersetzen können, der dann im Rahmen der Knickpflege gefällt werden darf. Grundsätzlich gilt: Ab zwei Meter Stammumfang in einem Meter Höhe spricht man von landschaftsbestimmenden oder ortsbildprägenden Einzelbäumen, die nicht gefällt werden dürfen.

Das LLUR weist deshalb noch einmal darauf hin, bei der Knickpflege dickere Bäume stehenzulassen. Ein Radikalschnitt verstößt nicht nur gegen die Vorschriften, er trägt auch zu einer starken Reduzierung der Knickfunktion als Lebensraum zahlreicher Vogelarten bei.

Je nach Entwicklung der Krone fördern dicke Bäume insgesamt die Artenvielfalt des Knicks. Sie dienen unter anderem als Sitzwarte für Greifvögel und als Brutbäume für Höhlenbrüter. Auch für die Ernte von Brennholz mit hohem Brennwert ist es wichtig, immer einige Großbäume stehen zu lassen und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass geeignete junge Bäume wieder zu Überhältern heranwachsen können.

Sind aus Gründen der Gesunderhaltung der Bäume oder der Verkehrssicherung Pflegeschnitte erforderlich, so sind diese fachgerecht gemäß der ZTV Baumpflege (Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Baumpflege) durchzuführen. Ein unsachgemäßer Schnitt kann schnell zur Schädigung des Baumes führen. Fragen rund um die Knickpflege richten Sie bitte an die Naturschutzbehörde der zuständigen Kreisverwaltung.


Verantwortlich für diesen Pressetext: Martin Schmidt, Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Hamburger Chaussee 25, 24220 Flintbek | Telefon 04347 704-243 | Telefax: 04347 704-702 | E-Mail: martin.schmidt@llur.landsh.de | www.llur.schleswig-holstein.de