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Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume

© M. Staudt/grafikfoto.de

Bei einer Reihe von Schafsrissen der letzten Wochen ist der Verursacher Wolf nachgewiesen – ein weiterer Wolfsnachweis per Fotofalle im Kreis Pinneberg

Datum 25.05.2018

Wolf im Wald Wolf (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) © Wolfsmanagement SH

FLINTBEK. In den letzten Wochen hat das schleswig-holsteinische Wolfsmanagement eine Reihe von Rissmeldungen von Schafen – mit dem Schwerpunkt im Kreis Dithmarschen – bekommen. Nun liegen für die überwiegende Zahl dieser Meldungen genetische Ergebnisse vor. Danach konnte in vier von fünf Fällen eindeutig ein Wolf mit dem Haplotyp HW01 als Verursacher nachgewiesen werden. In dem fünften Fall wurde eindeutig ein Hund als Verursacher nachgewiesen. Der Haplotyp lässt eine eingeschränkte Aussagekraft zur Populationszugehörigkeit zu. So trugen die Gründertiere der Mitteleuropäischen Flachlandpopulation den Haplotyp HW01, welcher nach wie vor der vorherrschende der Wölfe in Deutschland ist.

Hier die einzelnen Schafrisse in chronologischer Reihenfolge:

  1. 26.04.18: Lehe, Kreis Dithmarschen: 1 totes Schaf, laut DNA Verursacher eindeutig Hund
  2. 06.05.18: Breiholz, Kreis RD-ECK: 2 tote und 4 verletzte Schafe, Verursacher Wolf (HW01)
  3. 11.05.18: Ellerhoop, Kreis Pinneberg, 1 totes Schaf, Verursacher Wolf (HW01)
  4. 13.05.18: Windbergen, Kreis Dithmarschen, 3 tote und 4 verletzte Schafe, davon 3 notgeschlachtet, Verursacher Wolf (HW01)
  5. 13.05.18 Großenrade, Kreis Dithmarschen, 2 tote und 1 verletztes Schafe, Verursacher Wolf (HW01).

Bei einem mutmaßlichen Schafriss am 12.05.18 bei Bad Bramstedt brachte die DNA-Untersuchung kein verwertbares Ergebnis.

Ein weiterer Wolfsnachweis aus Bönningstedt (Kreis Pinneberg) erfolgte mittels Fotofalle am 23.05.18 durch einen Bönningstedter Jäger. Sie können das Foto gern unter Angabe „Wolfsmanagement SH“ mit dieser Meldung veröffentlichen.

Es handelt sich damit um den 64. Nachweis eines Wolfes seit dem Wiederauftreten der Art in Schleswig-Holstein im Jahr 2007. Die Häufung von Wolfs-Nachweisen gerade in dieser Jahreszeit ist nicht ungewöhnlich: gegenwärtig wandern die von ihren Ursprungsrudeln sich lösenden jungen Wölfe, um für sich geeignete Lebensräume und Partner zu finden. Dabei legen sie teils sehr große Strecken in relativ kurzen Zeiträumen zurück. Bislang gibt es kein residentes Einzeltier oder Rudel in Schleswig-Holstein, sondern lediglich durchwandernde Tiere.

Zwischen dem 26. Februar 2018 und dem jüngsten Nachweis am 23. Mai 2018 gelangen im Jahr 2018 bislang 14 eindeutige Wolfsnachweise, die insgesamt 15 Tiere beinhalteten. Um wie viele verschiedene Wölfe es sich in den registrierten Fällen tatsächlich handelte, lässt sich im Moment noch nicht sagen. Dazu laufen noch weitergehende Untersuchungen am Senckenberg-Institut, dem Nationalen Referenzlabor in Gelnhausen, die eventuell eine individuelle Bestimmung zulassen.

Hier finden Sie weitere Informationen zum schleswig-holsteinischen Wolfsmanagement

und hier generelle Hinweise für das Verhalten bei einer vermuteten Wolfssichtung.

Die Notfallhotline für die Meldung von Wolfshinweisen und Schadensfällen: 0174 / 6330335


Verantwortlich für diesen Pressetext: Martin Schmidt, Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Hamburger Chaussee 25, 24220 Flintbek | Telefon 04347 704-243 | Telefax: 04347 704-702 | E-Mail: martin.schmidt@llur.landsh.de | www.llur.schleswig-holstein.de