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Landesarchiv Schleswig-Holstein

© Michael Staudt/grafikfoto.de

Bettine und Achim von Arnim: Gesundheitsgeschichte aus Patientensicht

Bericht über den Vortrag von Prof. Dr. Martin Dinges, Stuttgart

Wie aussagekräftig Briefwechsel als historische Quelle sein können, zeigte der Vortrag des renommierten Frühneuzeithistoriker Prof. Dr. Martin Dinges aus Stuttgart. Er analysierte Briefe von Bettine von Arnim (1785–1859) und ihrem Mann Achim von Arnim (1781–1831) im Blick auf den Umgang mit Krankheiten und deren Heilung. Von der Jugendzeit bis zu ihrem Tod ist Bettine von Arnims Leben anhand von Briefen dokumentiert. So lässt sich rekonstruieren, woher sie ihr Gesundheitswissen bezog und was ihre Vorstellungen von guter Medizin und einem guten Arzt waren. Bereits als Jugendliche in der Pflege kranker Familienmitglieder engagiert, brachte sie ihre sieben Kinder erfolgreich über die Klippen des Säuglings- und Kindesalters. Dabei setzte sie sich mit ihrem Mann über den besten Weg zur Gesundheit auseinander. Sie verwendete vielfältige Hausmittel und konsultierte häufig Ärzte. Nach guten Erfahrungen entschied sie sich für die Homöopathie als Methode der Wahl, für die sie bald aktiv weitere Patientinnen und Patienten warb und auch öffentlich eintrat, zum Beispiel während der Cholera-Epidemie und bei der Versorgung der ärmsten Bewohnerinnen und Bewohner Berlins Schließlich konnte sie ihre Präferenz auch an einige ihrer Kinder weitergeben. Aufgrund dieses Quellenschatzes konnte der versierte Archivar und Medizinhistoriker Martin Dinges sehr lebendig Gesundheitsgeschichte aus Patientensicht vermitteln.

Der nächste Vortrag innerhalb der Veranstaltungsreihe zum 150-jährigen Jubiläum des Landesarchivs findet am 24. September 2020 statt.