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Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein

© M. Staudt/grafikfoto.de

Vom Dezernat Baustoff- und Bodenprüfung werden zentral für den Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) die verschiedensten Aufgaben von Beginn einer Straßenplanung bis hin zur Verkehrsfreigabe oder Fertigstellung eines Brückenbauwerkes wahrgenommen.
Es sind im wesentlichen folgende Aufgabenbereiche:

  • Baugrundgutachten

Zur Offenlegung des Baugrundrisikos ist es in der frühen Entwurfsphase für geplante Straßen- und Brückenbaumaßnahmen immer erforderlich, zuerst gezielte Baugrunderkundungen mittels Bohrungen und Sondierverfahren durchzuführen.
Die dabei gewonnenen Bodenproben werden anschließend im geotechnischen Labor des Dezernates aufgenommen und gezielt untersucht.

Die exakten Bodenarten werden aus allen maßgebenden Tiefenlagen anhand von Sieb- und Schlämmanalysen zur Bestimmung von Korngrößenverteilungen ermittelt.

Durch weitere Laborversuche werden Wassergehalte, organische Anteile und u.a. die Konsistenzen der untersuchten Böden festgestellt. Das Last-Setzungs-Verhalten und die Scherfestigkeit eines Bodens können an ungestörten Bodenproben untersucht werden.

Mit diesen festgestellten Baugrundeigenschaften wird das Verhalten des Bodens unter der Belastung einer Straße bzw. eines Brückenbauwerkes aufgezeigt. Anschließend werden alle notwendigen bautechnischen Maßnahmen in einem Baugrundgutachten beschrieben. Dazu werden u.a. auch für die verschiedenen Bauzustände Gelände- und Böschungsbruchberechnungen durchgeführt sowie die Grundbruchsicherheit von Brückenfundamenten und die zu berücksichtigenden Baugrundverformungen ermittelt.

  • Qualitätssicherung

Im Sinne einer hohen Qualität von Straßenbauobjekten und der dafür verwendeten Baustoffe werden vor Beginn einer Baumaßnahme die Eignungs- und Erstprüfungen sowie Eignungsnachweise geprüft.
Während und nach einer Baumaßnahme werden Kontrollprüfungen an verwendeten Baustoffen in technischer und vertraglicher Hinsicht oder an erbrachten Leistungen durchgeführt.
Damit kann zielsicher festgestellt werden, ob der Auftragnehmer die in dem geschlossenen Bauvertrag vereinbarten bautechnischen Anforderungen auch erfüllt hat. Festgestellte Mängel sind dann rechtzeitig vor einer Bauabnahme zu beheben.

Das geotechnische Labor des Dezernates führt die im Folgenden aufgeführten Kontrollprüfungen durch:

- Kornverteilungen der gelieferten Böden, Gesteinskörnungen und Gemische
- Verdichtungsgrad einschließlich Proctorversuch
- Plattendruckversuche (Tragfähigkeit, Verformbarkeit)
- Schichtdickenmessungen bei gebundenen und ungebundenen Befestigungen
- Ebenheitsmessungen
- Tages- und Nachtsichtbarkeit sowie Griffigkeit von Straßenmarkierungen
- Griffigkeitsmessungen (SRT) von Asphaltdeckschichten und Betondecken
- Kornverteilung und Wassergehalt von Streusalz
- Untersuchung von alkaliempfindlichen Gesteinskörnungen
- Rammsondierungen

  • Zulassung von Prüfstellen

Das Dezernat Baustoff- und Bodenprüfung ist die zentrale Zulassungsbehörde des LBV-SH für die privat-rechtliche Anerkennung von Prüfstellen in Schleswig-Holstein.
Die anerkannten Prüfstellen können für die Landesstraßenbauverwaltung in unterschiedlichen Fachgebieten tätig sein.
Das Zulassungsverfahren erfolgt nach den „Richtlinien für die Anerkennung von Prüfstellen für Baustoffe und Baustoffgemische im Straßenbau“ (RAP Stra).

  • Bestätigung von Gesteinskörnungen und Gemischen

Alle für den Straßenoberbau verwendeten Gesteinskörnungen und Gemische werden einer Fremdüberwachung bzw. einer freiwilligen Güteüberwachung mit Produktprüfung unterzogen.
Diese werden auf Grundlage der dafür von den RAP Stra-Prüfstellen erstellten Prüfberichte und den geltenden Vertragsbedingungen einem bestimmten Verwendungszweck im Straßenbau (z.B. Asphaltschichten, Betondecken, Frostschutzschichten) zugeordnet.